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Lokales Tausende Leipziger beim vierten „Brückenfest“ im Clara-Zetkin-Park
Leipzig Lokales Tausende Leipziger beim vierten „Brückenfest“ im Clara-Zetkin-Park
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12:30 26.08.2018
Tetiana Soltis und Olena Kovalova boten an ihrem Stand Bastelarbeiten. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Zum vierten Mal fand am Sonnabend das Brückenfest auf der Sachsenbrücke statt. Im Leipziger Jahr der Demokratie haben sich die Veranstalter einiges Neues einfallen lassen, um Brücken zwischen Kulturen und Menschen zu schlagen.

Die Trommelklänge sind schon von Weitem zu hören. Alpha Oulare gibt mit seinen Jungs den Ton an, einige Frauen tanzen dazu. „Rhythmus und Tanz ergeben eine Einheit und nennen sich Djolé“, erklärt der 44-Jährige. Seit er ein kleines Kind ist, trommelt er – zwischenzeitlich sogar fürs Nationalballett in seiner Heimat Guinea. „Seit 1998 bin ich in Deutschland, seit etwa zwei Jahren in Leipzig“, so Oulare. In Plagwitz gibt er Kurse im Trommeln, gemeinsam mit Tänzerin Claudia Castaneda gehört er zum Kollektiv Wontanara. „Das heißt in Susu ‚Wir sind zusammen’“, erläutert Castaneda.

Beim Brückenfest auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park zeigt sich jedes Jahr, wie vielfältig die Messestadt ist. Zur vierten Ausgabe standen unter anderem Mono & Nikitaman auf der Bühne.

Ein bisschen steht das auch für das gesamte 4. Brückenfest. „Wir haben die Sachsenbrücke bewusst ausgewählt“, sagt Organisatorin Irena Rudolph-Kokot. „Hier ist viel Publikumsverkehr und wir erreichen auch Menschen, die vielleicht nicht gezielt zu so einem Fest gehen würden.“ Mehrere Tausend sind es am Sonnabend. Eines der neuen Highlights in diesem Jahr, dem Leipziger Jahr der Demokratie, ist die Sprachenbörse. „Jede halbe Stunde können Interessierte in eine andere Sprache reinschnuppern“, erzählt Rudolph-Kokot. Arabisch, Russisch, Spanisch, Armenisch, Ukrainisch – und Chinesisch. Lehrerin Chunyu Wang schreibt Laute auf eine Karteikarte und erklärt die korrekte Aussprache. Krzysztof Druzynski hört ganz genau hin. Er hat mit seiner Freundin Min Wang am Tisch Platz genommen. Für sie ist das alles kein Problem, schließlich stammt sie aus China. Der Pole allerdings hat hier und da noch so seine Schwierigkeiten, hört aufmerksam zu. „Wir haben von dem Fest in den sozialen Netzwerken erfahren“, sagt er. „Das reiche Programm hat uns dann hergelockt.“ Zum ersten Mal, wie er hinzufügt.

Alljährlicher Gast ist dagegen Christian Wolff, ehemaliger Pfarrer der Thomaskirche. „Es ist so wichtig, dass dieses Fest stattfindet“, sagt er. „Vorurteile und Ängste lassen sich am besten mit Begegnung überwinden.“ Auch Stojan Gugutschkow, der Leipziger Integrationsbeauftragte, ist begeistert. „Hier ist eine gute Gelegenheit, die geballte Kraft der interkulturellen Szene zu treffen“, sagt er. „Es ist toll, dass so viele junge Menschen hier sind und neue Kontakte knüpfen.“

Peggy Sida ist bereits zum zweiten Mal dabei. Mit ihren beiden Kindern und ihrem Freund Bakary Konaté steht sie an der Bühne und lauscht den „Klängen der Hoffnung“. „Danach wollen wir mal schauen, was die anderen Nationen so anbieten.“ Ihren Freund, der aus Mali stammt,  vor drei Jahren nach Leipzig kam und nach eigenem Bekunden nichts mit dem Innenverteidiger von RB Leipzig zu tun hat, hat sie über eine Bekannte kennengelernt. „Es ist toll, dass hier so etwas angeboten wird“, meint sie. Das sei leider nicht selbstverständlich.

Auch Irena Rudolph-Kokot ist glücklich. „In Zeiten dieses großen Hasses zur Zeit, ist es schön zu sehen, wie viele Vereins sich kümmern und Brücken schlagen.“ Zwischen Kulturen. Und zwischen Menschen.

Linda Polenz

 

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