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Lokales Taxi-Bestellung auf Knopfdruck - neue App für Handys stößt bei Leipziger Zentralen auf Kritik
Leipzig Lokales Taxi-Bestellung auf Knopfdruck - neue App für Handys stößt bei Leipziger Zentralen auf Kritik
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18:44 14.06.2011
Taxi-Bestellung mit MyTaxi: Ab Juli soll die neue Smartphone-App auch in Leipzig zum Einsatz kommen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig/Hamburg

Anrufe bei Taxizentralen und lange Wartezeiten sollen für die Fahrgäste mit der neuen Software wegfallen. Leipziger Taxiunternehmen sehen diese Entwicklung jedoch mit Skepsis.

Im Grunde funktioniert MyTaxi wie eine kleine Taxizentrale für die Hosentasche. Auf einer Stadtkarte im Smartphone-Display werden alle verfügbaren Fahrzeuge im Umkreis als Symbole angezeigt. Bei einem Tastendruck auf den gelben Taxi-Button benachrichtigt die Software den nächstgelegenen Fahrer, der die App nutzt. Auf Wunsch zeigt das Programm dessen Anfahrtsroute, die erwartete Ankunftszeit oder den voraussichtlichen Fahrpreis an. Auch Sonderwünsche wie Großraumtaxi-Bestellungen, Kartenzahlungen oder Fahrten mit Hund sind möglich.

Rund 100 Fahrer beteiligen sich zum Start in Leipzig

„Technisch ist das Ganze schon genial gemacht“, sagt Uwe Franz von der Leipziger Taxigenossenschaft Löwentaxi. Ihn ärgert jedoch, dass die Taxizentralen nicht in das System eingebunden sind. „Am Ende werden uns damit Kunden abspenstig gemacht“, befürchtet Franz. Den Zentralen sei MyTaxi ein Dorn im Auge, weil alle zusätzlichen Smartphone-Aufträge ihrer Fahrer an ihnen vorbei gingen, meint auch Hans-Jörg Brauer von der Firma Leipziger DTS Taxi Service. Eine zuverlässige Qualitätskontrolle der Chauffeure sei zudem nur schwer möglich, so der Firmenchef.

Zwar gibt es in MyTaxi ein Bewertungssystem für die Fahrer. Wie Löwentaxi-Chef Franz bemängelt, bleibe jedoch bei der Taxi-App insgesamt die Seriosität auf der Strecke. „Jeder, der einen Personenbeförderungsschein besitzt, kann sich dort anmelden. Das können auch private Fahrer ohne Taxilizenz sein“, kritisiert der Leipziger Unternehmer. Zudem sieht er die Gefahr, dass Fahrer von außerhalb in Leipzig Aufträge annehmen, die dies laut Beförderungsgesetz eigentlich nicht dürften.

Leipziger Taxizentrale plant bereits eigene App

Die Hamburger Betreiber der Firma Intelligent Apps betonen, dass bei der Auswahl der bislang 4000 Taxi-Partner bundesweit besonders auf die Qualität der Fahrzeuge geachtet wurde. Diese dürften beispielsweise nicht älter als fünf Jahre sein. „Unsere Philosophie ist es, den Fahrern maximale Unabhängigkeit zu bieten. Deshalb gibt es bei uns keine monatlichen Pauschalgebühren, keine Verpflichtungen”, sagt Sven Külper, Geschäftsführer des IT-Unternehmens.

Die rund 100 Chauffeure, die sich zum Start der App in Leipzig beteiligen wollen, müssen ebenso wie jeder andere MyTaxi-Partner in Deutschland für jede angenommene Fahrt 79 Cent zahlen. Bei einer Zentrale wie Löwentaxi sind dagegen zwischen 150 und 200 Euro monatliche Grundgebühr für die Fahrer fällig.

Bislang wurde die App, die für iPhones und Android-Smartphones verfügbar ist, nach Unternehmensangaben bundesweit bereits knapp 200.000 Mal heruntergeladen. DTS-Taxi-Chef Brauer hält die Geschäftsidee prinzipiell für „attraktiv“. Seine Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass viele Kunden den direkten Kontakt zum lokalen Fuhrunternehmen schätzen würden. Ab Herbst soll es deshalb eine weitere App geben – mit der können dann ausschließlich die 112 Fahrzeuge seiner Zentrale per Knopfdruck angefordert werden.

Robert Nößler

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