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Tauscht die Bahn jetzt die Schilder am Wilhelm-Leuschner-Platz aus?

Tauscht die Bahn jetzt die Schilder am Wilhelm-Leuschner-Platz aus?

Deutsche Bahn (DB) und Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sind ihrer Zeit weit voraus: Sie haben ihren Stationen am Wilhelm-Leuschner-Platz schon den Zusatz "Platz der Friedlichen Revolution" gegeben - in Erwartung des Freiheits- und Einheitsdenkmals.

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Wilhelm-Leuschner-Platz: Ändert die Bahn jetzt die Namensschilder.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Doch jetzt ist völlig ungewiss, wann das Denkmal kommt und - wenn ja - ob es auch wirklich dort entsteht. Ein Verzicht auf den Zweitnamen erscheint nicht ausgeschlossen.

Ilse-Marie Jahn gehört zu den Leipzigern, die sich über den Stationsnamen nicht nur wundern. "Mich regt das geradezu auf. Egal ob ich mit der Linie 2, 11 oder 14 fahre, immer wird in der Straßenbahn angesagt: Wilhelm-Leuschner-Platz/Platz der Friedlichen Revolution." Dabei habe der Ort doch bei den Montagsdemonstrationen vor 25 Jahren gar keine Rolle gespielt, moniert sie. Und einen Platz der Friedlichen Revolution suche man auch im Stadtplan vergebens.

"Ich kann die Verwirrung bei manchen Fahrgästen verstehen", sagt Marc Backhaus, Sprecher der Verkehrsbetriebe. Dabei seien die LVB gar nicht mal vorgeprescht. Seit der Eröffnung des City-Tunnels Ende vorigen Jahres zeige die DB in ihrer Station unter dem Wilhelm-Leuschner-Platz auch Platz der Friedlichen Revolution an. Nur zur Vereinheitlichung zogen die LVB nach.

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Ein Platz, zwei Namen: Die City-Tunnel-Station erinnert an das Freiheits- und Einheitsdenkmal, das es darüber noch gar nicht gibt - und vielleicht auch nie geben wird.

Quelle: Andreas Doering

Aber auch die DB gibt sich unschuldig. "Die Zusatzbezeichnung wurde durch die Stadt Leipzig beantragt", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz" - so laute in allen Systemen der DB nach wie vor die offizielle Verkehrsbezeichnung. Eine Änderung sei nicht vorgesehen. "Platz der Friedlichen Revolution ist eine Zusatzbezeichnung, die nicht in den Fahrplanmedien erscheint."

Kein Denkmal, kein neuer Name: Ein Verzicht auf den Revolutions-Zusatz erscheint daher durchaus möglich. "Das ist eine Entscheidung der Stadt Leipzig", heißt es bei der DB. "Wir werden von uns aus die Durchsagen in den Straßenbahnen nicht ändern", sagt LVB-Sprecher Backhaus, "der Aufwand wäre zu groß, wir haben ganz andere Probleme. Aber wenn es der Stadtrat beschließen würde, müssten wir es machen."

Doch auch die Stadt hat erst mal kein Interesse, für Klarheit zu sorgen. "Die Rücknahme der Teilbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in Platz der Friedlichen Revolution ist aktuell kein Thema der Stadtverwaltung", sagt Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat. Dabei erfolgte bis heute gar keine offizielle Namensänderung im Straßenregister.

Der Stadtrat hatte im November 2011 lediglich einen zeitlich nicht konkreten Beschluss zur teilweisen Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes gefasst, der im August 1945 in Erinnerung an den nach dem gescheiterten Hitler-Attentat 1944 hingerichteten Sozialdemokraten benannt worden war. Der Teil, heißt es darin, auf dem das Denkmal stehen wird, solle künftig Platz der Friedlichen Revolution heißen. Die Namensverleihung könne aber erst erfolgen, wenn die räumliche Ausdehnung des Mahnmals klar ist. Der Oberbürgermeister wurde aufgefordert, sich zwischenzeitlich bei der DB und den LVB dafür zu verwenden, dass beide Verkehrsunternehmen mit Eröffnung des City-Tunnels beide Platz-Namen verwenden. Und genau dem kamen DB und LVB nach. Nur die Kommune war nicht in der Lage, das Denkmal planmäßig im Oktober 2014 einzuweihen.

"Man kann es drehen und wenden wie man will", sagt Ilse-Marie Jahn, "richtiger wäre es, den Augustusplatz Platz der Friedlichen Revolution zu nennen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Staeubert, Klaus

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