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Lokales Tickende Zeitbomben - Veraltete Wasserkanäle in Leipzig können Havarien auslösen
Leipzig Lokales Tickende Zeitbomben - Veraltete Wasserkanäle in Leipzig können Havarien auslösen
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01:00 31.07.2013
Straßeneinbruch in der Löbauer Straße / Gorkistraße in Leipzig. Die Polizei sichert die Unfallstelle ab. Quelle: André Kempner

Auslöser war der Defekt an einem 113 Jahre alten Abwasserkanal. Eine Havarie, die nach Angaben der Kommunalen Wasserwerke (KWL) in dem veralteten Netz immer wieder passieren kann.

Der Abwasserkanal aus dem Jahr 1900 ist exakt 1,05 Meter hoch,70 Zentimeter breit - und war womöglich schon seit längerer Zeit kaputt. "Durch den Einbruch der Decke des Abwasserkanals entstand ein Hohlraum, der zu einem Einbruch der Straßendecke führte", erläuterte gestern KWL-Sprecher Thomas Flinth. "Zur Ursache lässt sich derzeit noch nichts sagen. Uns war der Schaden in der Löbauer Straße nicht bekannt. Es ist schwierig zu sagen, seit wann er bestand." Im Jahr 2012 sei die Kanalisation in der Löbauer Straße das letzte Mal mit einer Kamerabefahrung überprüft worden.

"Solche Schäden können über einen gewissen Zeitraum entstehen, ohne dass etwas bemerkt wird", erklärte auch Christoph Bock vom Verkehrs- und Tiefbauamt. "Sukzessive bilden sich Hohlräume, die immer größer werden. Und irgendwann ist die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben und die Fahrbahn bricht ein."

Genau dies wurde gestern früh drei Autofahrern zum Verhängnis. Eine Frau (24) rauschte mit ihrem Citroën in das Loch, kurz darauf ein 43-Jähriger mit seinem Skoda Octavia und der Fahrer (47) eines VW-Transporters. An allen drei Fahrzeugen seien jeweils Reifen und Felgen beschädigt worden, berichtete Polizeisprecherin Birgit Höhn. Die Besitzer von beschädigten Fahrzeugen sollten sich an die KWL wenden, sagte Sprecher Flinth auf LVZ-Anfrage. Die Fälle würden geprüft.

Mit der Reparatur des Abwasserkanals soll heute begonnen werden, die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende der Woche an. Die Löbauer Straße werde im betreffenden Bauabschnitt zwischen Gorkistraße und Volksgartenstraße einseitig gesperrt, kündigte Flinth an. Der Verkehr könne wechselseitig die Baustelle in beide Richtungen passieren.

Havarien wie diese seien selten, so Flinth. So war 2007 in der Innenstadt der Boden abgesackt, allerdings nicht durch Kanalisationsschäden. Das 2800 Kilometer lange Kanalnetz - es leitet Ab- und Regenwasser zum Klärwerk im Rosental oder einer der 24 anderen Kläranlagen - werde regelmäßig untersucht, um es instand zu halten und gegebenenfalls zu erneuern. Doch gerade die betagten Abwassersammler - 80 Jahre und älter - sind so etwas wie tickende Zeitbomben in Leipzigs Kanalisation. KWL-Mann Flinth: "Schäden wie in der Löbauer Straße können wir auch künftig nicht zu hundert Prozent ausschließen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2013

Frank Döring

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