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Lokales Tauschhandel: Leipzigs Grüne fordern Modellprojekt für Giveboxen
Leipzig Lokales Tauschhandel: Leipzigs Grüne fordern Modellprojekt für Giveboxen
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16:07 01.06.2018
Demo für den Erhalt der Givebox in der Brockhausstraße in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Verschenken statt verkaufen: Sogenannte Giveboxen für einen nachhaltigen Tauschhandel liegen seit Jahren in deutschen Metropolen im Trend. In Leipzig gibt es beispielsweise im Stadtteil Schleußig eine von Anwohnern selbst gebaute Holzkonstruktion, die Passanten zum Mitnehmen verschiedenster Artikel einlädt. Wer etwas verschenken möchte, stellt es in den Schrank hinein – und meist dauert es nur kurz, bis sich ein anderer darüber freut.

Weil die seit fünf Jahren betriebene Schleußiger Givebox in der Brockhausstraße allerdings nicht bei allen Bewohnern des Quartiers auf Gegenliebe stößt, es angeblich Beschwerden über Lärmbelästigung durch die Nachbarschaftskonstruktion gab, musste das Ordnungsamt einschreiten – und drohte den ehrenamtlichen Betreibern mit Schließung. Leipzigs Grüne bemühen sich nun um mehr Unterstützung für die Initiatoren und fordern die Stadtverwaltung auf, sich für eine Legalisierung der Boxen im öffentlichen Raum einzusetzen.

Grüne: Giveboxen fördern statt gefährden

„Tauschboxen wie die Givebox in Schleußig tragen zur Müllvermeidung bei und sind andererseits nachbarschaftsfördernde Aktivitäten mit sozialem Charakter. Diese sollten gefördert werden, statt sie durch Regularien und überbordende Anforderungen zu behindern oder gar zu gefährden“, heißt es in einem entsprechenden Antrag für die Ratsversammlung. Anstatt die Boxen im Stadtgebiet unmöglich zu machen, sollte die Kommune besser ein zweijähriges Modellprojekt anschieben, mit dem mindestens der Betrieb von drei Giveboxen im Stadtgebiet möglich werde, finden die Grünen.

Grundlage dieses Modellprojekts könnte unter anderem der Erlass von Genehmigungs- und Sondernutzungsgebühren für die Betreiber sein. Auch sei eine Hilfestellung der Kommune bei der Gestaltung der Boxen denkbar. Nicht zuletzt könnte auch eine begleitende, professionelle Öffentlichkeitsarbeit zur Müllvermeidung sinnvoll sein. Im zweiten Jahr dieses Modellprojekts möge eine Überprüfung der Ergebnisse durchgeführt werden, die bei positiver Bewertung auch zur Ausweitung und Verstetigung des Projekts führen könnte. Im Juni wird die Ratsversammlung den Antrag der Grünen erstmals thematisieren. Anschließend soll das Thema in den Fachausschüssen behandelt werden.

Anwohner demonstrieren für Erhalt

Giveboxen, oder auch sogenannte Umsonst- und Leihläden, gibt es bereits seit Ende der 1990er Jahre in Deutschland. Vor allem in Berlin und in den Großstädten im Ruhrgebiet wurden sie nach und nach zum Trend. Die Givebox in Leipzig-Schleußig wird seit fünf Jahren betrieben, nach den Beschwerden von Anwohnern zuletzt, wurden die Betreiber von der Stadtverwaltung zum Abschluss eines Sondernutzungsvertrages mit monatlichen Kosten in Höhe von 45 Euro aufgefordert. Ende Januar fand eine Demonstration zum Erhalt der Givebox im Stadtteil statt.

Einen unvollständigen Überblick über Giveboxen in anderen Städten gibt es unter fusiontables.google.com

Von Matthias Puppe

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