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Lokales Tausende Teilnehmer bei Leipziger Demo zum 1. Mai
Leipzig Lokales Tausende Teilnehmer bei Leipziger Demo zum 1. Mai
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16:13 01.05.2018
Große Beteiligung zur Gewerkschaftskundgebung am 1. Mai 2018 auf dem Markt in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Deutlich mehr Leipziger als erwartet haben sich am 1. Mai in der Innenstadt an der zentralen Mai-Demonstration beteiligt, zu der Gewerkschaften unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit“ aufgerufen hatten. Mindestens 5000 Menschen – nach einigen Schätzungen auch bis zu 8000 – kamen zu der Kundgebung auf den Markt oder liefen bei der traditionellen Mai-Demonstration mit, die vom Volkshaus über die Karl-Liebknecht-Straße zum Roßplatz und von dort über den Georgiring zum Hauptbahnhof führte.

Verdi hatte außerdem zu einer Familien-Fahrraddemo aufgerufen, deren bereits um 9 Uhr in Plagwitz gestartet waren. Ziel war die zentrale Veranstaltung ab elf Uhr in der Innenstadt.

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Per Fahrrad oder zu Fuß: Tausende Teilnehmer kamen zur zentralen Kundgebung der Gewerkschaften zum 1. Mai in Leipzig. Unter dem Motto "Vilefalt, Gerechtigkeit, Solidarität" hatten DGB, Verdi, IG Metall und Parteien die Arbeitnehmer mobilisiert. Foto: Kempner

Siemens im Fokus

Besonders zahlreich waren Beschäftigte erschienen, die um den Bestand ihrer Betriebe fürchten. So die Belegschaft von Siemens Compressor Systems in Plagwitz, deren Jobs die Konzernspitze nach Duisburg verlagern will, um dort ein Siemenswerk besser auszulasten.  Oder Mitarbeiter der Neue Halberg-Guss GmbH, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, weil sich ihr Mutterkonzern - der Autozulieferer Prevent - mit dem Autobauer Volkswagen streitet. Sie kritisieren Prevent, aber auch VW, weil der Streit Aufträge und damit ihre Arbeitsplätze gefährdet.

Ebenfalls im Demonstrationszug vertreten waren Beschäftigte aus acht Leipziger Unternehmen der Kontraktlogistik, die derzeit in Tarifauseinandersetzungen stehen. Sie wollen in den laufenden Verhandlungen die wertgleiche Übernahme des jüngsten Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie erreichen. Davon betroffen sind über 3000 Beschäftigte. Auch Mitarbeiter von Porsche und BMW marschierten in Leipzig mit, weil ihre Werke an jedem Arbeitstag eng mit den Kontraktlogistikern verbunden sind.

Dem Marsch schlossen sich auch Parteien an, unter anderem die SPD, die Linkspartei und die Grünen, aber auch DKP und MLPD. Viele schwenkten rote Fahnen und hielten Transparente in die Höhe, auf denen unter anderem „Leipzig, eine Stadt für alle - Verdrängung stoppen“ stand. Drei Dutzend autonome Demonstranten forderten auf einem Transparent „Den Klassenkampf organisieren“. Erstmals waren in der Spitzengruppe des Zuges auch Fahnen mit arabischen Schriftzeichen zu sehen – sie stammten von Anhängern der Kommunistischen Arbeiterpartei des Iran. Mit dabei waren ebenfalls zahlreiche Mitglieder der Friedensbewegung. Sie trugen Transparente, auf denen unter anderem „Abrüstung statt Sozialabbau“ gefordert wurde.

DGB-Chef: Beteiligung ist ein "starkes Signal"

Am Hallischen Tor bog der Marschzug in die City ein und zog über den Brühl und die Nikolaistraße zum Markt, wo ein Dutzend Parteien und Gewerkschaften Stände aufgebaut hatten. Der IG Bau-Bezirksvorsitzende Bernd Günther erklärte dort in seiner Rede, dass sich in der Stadt und in der Region Leipzig wieder mehr Beschäftigte um ihre Betriebsräte scharen. Bei den Betriebsratswahlen werde im Schnitt eine Beteiligung von 75 Prozent erreicht, so Günther. Dies sei ein „starkes Signal“ in den Betrieben. „Ihr könnt gewiss sein, wir stehen bis zur letzten Stunde neben euch und kämpfen für euch“, rief er den Mai-Demonstranten zu. Dies sei notwendig, weil die gute Konjunktur bei vielen Beschäftigten nicht ankomme. „In der deutschen Bauindustrie stehen deshalb die Zeichen auf Sturm“, so der DGB-Chef mit Blick auf die jüngst gescheiterten Tarifverhandlungen. Die Bauarbeiter seien nicht bereit, „sich mit einer Mogelpackung“ abspeisen zu lassen. Günther forderte auch eine bessere Reform der Leiharbeit und besonders mit Blick auf die zunehmende Zahl ausländischer Beschäftigter „gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“.

Auch bei den Kontraktlogistikern spitzt sich die Lage zu. „Wir haben ein Konfliktszenario vorbereitet, das versetzte Warnstreiks vorsieht“, erklärte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.

Im Anschluss an die Reden hatten die Gewerkschaften zu einem Familienfest auf dem Markt eingeladen.

Von Andreas Tappert / lyn 

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