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Lokales Teil des Weltkinderhilfswerks: Unicef Leipzig wird 25 Jahre
Leipzig Lokales Teil des Weltkinderhilfswerks: Unicef Leipzig wird 25 Jahre
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00:19 13.09.2017
Der harte Kern der Leipziger Unicef-Arbeitsgruppe. Ganz links Leiter Yolna Grimm.  Quelle: Foto: privat
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Leipzig

Yolna Grimm (51) schaut freundlich in die Welt. Das ist seine Art. Er wurde in tiefen DDR-Zeiten in Leipzig geboren, ein Kind, wie er selbst sagt, des Turn- und Sportfestes. Vater Ariel Ruiz studierte Sportwissenschaften an der DHfK und lernte Yolnas Mutter kennen und lieben. Als der Kubaner nach dem Diplom in seine Heimat zurück beordert wurde, um dort im Bildungs- und Sportministerium tätig zu sein, durfte er die junge Familie nicht mitnehmen. Das Paar war nicht verheiratet. Yolna wuchs in Leipzig als Deutscher mit karibischem Blut auf. Das leuchtet aus seinen Augen.

Er studierte Jura und noch einiges mehr, arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität und promoviert an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zu sozialen Kompetenzen. Mit gesellschaftlichem Engagement hat Yolna stets gelebt. Etwas zu tun, ohne pekuniär davon zu profitieren, ist für ihn selbstverständlich. Er erinnert sich an seine Schulzeit, die Stichworte lauten für ihn „Solidarität“ „Timur und sein Trupp“ und „Subotnik“. Für Kinder da zu sein, ist aber vor allem Yolnas Auftrag. Er hat selbst fünf. Drei davon – fünf, vier und zwei Jahre alt – sind noch in väterlicher Betreuung.

Seit acht Jahren leitet Grimm die Arbeitsgruppe von Unicef Leipzig. 45 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt sie gegenwärtig, 20, so der Chef, gehören zum „harten Kern“. Am 10. September 1992 war die Initiative von 13 Frauen und Männern gegründet worden. Ein Partner von Unicef war ab 1994 über viele Jahre auch diese Zeitung. Zu den jetzigen Förderern der Leipziger Unicef-Aktivitäten gehören aktuell unter anderem die Leipziger Messe, das Ensemble Amarcord, die Bernd-Blindow-Schule und das Hotel Fürstenhof.

„Ich bin ein soziales Wesen“, sagt Grimm und attestiert genau das auch seinen Mitstreitern im Team. In unzähligen Stunden ihrer Freizeit bringen sich die Frauen und Männer für die Belange von Unicef ein. Auf der Agenda stehen die Informationsarbeit über die Anliegen des UN-Kinderhilfswerkes, das Akquirieren von Spenden, der Verkauf von Grußkarten vor allem auf den Weihnachtsmärkten und die Organisation diverser Veranstaltungen. Ein Junior-Team mit jungen Helfern im Alter von zwölf bis 18 Jahren ist vor allen an den Leipziger Schulen aktiv. Zu den aktuellen Schwerpunkten der weltweiten Arbeit, die auch von Leipzig aus unterstützt wird, gehören Projekte für Kinder im kriegszerstörten Syrien, Hilfe für die von einer Cholera-Epidemie heimgesuchten Kinder im Jemen und Vorhaben zur Bekämpfung der Dürre in Afrika, zum Beispiel in Kenia. Grimm weiß von all den Konflikten weltweit: „Traurig, aber wahr: Wir haben immer mehr Grund, in unserem Tun nicht nachzulassen.“

Bei Unicef Deutschland in Köln wird das Engagement auch der Leipziger Arbeitsgruppe hoch geschätzt. Rudi Tarneden, Sprecher der Hilfsorganisation: „Von Aachen bis Leipzig und von Sylt bis Passau sind bundesweit 8000 Ehrenamtliche in mehr als 200 Unicef-Gruppen aktiv. Sie prägen das Bild von Unicef in Deutschland, in den Kommunen und Städten, in Schulen, Vereinen, Unternehmen und Organisationen. Sie machen mit Überzeugungskraft immer wieder auf die schwere Situation der ärmsten Kinder in den Entwicklungsländern und in Krisengebieten aufmerksam, leisten Informations- und Bildungsarbeit, werben Spenden ein. Besonders wichtig ist, dass immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Studierende sich mit Unicef für ihre Rechte und die ihrer Altersgenossen in den Entwicklungsländern einsetzen. Der tolle Einsatz der ehrenamtlichen Unterstützer wie in der Arbeitsgruppe Leipzig trägt dazu bei, dass den am stärksten benachteiligten Kindern auf der Welt geholfen werden kann.“

Am 16. September feiert Unicef Leipzig auf dem Markt. Oberbürgermeister Burkhard Jung und Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland, werden das Kinderfest, das unter dem Motto „Wenn ich ein Vöglein wär“ steht und bei dem Leipziger Kinderchöre auftreten, gegen 15 Uhr eröffnen.

Das Programm: www.schumann-haus.de

Von Thomas Mayer

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