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Thor Steinar in der Auslage: Proteste gegen neuen Laden im Leipziger Osten

Thor Steinar in der Auslage: Proteste gegen neuen Laden im Leipziger Osten

Gegen ein neu eröffnetes Geschäft im Leipziger Osten regen sich Proteste. In dem Laden „Fighting Catwalk“ im Täubchenweg können Kunden unter anderem Textilien der in rechtsradikalen Kreisen beliebten Marke „Thor Steinar“ kaufen.

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In Leipzig gibt es einen neuen Laden, in dem die in der rechten Szene beliebten Thor Steinar Marke Verkauf wird.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Leipzigs Initiative „Ladenschluss – Aktionsbündnis gegen Nazis“ fordert den Betreiber auf, die Marke aus dem Sortiment zu nehmen. Sie ist zwar nicht verboten, doch das „Aktionsbündnis“ sieht in dem Design von „Thor Steinar“ einen „Versuch, Neonazi-Symbolik und -Ideologie in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.“

Das Leipziger Ordnungsamt hat das Geschäft bereits seit mehreren Wochen im Blick. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben am 6. Dezember den Laden kontrolliert. Dies werde nicht bei jeder Gewerbeeröffnung gemacht, sagte Amtsleiter Helmut Loris gegenüber LVZ-Online. „In diesem Fall wurden wir jedoch durch Dritte darauf aufmerksam gemacht.“ Im Verkaufsraum seien keine verfassungsfeindlichen Symbole gefunden worden, heißt es aus der Behörde. Auflagen seien nicht erteilt worden. Dennoch überprüfe auch die Polizei regelmäßig den Laden. Zu Vorfällen sei es bisher nicht gekommen.

"Solche Läden passen nicht zu unserem weltoffenen Leipzig"

Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) hat eine klare Meinung zu „Thor Steinar“ und Geschäften, in denen Produkte dieser Marke verkauft werden: „Ich sehe in dieser Mode eine rechtsradikale, politische Äußerung. Solche Äußerungen und damit konkret solche Läden passen nicht zu unserem weltoffenen Leipzig."

Der Betreiber von "Fighting Catwalk" will sich nicht in eine politische Richtung drängen lassen. "Unser Angebot ist nicht geprägt von politischen Interessen und unterstützt in keiner Form Gruppierungen", sagt Christian Pohle, ein Kampfsportler. Wer "aus reinem Aktionismus ein Politikum schaffen" wolle, solle seinem Geschäft fernbleiben.

Wie das Bündnis „Ladenschluss“ auf seiner Internetseite mitteilte, komme es gerade im Leipziger Osten immer wieder zu rechter Gewalt. Mehrfach sei das Projekt „Atari“ im Täubchenweg und ein von Studenten bewohntes Haus in der Holsteinstraße von Rechtsradikalen angegriffen worden. Nach Angaben des Sächsischen Innenministeriums deutet vieles darauf hin, dass die so genannten „Freien Kräfte“ seit einiger Zeit einen Treffpunkt in der Wurzner Straße nutzen. Sie waren vor Kurzem aus dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße in Lindenau ausgezogen. „Freie Kräfte“ sind nach Ansicht des Verfassungsschutzes lose Verbünde von Rechtsextremen, meist Neonazis.

"An der Grenze zur Strafbarkeit“

„Thor Steinar“ ist ein 2002 in Brandenburg registriertes Unternehmen. Das Tragen der Marke war in der Vergangenheit unter anderem im Deutschen Bundestag, an der Universität Greifswald, in zahlreichen Fußballstadien und im Leipziger Studentenclub Moritzbastei verboten worden.

Nach Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes nehmen die Schriftzüge auf den Kleidungsstücken inhaltlich „Bezug auf vorchristlichen Germanen-Kult und eine glorifizierende Sicht der Wehrmacht“. Charakteristisch für das Sortiment sei ein „Spiel mit mehr oder weniger verhohlenen Andeutungen an der Grenze zur Strafbarkeit“.

Das ursprüngliche Logo des Unternehmens setzte sich aus zwei Runen zusammen. Seit 2005 nutzt „Thor Steinar“ ein abgeändertes Symbol. Dies und auch der Umstand, dass vor zwei Jahren ein arabischer Investor bei der Firma eingestiegen ist, änderten wenig an der Beliebtheit der Marke in rechtsradikalen Kreisen.

Bereits in der Vergangenheit gab es in Leipzig massive Proteste gegen „Thor Steinar“. Ein Geschäft in der Leipziger Innenstadt, das die Marke ebenfalls vertrieb, wurde 2009 geschlossen. Vorausgegangen waren zahlreiche Aktionen der „Ladenschluss“-Initiative.

Robert Berlin

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