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Lokales Tod eines Dickhäuters - Geburten in Isolation auch im Dresdner Zoo Normalität
Leipzig Lokales Tod eines Dickhäuters - Geburten in Isolation auch im Dresdner Zoo Normalität
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19:42 10.04.2012
Elefantenkuh Hoa aus dem Leipziger Zoo hatte das Jungtier direkt nach der Geburt angegriffen. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Dresden

Ob totgetrampelt von der eigenen Mutter oder bereits tot zur Welt gekommen, das muss nun eine Obduktion klären. Elefantenkuh Hoa, die mit 26 Jahren das erste Mal Mutter wurde, hatte das Jungtier direkt nach der Geburt aus unerklärlichen Gründen angegriffen.

Auch im Dresdner Zoo zeigt man sich vom Tod des Elefantenbabys bestürzt. Zoodirektor Karl-Heinz Ukena warnte allerdings gestern gegenüber DNN vor vorschnellen Schuldzuweisungen. „Ich bin mir sicher, dass die Leipziger den für die dortige Situation richtigen Weg gewählt haben." Dass Elefantenkühe isoliert vom Rest der Herde gebären, sei in Zoos eine häufig praktizierte Methode, die nicht zuletzt der Sicherheit von Mutter- und Jungtier diente. Oft genug habe sie problemlos funktioniert. Zudem könne man die Situation in Leipzig nicht mit der in Dresden vergleichen.

Im Jahr 2006 war hier mit Thabo-Umasai das letzte Elefantenjunge zur Welt gekommen. Der mittlerweile sechsjährige Elefantenbulle lebt seit Sommer 2011 in den USA. Auch damals hatte Mutter Drumbo das Kalb isoliert vom Rest der Herde in einem separaten Bereich zur Welt gebracht. Jedoch waren seinerzeit Pfleger zur Stelle, die im Moment der Geburt hinzueilten, um das Jungtier aus dem unmittelbaren Umkreis der Mutter in Sicherheit zu bringen und vor eventuellen Panikreaktionen zu schützen. Dies sei nur möglich gewesen, weil das Muttertier schon immer ein vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Pflegern gehabt hatte, erklärte Ukena. Insbesondere erstgebärende Kühe reagierten bisweilen aggressiv auf die ungewohnten Stresssituation. In Leipzig sei ein Eingreifen durch Pfleger nach Angaben der Zooleitung nicht mehr möglich gewesen.

Auch im Dresdner Zoo ist nach Aussage Ukenas eine natürliche Geburt im Herdenverband aufgrund der unausgereiften Herdenstrukturen nicht möglich. Anders als in freier Natur, wo sich die Kühe gegenseitig Hilfe leisten, sind die Tiere im Zoo meist nicht miteinander verwandt. Für ein Neugeborenes kann ihr Beisein daher sogar zur Gefahr werden.

Grund genug für Tierschützer, nach dem Leipziger Todesfall die Zootierhaltung erneut massiv zu kritisieren. Die Organisation Endzoo warf dem Leipziger Zoo fragwürdige Zuchtbedingungen vor. Das Entstehen stabiler Herdenverbände sei unter diesen Umständen nicht möglich, hieß es in einer Erklärung. Der Zoo wies die Kritik zurück. Das Risiko sei bekanntermaßen hoch gewesen, so Zoodirektor Jörg Junhold, an dem Zuchtprogramm wolle man aber festhalten. Auch künftig werde man den Ablauf einer Elefantengeburt individuell festlegen.

Jane Jannke

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