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Lokales Tiere im Bretschneider-Park an Sauerstoffmangel verendet - Gewässer inzwischen belüftet
Leipzig Lokales Tiere im Bretschneider-Park an Sauerstoffmangel verendet - Gewässer inzwischen belüftet
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22:35 01.02.2010
Hechte, Plötzen, Rotfedern und ein Aal werden von Mitgliedern des Anglerverbandes Leipzig tot aus dem Teich geborgen. Quelle: Wolfgang Zeyen

Dort hatten Angler und Passanten am Wochenende mehrere Teichbewohner tot aufgefunden (LVZ berichtete). Nun kommt Licht ins Dunkel des rätselhaften Sterbens.

"Durch die Parklage gelangt von Entenkot über Laub bis hin zu Müll so ziemlich alles in den Teich", erklärt gestern Matthias Kopp, Vorstand für Gewässerfragen und Umweltschutz beim Anglerverband Leipzig, der Pächter des Gewässers ist. "Das setzt sich wiederum am Boden ab und lässt das flache Wasser verschlammen." Durch den Frost der vergangenen Wochen habe sich darüber eine 25 bis 30 Zentimeter dicke Eisschicht gebildet, die verhindere, dass frische Luft in den Teich gelange. Der darauf liegende Schnee habe die Situation zusätzlich verschärft. "Denn dadurch kommt kein Licht mehr ins Wasser und die verrottenden Pflanzenteile verbrauchen den Sauerstoff."

Aber auch das übermäßige Laufen auf dem Eis ist ein Problem. "Das stört die Fische in ihrer Winterruhe, sie bewegen sich mehr als üblich und brauchen dadurch mehr Sauerstoff", weiß der diplomierte Fischereiingenieur Kopp. Wie viele Fische verendet sind und wie hoch damit der entstandene Schaden ist, könne man erst im Frühjahr sagen, wenn alles abgetaut ist. "Allein aus zwei Löchern kamen bisher 15 bis 20 tote Fische. Hauptsächlich Hechte, aber auch Barsche, Rotfedern und Plötzen." Die Kadaver würden sachgerecht entsorgt.

Auch das Amt für Stadtgrün und Gewässer sieht den Sauerstoffmangel als Ursache für das Fischsterben. "Das ist wie ein Topf, der mit einem Deckel verschlossen ist", sagt die zuständige Abteilungsleiterin für Wasserwirtschaft und Flächenmanagement, Angela Zabojnik. "Deshalb haben wir zusammen mit dem Anglerverband und der Feuerwehr eine acht Meter breite Schneise ins Eis gesägt, den Schnee auf dem Teich weggekehrt und die Oberfläche mit Wasser behandelt, damit es gefriert und wieder Licht nach unten dringen kann." Wie auch die Angler hofft Zabojnik, dass sie damit sowie durch weitere Luftlöcher einige Tiere retten könne. Die Löcher würden markiert, damit niemand hineinfalle.

Darüber hinaus sei man sich des Grundproblems in dem Teich bewusst, so Zabojnik. "Die Entkrautung steht bereits im Jahresplan, wird wegen der Laichzeit aber wahrscheinlich erst im Herbst vollzogen." Geprüft werde zudem, ob zusätzlich Sediment entnommen werden müsse. Auch für andere Teiche besteht die Gefahr des Fischsterbens - besonders für jene mit flachem Wasser in Parkanlagen. "Aber wir kämpfen um jeden Fisch", kündigt Zabojnik an.

Thomas Haegeler

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