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Lokales Teurer und acht Jahre verspätet: Paulinum-Bauarbeiten beendet
Leipzig Lokales Teurer und acht Jahre verspätet: Paulinum-Bauarbeiten beendet
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07:00 22.08.2017
Blick in die neue Aula: Markenzeichen sind die schwebenden Glassäulen. Eine Besichtigung für alle ist am Donnerstag (14-18 Uhr) möglich.  Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Das an der Stelle der 1968 gesprengten Universitätskirche errichtete neue Paulinum wird am Mittwoch übergeben. Nach der Bauabschlussfeier (ab 13 Uhr) haben die Leipziger und Gäste zunächst nur am Donnerstag (14 bis 18 Uhr) die Möglichkeit, das Paulinum zu besichtigen.

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Einblicke ins Paulinum der Universität Leipzig. Die Räumlichkeiten sollen am Dienstag feierlich eröffnet werden.

Geöffnet ist dann die fertige Aula mit den hängenden Glassäulen. Der Andachtsraum bleibt durch die Glaswand geschlossen – hier laufen noch weitere Arbeiten. Die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten der Universität sind erst vom 1. bis 3. Dezember geplant.

Die Kosten für den Endlosbau haben sich mehr als verdoppelt, wie Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) gegenüber der LVZ eingestehen muss – aus den ursprünglich veranschlagten 52,5 Millionen Euro sind inzwischen 117,3 Millionen Euro geworden. Als oberster Bauherr übernimmt Unland sowohl für den Zeitverzug als auch für die Kostenexplosion die Verantwortung. Er betont aber zugleich, dass es nach insgesamt zwölf Jahren Bauzeit gelungen sei, „das Projekt sauber zu Ende zu bringen“ – die Einstellung der Arbeiten sei keine Alternative gewesen.

Nach dem Dresdner Schloss, das mit rund 300 Millionen Euro zu Buche schlägt, ist der Leipziger Campus mit dem Paulinum der zweitteuerste Bau in der sächsischen Nachwendegeschichte. Offiziell heißt der Neubau „Paulinum, Aula und Universitätskirche St. Pauli“.

Rechtsstreitigkeiten Grund für lange Bauzeit

Der Finanzminister rechtfertigt die überlange Bauzeit unter anderem mit Rechtsstreitigkeiten mit dem Architekten, öffentlichen Auseinandersetzungen bei der Umsetzung des Großprojektes sowie Pleiten verschiedener Firmen. „Das ganze Paulinum war ein in vielerlei Hinsicht öffentliches Projekt, bei dem die unterschiedlichsten Vorstellungen aufeinander trafen. Aufgrund dieser Besonderheiten gab es sehr viele Prototyp-Entwicklungen wie die Glaswand und die Glassäulen. So etwas hatte zuvor noch keiner gebaut“, meint Unland im LVZ-Gespräch. Für ihn steht fest: „Das Paulinum ist ein spektakuläres Bauwerk.“

Die Orgel des Paulinums. Quelle: Andre Kempner

Allerdings sind immer noch nicht alle Streitpunkte geklärt: Offen ist noch, ob in dem Neubau – wie ursprünglich geplant – die Kanzel der ehemaligen Universitätskirche installiert wird. „Es wird noch einmal eine Kanzelkommission geben, die die Anbringung untersucht. Sie soll herausfinden, ob, wie und wann die Kanzel angebracht wird. Die Ergebnisse der ersten Kanzelkommission wurden ja höchst unterschiedlich interpretiert“, erklärt Unland. Als Bauherr könne er nicht allein über die Anbringung entscheiden, „weil die Kanzel Eigentum der Universität ist. Es muss eine gemeinsame Entscheidung geben.“

Regierungschef Stanislaw Tillich erwartet

Zugleich weist Unland Vorwürfe, die morgige Feier sei Wahlkampf für die CDU zurück: „Das Paulinum ist fertig und das wollen wir angemessen würdigen.“ Sachsens SPD-Generalsekretärin Daniele Kolbe spricht dagegen von einem „Affront“ gegenüber der Universität und allen Leip­zigern. „Die Voreröffnung wird hier im Stile königlicher Hofhaltung für den CDU-Wahlkampf instrumentalisiert“, kritisiert Kolbe. Bei der Feier am Mittwoch wird nicht die Uni-Rektorin Beate Schücking reden, sondern neben Regierungschef Stanislaw Tillich auch Unland sowie Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (alle CDU).

Von Andreas Debski und Andreas Tappert

Die angekündigte Umstellung der LVB-Ticket-Automaten wird konkret. Im Herbst sollen die ersten drei Geräte am Ring installiert, bis Jahresende sollen alle 112 Automaten erneuert sein. Kunden können dann auch mit EC- und Kreditkarte bezahlen.

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Gestern sickerte durch, dass ein eher kleines Immobilien-Unternehmen aus Leipzig das 5000 Quadratmeter große Grundstück mit dem 1982 errichteten Gotteshaus erworben hat. Nach LVZ-Informationen soll der Preis im siebenstelligen Bereich gelegen haben.

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Am Mittwoch findet die Bauabschlussfeier für das neue Paulinum statt. Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) spricht über den Endlosbau, der mit acht Jahren Verzögerung fertig wird und mit 117,3 Millionen doppelt so teuer wie geplant ist. Die Übergabe an die Universität erfolgt erst im Dezember.

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