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Lokales Tier, Herrchen und Frauchen auch im Tode vereint – Leipzig öffnet Friedhöfe für Bello & Co
Leipzig Lokales Tier, Herrchen und Frauchen auch im Tode vereint – Leipzig öffnet Friedhöfe für Bello & Co
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23:00 01.08.2017
Gemeinsame Grabstätten für Mensch und Tier sollen künftig in Leipzig möglich sein. Quelle: Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

Vielen Menschen ist ihr geliebtes Haustier im Laufe der Jahre so sehr ans Herz gewachsen, dass sie sich sehnlichst wünschen, auch im Tode mit ihm vereint zu sein. Bislang sind in Leipzig die Ruhestätten für Mensch und Tier jedoch streng getrennt. Das wird sich nun ändern.

Die Stadtverwaltung will eine Fläche am Ostfriedhof als Gemeinschaftsanlage für Mensch und Tier herrichten. Dort können dann Herrchen, Frauchen, Miez und Bello gemeinsam ihre letzte Ruhe finden. Eine Ratsvorlage mit den dafür notwendigen Änderungen der Friedhofs- und Gebührensatzung, dem Finanzierungsbedarf und den Flächenplanungen hat die Verwaltung dem Stadtrat bis 31. März 2018 angekündigt. „Die Bestattung unserer Verstorbenen ist einem steten Wandel unterzogen und zugleich ein Spiegel der Gesellschaft“, heißt es dazu im zuständigen Dezernat von Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Ausdruck dessen war beispielsweise die Einführung der Feuerbestattung 1910 oder das Aufkommen von Urnengemeinschaftsanlagen ab den 1970er-Jahren. 49 Prozent der deutschen Bevölkerung, so das Ergebnis einer Emnid-Umfrage im vorigen Jahr, begrüßen gemeinsame Mensch-Tier-Grabstätten. Leipzig orientiert sich dabei an der Stadt Görlitz, die solche Bestattungen bereits erlaubt. Wie dort, sollen diese Gräber räumlich getrennt vom restlichen Friedhof angelegt werden, mit einem separaten Zugang, um die Totenruhe der anderen Verstorbenen nicht zu stören. Denn immerhin lehnt auch knapp die Hälfte der Bevölkerung Mensch-Tier-Grabstätten ab. Außerdem sollen dort nur Urnen bestattet werden dürfen.

Die Kommunen bedienen sich dabei einer juristischen Spitzfindigkeit. Denn laut Bestattungsgesetz sind Friedhöfe nun mal nur für Menschen da. Weil Tiere aber rechtlich nicht als Lebewesen gelten, sondern als Gegenstände, können diese quasi als Grabbeilage neben einem Toten verstanden werden.

Die Grünen hatten im Frühjahr einen entsprechenden Vorstoß im Stadtrat unternommen (die LVZ berichtete). Sie wollen nun jedoch nicht mehr bis nächstes Jahr warten. Stadträtin Judith Künstler erklärte gestern, ihre Fraktion wolle bereits auf der Ratssitzung am 23. August beschließen lassen, dass die Friedhofssatzung noch in diesem Jahr geändert wird: „Denn die Entwicklung unserer Lebenswirklichkeit eilt der der Stadt voraus und wir wollen nicht das Schlusslicht sein.“

Von Klaus Staeubert

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