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Telekom baut am Leipziger Hauptbahnhof – 600 Jobs entstehen

Brandenburger Straße Telekom baut am Leipziger Hauptbahnhof – 600 Jobs entstehen

Die Deutsche Telekom AG investiert kräftig in Leipzig, will dazu gegenwärtig aber fast nichts sagen. Durch Aushänge bei den Nachbarn eines Parkplatzes an der Brandenburger Straße wurde dennoch bekannt, dass dort wahrscheinlich schon in wenigen Tagen die Bagger für einen großen Neubau anrücken. 600 Jobs sollen dort entstehen.

Auf dem bisherigen Parkplatz vor dem Industriepalast (oben) soll in wenigen Tagen der Bau eines großen Bürogebäudes für die Deutsche Telekom starten.

Quelle: Jens Rometsch

Leipzig. Die Deutsche Telekom AG investiert kräftig in Leipzig, will dazu gegenwärtig aber fast nichts sagen. Durch Aushänge bei den Nachbarn eines Baugrundstücks an der Brandenburger Straße wurde dennoch bekannt, dass wahrscheinlich schon in wenigen Tagen die Bagger anrücken.

Ab 4. Juli dürfen auf der riesigen Brachfläche, die sich genau gegenüber vom Industriepalast befindet, keine Autos mehr geparkt werden. Dort soll ein neues Gebäudeensemble entstehen, das nur durch eine Zufahrtsstraße vom vorhandenen Telekom-Servicezentrum neben dem Hauptbahnhof getrennt ist. Der Kommunikationsriese wolle sich an dem Standort vergrößern, wird im Viertel gemunkelt.

Auf eine Anfrage der Leipziger Volkszeitung reagierte die Pressestelle der Telekom zunächst aber zehn Tage lang gar nicht. Nach einer erneuten Anfrage bestätigte Unternehmenssprecher Georg von Wagner, dass der geplante Neubau tatsächlich für die Telekom gedacht sei. „Anfang 2018 werden wir dort 600 Jobs schaffen“, sagte er. Ob es dabei erneut um ein Callcenter gehe oder um andere Bereiche, dazu äußerte sich von Wagner nicht. „Das ist alles noch nicht spruchreif“, meinte er nur. Selbst die Frage, welche Firma den Neubau errichtet, ließ der Telekom-Sprecher unbeantwortet.

Dabei muss man für diese Antwort nicht lange suchen. Wie berichtet, hatten holländische Investoren einst große Flächen des früheren Freiladebahnhofs Ost und Milchhofs in Leipzig erworben. Mit Hilfe der Ten Brinke Gruppe errichteten sie dort bereits den Obi-Baumarkt sowie (in zwei Abschnitten ab 2011 und 2013) das vorhandene Servicezentrum der Telekom. Bei Ten Brinke hieß es auf LVZ-Anfrage, man könne sich zu dem neuen Vorhaben erst äußern, wenn es dazu eine Freigabe durch die Telekom gibt. Ob und wann diese erfolgt, blieb offen.

Grund für die Verschwiegenheit des Kommunikationskonzerns könnten heikle Umstrukturierungen sein. Als vor Jahren das Telekom-Servicezentrum am Hauptbahnhof geschaffen wurde, bedeutete dies zugleich das Aus für zwei Callcenter in Gera und Halle, wo bis dato 400 Mitarbeiter beschäftigt waren. Weitere 500 Mitarbeiter zogen laut den damaligen Mitteilungen von kleineren Standorten in Leipzig in den stattlichen Neubau um. Es ist auch jetzt nicht auszuschließen, dass die Telekom erst betroffene Mitarbeiter direkt informieren will, bevor sie sich zu ihren Plänen in dem Neubau äußert.

Auf jeden Fall entstehe an der Straßenfront zur Brandenburger Straße ein „ganz schöner“ Neubau mit vier Büro-Etagen und großem Technik-Geschoss, so Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach. „Die Investoren waren mit ihrem Entwurf auch im Gestaltungsforum für Architektur und müssten sich mit dem recht gelungen Ergebnis wahrlich nicht verstecken.“

Von Jens Rometsch

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