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Tierschutzorganisationen kritisieren nach Ausbruch die Haltung von Löwen in Zoos

Trauer um Löwen Motshegetsi Tierschutzorganisationen kritisieren nach Ausbruch die Haltung von Löwen in Zoos

Der schlanke Körperbau von Motshegetsi weist auf sein zartes Alter hin. Nur 15 Monate wurde der Löwe alt. Nach seinem Ausbruch musste er am Donnerstag erschossen werden. Tierschutzorganisationen üben scharfe Kritik.

Löwe Motshegetsi (links) musste erschossen werden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es ist noch gar nicht lange her, da trauerte Leipzig, als Löwe Matadi die Stadt verließ. Als Ersatz kamen zwei junge Löwenbrüder. Nur einen Monat nach Einzug der Jungtiere trauert Leipzig jetzt um Motshegetsi. Der 15 Monate alte Etoscha-Löwe war am Morgen gemeinsam mit seinem Bruder aus seinem Gehege ausgebrochen und musste daraufhin erschossen werden.
Tierschutzorganisationen äußern nun scharfe Kritik an der Haltung von Wildtieren wie Löwen in Zoos. Eine sichere Haltung sei kaum möglich, findet die Tierschutzorganisation PETA.

PETA kritisiert: Löwenhaltung ist nie sicher

Bestimmte Tierarten – wie Großkatzen, Eisbären oder Menschenaffen – leiden besonders unter ihrer Gefangenschaft, erklärt Peter Höffken, Wildtierexperte der Tierrechtsorganisation PETA. Diese Tierarten „stellen eine permanente Gefahr für Besucher und Zoopersonal dar“ und „müssen aus den Zoos verschwinden“, fordert Höffken. Er erklärt: „Löwen haben einen natürlichen Freiheitsdrang. Durch die artwidrige Haltung in viel zu kleinen Gehegen in Zoos und Parks nutzen die Großkatzen jede sich bietende Gelegenheit, ihrem Gefängnis zu entkommen.“
PETA erläutert zudem, dass die Rechtfertigung von Artenschutz und Bildungsaufgabe von zoologischen Gärten bei Großkatzen wie Löwen kaum zieht. So können in Gefangenschaft geborene Großkatzen nicht ausgewildert werden – ihre Haltung trage also nicht zum Artenschutz bei. „Während Tiger und Löwen in freier Wildbahn ein Revier von circa 300 Quadratkilometer bewohnen, sind die Tiere in Zoo-Gefangenschaft zu einem qualvollen Leben auf wenigen Quadratmetern verdammt“, meint die Tierrechtsorganisation. „Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind dort eher die Regel als die Ausnahme.“ Deshalb würde auch der Bildungsauftrag von Zoos durch Löwenhaltung nicht erfüllt: „Die Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ihr Dasein in qualvoller, beengter Gefangenschaft fristen.“

Deutscher Tierschutzbund: „Wir brauchen eine Grundsatzdebatte"

Auch der Deutsche Tierschutzbund äußert nach dem Vorfall im Leipziger Zoo Kritik. Der Tierschutzbund lehnt zwar nicht die Zootierhaltung an sich ab, kritisiert aber vor allem die Haltung von Löwen in Zoos. Bei diesen Tieren sei eine artgerechte Haltung besonders schwierig. Die Organisation erinnert an Vorfälle mit ausgebrochenen Großkatzen in deutschen Zoos und fordert deshalb, dass die Einrichtungen über ihre Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. „Wenn die Tiere schon in Gefangenschaft gehalten werden, so müssen die jeweiligen Einrichtungen auch die notwendigen Vorkehrungen treffen, um jegliche Verletzungs- und Ausbruchgefahr auszuschließen“, findet Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er zieht aus dem Vorfall im Leipziger Zoo das Fazit: „Wir brauchen eine Grundsatzdebatte über Zoomanagement.“

Theresa Hellwig

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