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Lokales Kurt-Masur-Schule: Stadt führt Tempo 30 ein – erstmal
Leipzig Lokales Kurt-Masur-Schule: Stadt führt Tempo 30 ein – erstmal
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14:51 05.10.2018
Nicht einmal ein Schild verweist auf die Schule hinter den Bäumen. V.l. Schulleiterin Heike Hentschel, Hagen Findeis mit Tochter Helene und Sylke Lüth mit Tochter Kim. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

 Eigentlich möchte Sylke Lüth nicht eine dieser Helikopter-Mütter sein, ihre Tochter Kim (9) bringt sie trotzdem jeden Tag zu Fuß bis vor die Schule. Hinter den Bäumen ist das moderne Gebäude der Kurt-Masur-Grundschule schon zu sehen. Jetzt ist es nur noch eine Straße – doch genau die möchte Sylke Lüth die neunjährige Kim nicht alleine überqueren lassen. Denn auf der Bernhard-Göring-Straße reißt der Verkehr hier um 07 Uhr 30 morgens kaum ab. Hin und wieder unterbricht ein donnernder Lastwagen die Kette der PKWs. „Morgens sind die Autofahrer auch alle unter Druck“, beschreibt Hagen Findeis, da bleibe kaum ein PKW für die Kinder einmal stehen. Seine Tochter Helene lässt Findeis trotzdem alleine in die Schule gehen. Ob sie dabei immer über die Ampel an der Hardenbergstraße geht, dessen ist er sich nicht sicher:

Umweg über die Ampel zumutbar?

„Man kann bei Kindern nicht immer darauf vertrauen, dass sie einen Umweg von 600 Metern auch gehen“, sagt ihr Vater. CDU-Stadtrat Karsten Albrecht weiß um dieses Argument, er teilt es aber nicht: „Man kann Kindern schon einmal zumuten, auch einen Umweg zu gehen. Da appelliere ich auch an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern, dass sie das durchsetzen.“ Nach Ansicht von Sylke Lüth und Hagen Findeis aber wäre ein zweiter Zebrastreifen direkt vor der Schule dringend notwendig. „Hier wäre das laut Straßenverkehrsordnung auch möglich“ mutmaßt Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher vom Ökolöwen. „Politisch ist das aber alles nicht gewollt, weil der Verkehr hier dann noch weniger fließt“, so seine Einschätzung. Ob Zebrastreifen, Schülerlotsen oder zumindest Achtung-Schule-Schilder, Schulleiterin Hentschel und engagierte Eltern hatten mit verschiedenen Vorschlägen bei der Stadt aufgewartet – lange ohne Erfolg. Da der Eingang der Schule nicht direkt an der Bernhard-Göring-Straße liegt, konnte auch eine Tempo-30-Zone, wie sie vor anderen Grundschulen in Leipzig inzwischen fast zur Regel geworden ist, nicht so einfach eingerichtet werden.

Die Stadt lenkt ein

Zwar gäbe es diesbezüglich Überlegungen, aber: „Deren Umsetzung ist hinsichtlich der Kosten und der Arbeitsleistung mit hohem Aufwand verbunden“, hieß es in einer Antwort des Dezernates für Stadtentwicklung und Bau auf eine öffentliche Anfrage der SPD-Fraktion im Stadtrat hin. Ein ganzes Straßennetz sei hiervon betroffen, vor 2019 sei eine Tempo-30-Zone deswegen nicht zu realisieren. Nun aber lenkt die Stadt ein: Um die Betroffenen „nicht mehr zu lange warten zu lassen“ kündigt Michael Jana vom Verkehrs- und Tiefbauamt nun die Einrichtung einer „temporären Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“ an, das heißt: Auf dem Abschnitt der Bernhard-Göring-Straße soll, bis es zu einer endgültigen Lösung kommt, vorübergehend Tempo 30 gelten. „Die Regelung soll so schnell wie möglich umgesetzt werden“, hieß es dazu am Freitag. Wenn auch der Zebrastreifen noch nicht in Aussicht ist, die Eltern von Kim und Helene warten jetzt gespannt darauf, dass zumindest das Tempo-30-Versprechen so bald wie möglich umgesetzt wird.

Von Anna Flora Schade

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