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Lokales Tillich distanziert sich von Kudla – Tiefensee spricht Politikerin christliche Barmherzigkeit ab
Leipzig Lokales Tillich distanziert sich von Kudla – Tiefensee spricht Politikerin christliche Barmherzigkeit ab
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18:11 17.02.2014
Leipziger Bundestagsabgeordnete der CDU, Bettina Kudla (Archivbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nachdem sich die Politikerin am Freitag gegen eine Asylbewerberunterkunft in Gohlis ausgesprochen hatte, distanzierte sich die Union am Montag von ihr. Sachsens CDU-Parteichef Stanislaw Tillich betonte: "Die Meinung von Frau Kudla ist nicht die Meinung der sächsischen CDU.“

Wolfgang Tiefensee (SPD), Bundestagsabgeordneter und früherer Leipziger Oberbürgermeister, bezeichnete Kudlas Aussagen am Montag als skandalös. Sie halte Flüchtlinge für ein Ärgernis und stigmatisiere mit ihrer Kritik an der Unterkunft diejenigen, die christliche Barmherzigkeit am nötigsten hätten. Seiner Auffassung nach versuche Kudla, Bürger in attraktiveren Stadtteilen vor tatsächlichen oder gefühlten Beeinträchtigungen durch ein mögliches Asylbewerberheim zu verschonen. „Für Frau Kudla sind manche Leipzigerinnen und Leipziger gleicher als andere“, so Tiefensee.

Auch die Piraten konnten sich einen Seitenhieb auf Bettina Kudla nicht verkneifen: „Sie sollte wissen, dass die Idee eines Gohliser Standortes aus ihrer eigenen Partei kam“, so Werner Willeke, Parteivorsitzender in Leipzig, „nämlich vom sächsischen Innenminister Markus Ulbig.“ Er ergänzte, dass die von der Union geforderte Integration nicht funktionieren könne, wenn man Neuankömmlinge fernab der Bevölkerung unterbringe.

In einer Mitteilung vom Montagabend ergänzte Kudla ihre Kritik vom Freitag. Menschen in Not Asyl zu gewähren, sei ihr als Christin ein persönliches Anliegen. Deutschland müsse in dem Bereich seinen Beitrag leisten. Dabei gelte aber, so die CDU-Frau, „wir können nicht alle Probleme der Welt auf deutschem Boden lösen.“ Da es sich bei der in Gohlis geplanten Unterkunft um ein Erstaufnahmelager handelt, hält Kudla eine Einbindung in ein Wohnumfeld für nicht wichtig.

Weitere Hintergründe lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der Leipziger Volkszeitung.

Johannes Angermann

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