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Lokales Tauziehen um Paulineraltar - Pfarrer Wolff stellt Bedingungen
Leipzig Lokales Tauziehen um Paulineraltar - Pfarrer Wolff stellt Bedingungen
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11:06 08.11.2016

Sie hat den spätgotischen Hochaltar aus der am 30. Mai 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauliseit dessen neuerlicher Weihe am Pfingstsonntag 1993 liebend gern behütet und gepflegt. Und mit der fristgerechten Kündigung des Leihvertrages durch die Universität im vergangenen Jahr ist für die Kirchgemeinde St. Thomas durchaus klar, dass die Alma mater lipsiensis ihren Kunstschatz ab 1. Januar 2014 abbauen darf. Um ihn demnächst im Ostteil des Paulinums am Augustusplatz, der neuen Unikirche, wieder aufzustellen. Einen groben Zeitplan hat die Hochschule hierfür schon entwickelt: die vorbereitenden Arbeiten und das Verpacken des wertvollen Materials erfolgen ab dem 15. September 2014, der Abtransport ist für den29. September vorgesehen. Pfarrer Wolff und der Kirchenvorstand pochen darauf, dass es zwischen September und der Eröffnung des Aula-/Kirche-Baus am 2. Dezember 2014 keine Zwischenlagerung der Altar-Teile geben darf. Die Ewig-Debatte um die Glaswand, die zwischen Aula und Kirchen-Bereich installiert wird (die LVZ berichtete), sowie jüngste Aussagen aus der Kustodie zum Umgang mit der Kanzel aus der gesprengten Paulinerkirche haben die Gläubigen von St. Thomas misstrauisch gemacht. Und so richtete Wolff neben dem unverzüglichen Einbau des Altars nach dem Abtransport aus der Thomaskirche noch zwei weitere Forderungen an die Adresse der Universität: die Glaswand sei zu allen Gottesdiensten zu öffnen und die wertvolle Kanzel müsse am Weihetag ihrenPlatz in der "Neuen UniversitätskircheSt. Pauli" gefunden haben. "Die Alma mater muss sich in diesem Jahr endlich klar positionieren. Ohne entsprechende Zusagen wird es keinen Abbau des Pau-lineraltars zur geplanten Zeit geben."

 Rektorin Beate Schücking reagierte überrascht auf die scharfen Töne aus der Thomaskirche. Eine Zwischenlagerung des Paulineraltars würde doch nur zusätzliche Kosten verursachen, "wir als Universität können schon deshalb kein Interesse daran haben", betonte die Professorin auf Anfrage. Nach der geplanten Fertigstellung des Paulinums im Frühjahr 2014 müsse die Orgel installiert werden, seien die Epitaphien aufzuhängen, gelte es,den Sockel für den Altar aufzustellen. "Unser Zeitplan ist minutiös und wir werden alles dafür tun, dass er eingehalten wird."

 Mit Blick auf das leidige Thema Glaswand sagte Schücking, momentan werde ein Nutzungskonzept erarbeitet - "dabei handelt es sich um ein Nutzungskonzept für ein Universitätsgebäude". Selbstverständlich werde die Glaswand häufiger geöffnet, "zu unterschiedlichen Zwecken und bestimmt auch zu Gottesdiensten. Ansonsten bitte ich darum, dass wir erst einmal unsere Erfahrungen mit der Wand machen." Bliebe noch die Kanzel: Deren Restaurierung wird mit mehr als 100000 Euro veranschlagt. Geld, das laut Schücking erst einmal beschafft werden müsse, wenngleich der Paulinerverein schon 50000 Euro in Aussicht gestellt habe. "In Absprache mit Ministerin von Schorlemer und Landesbischof Bohl haben wir uns auf die Bildung einer Expertengruppe verständigt. Die wird den optimalen Weg bis zur Anbringung der Kanzel finden." Doch das brauche seine Zeit.Dominic Welters

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Welters, Dominic

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