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Lokales Tierschützer kritisieren Leipziger Zoo wegen totem Elefantenbaby
Leipzig Lokales Tierschützer kritisieren Leipziger Zoo wegen totem Elefantenbaby
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10:55 11.04.2012
Zwei Tage nach dem tragischen Tod des Elefantenbabys mehren sich Stimmen, die dem Zoo eine Mitschuld am Unglück geben. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Tierrechtsorganisation Endzoo kritisierte, dass Elefantendame Hoa außerhalb ihrer Herde im Laufstall des Elefantenhauses ihr Junges zur Welt brachte, ohne die Hilfe geburtserfahrener Mütter.

"Was wir in Leipzig seit Jahren beobachten, hat nichts mit wissenschaftlicher und schon gar nichts mit artgerechter Haltung zu tun", sagte Endzoo-Sprecher Frank Albrecht. "Hier sollten die Leipziger Tierschutzbehörden endlich reagieren und die Zucht sofort stoppen." Endzoo verweist auf die Familienverbände der in Freiheit lebenden Elefanten. Dort herrsche eine feste Bindung unter befreundeten weiblichen Individuen. Geburtserfahrene Mütter, so die Tierschützer, helfen dann unerfahrenen Müttern.

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Auch LVZ-Leser und Nutzer von LVZ-Online melden sich in Leserbriefen und Userkommentaren zu Wort. Vor allem die Versetzung des langjährigen Chef-Pflegers der Elefanten Michael Tempelhoff sorgte für Aufregung. Die Dickhäuter seien seit langem an den Betreuer gewöhnt. Der Tod des Elefantenbabys sei auch Folge dieser Stresssituation, glauben die Leser.

Der aus der MDR-Serie „Elefant, Tiger und Co.“ Bekannte Tempelhoff war Anfang März als einfacher Pfleger in die Afrika Savanne gewechselt. „Auf eigenen Wunsch“, hieß es offiziell von Seiten des Zoos. Knackpunkt für die Versetzung war nach LVZ-Informationen das Verhältnis zwischen Tempelhoff und dem Elefantenpfleger-Team. Es soll seit einiger Zeit tief gestört sein.

Der Ur-Leipziger, der im Zoo Leipzig gelernt und sich seit 25 Jahren ausschließlich um die Dickhäuter gekümmert hat, gilt als hervorragender Kenner und liebevoller Betreuer dieser Tierart. Jedoch soll es ihm an Teamführungsqualitäten mangeln. Elefantenbulle Mekong ist an „Tempis“ Seite groß geworden; er war der einzige Pfleger, der ohne Gitter direkten Umgang mit dem grauen Riesen hatte.

2010 begleitete er seinen Schützling beim Umzug nach Prag. Im gleichen Jahr half er Mekongs Sohn Voi Nam, dessen Geburt er 2002 miterlebt hatte, beim Umzug nach Heidelberg. 2008 gab Tempelhoff die Kommandos, als die hoch betagte 55-jährige Elefantenkuh Rhani eingeschläfert wurde. Tempelhoff selbst wollte sich bisher nicht äußern.

Zoodirektor Jörg Junhold verteidigte das Vorgehen bei der Niederkunft am Ostermontag. "Wir wollten auf keine Weise die Geburt beeinflussen." Für die 26 Jahre alte Hoa sollte es eine stressfreie und möglichst natürliche Erstgeburt werden, ohne Ketten. In einer Stellungnahme des Zoos hieß es zudem, das Risiko einer Gruppengeburt sei aufgrund der fehlenden natürlich gewachsenen Familienstruktur zu hoch gewesen.

Noch nicht vor liegt das Ergebnis der Obduktion des Elefantenbabys. „Wenn wir etwas wissen, teilen wir das mit“, sagte Zoo-Sprecherin Maria Saegebarth.

cz/KD/mro

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