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Tauziehen um Schlobachshof

Zwangsversteigerung von Auwald-Grundstück Tauziehen um Schlobachshof

Vier Wochen vor der Versteigerung von Schlobachshof hat das Tauziehen um das grüne Refugium inmitten des Auwaldes begonnen. Umweltschützer wollen das Areal übernehmen, es als Überflutungsgebiet renaturieren und in den denkmalgeschützten Gebäudeteilen eine nichtkommerzielle Naturschutzstation ansiedeln. Auch die Stadt hat ein Interesse am Erwerb des Geländes.

Der Bau von Dämmen und der Neuen Luppe hat in den vergangenen Jahrzehnten zum Austrocknen des Auwalds in Gundorf geführt. Mit dem Ende von Schlobachshof verbinden Umweltschützer nun die Hoffnung auf eine Renaturierung des Gebietes im nördlichen Auwald als klassisches Überschwemmungsgebiet.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Vier Wochen vor der Versteigerung von Schlobachshof hat das Tauziehen um das Refugium inmitten des Auwaldes begonnen. Umweltschützer bitten nun den Stadtrat um Hilfe. Sie wollen es übernehmen, als Überflutungsgebiet renaturieren und im denkmalgeschützten Gebäudeteil eine nichtkommerzielle Naturschutzstation ansiedeln. Auch die Stadt hat ein Interesse am Erwerb des Geländes.

„Wir haben eine Spendenaktion am Laufen“, sagt Wolfgang Stoiber, Vorsitzender des Vereins Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald (Nukla). Ob der Erlös am Ende ausreicht, um am 12. Mai am Amtsgericht für Schlobachshof mitzubieten, ist fraglich. Der Verkehrswert des zur Zwangsversteigerung stehenden Guts in der Burgaue von Gundorf ist auf 1,06 Millionen Euro taxiert (die LVZ berichtete). Aufgrund seiner Lage im Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet der Luppe ist das Areal von Schlobachshof kommerziell höchstens noch für die Landwirtschaft von Interesse.

Die Stadt Leipzig kann das 13,6 Hektar große Gelände aber ebenfalls gut gebrauchen – als ökologische Kompensationsfläche für Industrieansiedlungen. Denn ein Stück Auwald als Ausgleich für eine versiegelte Gewerbefläche ist deutlich mehr wert als eine einfache Wiese mit Bäumen und Sträuchern. Das Amt für Umweltschutz, schreibt der Nukla-Vorsitzende nun an die Ratsfraktionen, habe „vorgeschlagen, den Hof zu ersteigern, um diesen im Anschluss dem ASG (Amt für Stadtgrün und Gewässer, d. Red.) in die Verwaltung zu geben.“ Grünes Licht des Oberbürgermeisters gebe es bereits. Ein Rathaussprecher wollte sich auf LVZ-Anfrage nicht öffentlich dazu äußern. Auf jeden Fall bräuchte die Verwaltung für die Teilnahme an der Versteigerung wegen der Mindestkaufpreishöhe einen Ratsbeschluss. Den könnte sie nächsten Mittwoch einholen.

Stoibers Hoffnung besteht nun darin, dass der Stadtrat – sollte er das Mandat zur Ersteigerung geben – auf eine Einbindung der Umweltverbände besteht, um die Renaturierung des Auenareals einzuleiten. Regelmäßige Überflutungen seien für die Aue überlebenswichtig, erläutert er. Der Bau von Dämmen und der Neuen Luppe hätte in den letzten Jahrzehnten bewirkt, dass der Auwald austrocknet, seinen Charakter verliert und Arten aussterben. Dass die Verwaltung an diesem Zustand substanziell etwas ändert, daran glaubt der Nukla-Chef nicht. Der Oberbürgermeister weiche seit Jahren einem Gespräch aus, berichtet er. Und die Bitte zu einem persönlichen Austausch zu Schlobachshof mit Umweltamtschefin Angelika von Fritsch beantwortete diese jüngst wie folgt: „So Ihr Verein Eigentümer des Geländes geworden ist, können wir uns gern über Entwicklungsziele in diesem Gebiet unterhalten. Ein Gespräch zu diesem Zeitpunkt zum Thema erachte ich für nicht zielführend.“

Von Klaus Staeubert

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