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Terrakotta und Glasfassade: Leipzigs City-Tunnel bekommt ein Gesicht - Besuchertag in Planung

Terrakotta und Glasfassade: Leipzigs City-Tunnel bekommt ein Gesicht - Besuchertag in Planung

Der Leipziger City-Tunnel putzt sich immer mehr heraus. Von Fußgängern in der Innenstadt unbemerkt, nehmen die Stationen unter ihnen immer mehr Gestalt an. Fassaden, Bodenfliesen und Rolltreppen sollen an den vier Haltepunkten im Untergrund bis zum Sommer verlegt und montiert sein.

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Station am Markt.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Danach erhält die Deutsche Bahn die Baustellen zurück und beginnt mit dem Einbau von Oberleitungen und Signaltechnik.

Die Station am Markt ist schon jetzt in einen warmen Terrakottaton gehüllt. Ein Großteil der 5.100 Quadratmeter Wandfläche ist mit den in Portugal gefertigten Platten verkleidet. „Jetzt fehlen nur noch die Bodenbeläge“, sagte Andreas Irngartinger, Projektleiter der bundeseigenen Gesellschaft Deges, am Montag bei einem Baustellenrundgang.

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Leipzig. Der Leipziger Citytunnel öffnet am letzten Juli-Wochenende für Besucher.  Am 28. und 29. Juli haben Interessenten nach Angaben der Bahn die Gelegenheit, mit einem speziell hergerichteten Arbeitszug zwischen 10 und 18 Uhr durch die Röhren zu fahren. Die kostenlosen Karten dafür soll vom 23. Juli an verteilt werden.

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Mit seiner warm anmutenden Optik und vor allem der Höhe, so Irngartinger, hebe sich die Station von Metro-Haltestellen in Berlin oder London ab. Die Fahrgäste stehen künftig 27 Meter unter dem Markt auf dem Bahnsteig. Die Decke schließt den Raum rund 25 Meter darüber.

Fortgeschritten ist inzwischen auch der Einbau der beiden bodentiefen Fenster auf der Zwischenebene am früheren Untergrundmessehaus. Die Edelstahlrahmen sind bereits fest verankert, in den nächsten Woche folgten die Glasscheiben.

Dahinter sollen der Deges zufolge Passanten Gelegenheit zum Verweilen haben. Rund 20 Meter über den Gleisen montieren Handwerker in den nächsten Wochen noch Treppenstufen mit Tribünensitzen für die neue Ruhezone. 

Deckenleuchten lassen sich abseilen

Während die Marktstation derzeit noch von Baulampen in mattes Licht getaucht wird, sollen dort künftig 700 Deckenleuchten strahlen. Irngartinger zufolge lassen sich die Lampen per Seilzug herunterholen und so problemlos bei einem Defekt wechseln.

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Station am Wilhelm-Leuschner-Platz.

Quelle: Dirk Knofe

Wenige hundert Meter weiter hieven Arbeiter an der Station Wilhelm-Leuschner-Platz neun Quadratmeter große mit Glasbausteinen gefüllte Elemente in die Höhe. „Während am Markt Wohnzimmeratmosphäre herrscht, zeigt sich diese Haltestelle hell und kühl“, so Irngartinger. Derzeit wirkt die Halle mit den in Metallrahmen eingelassenen Glaselementen wie ein riesiges Hochregallager.

„Wenn erst die Beleuchtung dahinter eingeschaltet ist, bekommt man einen ganz anderen Effekt“, meint Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Insgesamt werden 900 Glasrahmen an Wänden und Decke verbaut. Sie enthalten 130.000 Glasbausteine. Einen ersten Eindruck von der Optik erhalten Passanten gegenüber der Hauptfiliale der Deutschen Bank. Dort wird am Zugang zum Tunnel die Gestaltung aus dem Untergrund wieder aufgenommen.

Tag der offenen Baustelle in Planung

Interessierte Leipziger sollen sich in den nächsten Monaten auch selbst ein eigenes Bild vom Tunnel machen dürfen. Deges und Deutsche Bahn planen einen Tag der offenen Baustelle. „Wir suche gerade einen Termin dafür“, berichtet Deges-Projektleiter Irngartinger.

Auch am Hauptbahnhof und am Bayrischen Bahnhof sei der Ausbau schon weit fortgeschritten. Am Bayrischen Bahnhof ist dem Deges-Fachmann zufolge aber noch wenig zu sehen. Die Fassaden dort schütze noch eine Sicherheitsfolie. Sprayer waren trotz Bauzäunen und Bewachung von Sicherheitsfirmen mehrfach in die Tunnelröhre eingedrungen und hatten das Bauwerk mit Graffitis beschmiert. Vorsichtshalber bleibe die Verkleidung deshalb noch eingepackt.

Informationen erhalten Tunnelfans seit Montag auf neuen Tafeln am Markt-Bauzaun. Dort brachten Minister Morlok und Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, neue Schilder an. Sie zeigen das künftige mitteldeutsche S-Bahnnetz mit Fahrzeiten. „Ich bin froh, dass es nach vielen Jahren der negativen Schlagzeilen voran geht“, so Morlok. Sowohl der Eröffnungstermin im Dezember 2013 als auch die mehrfach angepassten Baukosten von inzwischen 960 Millionen Euro werden dem Minister zufolge eingehalten.

Bestellt ist Stempel zufolge auch der Fuhrpark der S-Bahn. Die Wagen produziere Bombardier in Hennigsdorf. Das Eisenbahnbundesamt prüfe derzeit die Zulassung der Waggons. Anders als bisher fahre die Bahn nicht mehr mit roten Zügen. Die neue S-Bahn ist schon beim Probebetrieb von September kommenden Jahres an mit grünen Zügen unterwegs. Der Farbton sei extra für das City-Tunnel-Netz ausgewählt worden.

Matthias Roth

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