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Tolle Spendenaktion: Kicker in Kenia spielen in Leipziger Trikots

Deutsche Weinkönigin im Interview Tolle Spendenaktion: Kicker in Kenia spielen in Leipziger Trikots

Tolle Aktion für Afrika: Nachwuchs-Kicker von RB und Lok Leipzig haben in einer privaten Sammlung Fußballausrüstung gespendet. Die Sachen kamen der Aktion „Wine Saves Life“ zugute, die in Msumarini (Kenia) ein Selbsthilfeprojekt unterstützt. Weinkönigin Lena Endesfelder hat die Spende übergeben – und erzählt im Interview von ihren Eindrücken.

Sie trainieren zweimal die Woche und wollen immer gewinnen: Die Kinder und Jugendlichen von Msumarini im Nordosten Kenias Jetzt spielen die Jungs auch in den Leipziger Fußball-Trikots.

Quelle: privat

Leipzig. Sie trainieren mindestens zweimal in der Woche auf einer Weide für Kühe und Ziegen, ihr Tor besteht aus zwei Holzpfosten mit einer gespannten Leine und gespielt wird meist ohne Schuhe. Aber sie wollen immer gewinnen: Die Kinder und Jugendlichen des Dorfes Msumarini in Kenia. Demnächst spielen die afrikanischen Nachwuchskicker auch in Trikots aus Leipzig – und sie wollen dazu sogar einen eigenen Verein gründen.

Trikots und Fußballschuhe von Leipziger Nachwuchsspielern

Möglich gemacht haben dies junge Fußballer aus Leipzig. In einer privaten Sammelaktion kamen unter Vermittlung und Mithilfe der LVZ jede Menge Trikots, Trainingssachen, Fußballschuhe und Torwarthandschuhe zusammen. So spendete die Nachwuchsabteilung von RB Leipzig insgesamt 60 schicke Trikots in allen Größen, die Jungs der D2-Jugend von Lok Leipzig räuberten ihre Kleiderschränke und verschenkten neben vielen Trainingssachen auch begehrte Bundesliga-Trikots sowie gut gepflegte Stollen- und Noppenschuhe und Torwarthandschuhe.

Lena Endesfelder in Afrika

Lena Endesfelder in Afrika.

Quelle: web

Die drei prall gefüllten Kartons aus Leipzig sind nun zusammen mit vielen weiteren Spenden aus ganz Deutschland in Afrika eingetroffen – in Msumarini, einem Dorf an der Nordküste Kenias, 30 Kilometer von der zweitgrößten Stadt des Landes Mombasa entfernt. Gesammelt hat die Spenden Lena Endesfelder (24), die amtierende Deutsche Weinkönigin. Sie ist Schirmherrin des Projektes „Wine Saves Life“. In dem gemeinnützigen Verein versuchen seit 2001 Weinhändler und Winzer durch verschiedene Aktionen vor allem Kinder- und Jugendlichen in aller Welt zu helfen. Ein Facebook-Aufruf Endesfelders Anfang Januar brachte die Sache mit den Fußballtrikots ins Rollen – vor wenigen Tagen war sie selbst vor Ort und übergab die Spenden (Siehe auch:Interview)

Eigene Dorfschule und Fußballteams in Msumarini

In Kenia unterstützt „Wine Saves Life“ vor allem die Dorfschule in Msumarini, dessen Bau im November 2015 durch die Spenden aus Deutschland beginnen konnte. Für die Ausbildung der Kinder, deren Grundschulbesuch im Jahr pro Kind etwa 35 bis 50 Euro kostet, werden laufend Spenden gesammelt. Weil die Kinder neben dem Büffeln aber auch gern mal gegen den Ball treten, haben sich inzwischen Mannschaften in verschiedenen Altersklassen gegründet. Mehrmals im Jahr werden auch Turniere ausgespielt, wo Teams aus der ganzen Region gegeneinander antreten. Der erste Preis: Ein neuer Fußball und ein Satz Trikots.

Künftiger Verein spielt in den Trikots von RB und Lok Leipzig

Die Freude über die Sachen aus Leipzig wird entsprechend groß sein, auch wenn die Kartons erst in diesen Tagen geöffnet werden. „Ich bitte da um Verständnis: Wir wollten die Kinder nicht auf einmal mit all den Geschenken aus Deutschland überhäufen“, sagt Weinkönigin Endesfelder. „Die Fußballsachen werden aber ganz bestimmt für großen Jubel sorgen.“

Ganz toll

Ganz toll: Die D2-Jugend von Lok Leipzig räuberte ihre Schränke.

Quelle: web
Bald spielen die Jungs in Kenia in den Trikots von RB

Bald spielen die Jungs in Kenia in den Trikots von RB.

Quelle: web

Lena Endesfelder, die im April letzten Jahres als damalige Mosel-Weinkönigin auf der Weinmesse in Leipzig zu Gast war, ist von dem Selbsthilfeprojekt in Afrika fasziniert: „Fünf Tage Kenia haben mich sehr beeindruckt, ich möchte mich auch weiterhin dort engagieren.“ Die Menschen seien unglaublich freundlich und herzlich, man werde mit offenen Armen empfangen. „Es ist die Neugierde und die Hoffnung auf Selbsthilfe. So sollen Kühe angeschafft werden, deren Milch wiederum verkauft werden kann. Außerdem wird den Menschen gezeigt, wie man einen Garten anlegt, um sich selbst zu versorgen oder die Ernte zu verkaufen.“ Und demnächst könnte hier auch der neugegründete „FC Msumarini“ auflaufen und um Turniersiege kämpfen. Gespielt werden soll dann in den Trikots der Lok- und RB-Jungs aus Leipzig – vereint in einer Mannschaft! Ein entsprechendes Foto aus Kenia wird mit Spannung erwartet.

UPDATE: Interview mit Lena Endesfelder

Wie kam der Kontakt zu dem Selbsthilfeprojekt Msumarini zustande?

Lena Endesfelder: Nach der Wahl zur Deutschen Weinkönigin am 30. September 2016 wurde ich gefragt, ob ich Schirmherrin für Wine Save Life werden möchte. Ich habe da sehr gern zugesagt, weil dieser Verein, der vorallem Spenden aus der Weinwirtschaft sammelt, ganz konkret Kinder- und Jugendprojekte unterstützt. So auch den Aufbau einer Dorfschule in Msumarini. Kurze Zeit später lernte ich Anke Trischler kennen, die als Projektmanagerin den Kontakt nach Kenia hält. Zunächst aus Jux habe ich gesagt: ,Bei deiner nächsten Reise nach Afrika komm ich mit’. Sie hat mich dann gleich beim Wort genommen.

Du warst jetzt Ende Januar dort. Wie war Dein Eindruck von den Menschen in Kenia?

Einfach toll. Ich bin in Msumarini aus dem Auto ausgestiegen und war sofort umringt. Sie haben mich ausgesprochen freundlich, sehr sehr herzlich aufgenommen. Ich war als Fremde gleich ein Freund von ihnen. Das dauerte nicht lange, und schon fragten die Kinder: Kommst Du mit zum Strand? Und ich konnte mich da auch wirklich sicher fühlen.

Wine Saves Life unterstützt in Msumarini die Dorfschule. Wie wird unterrrichtet?

Im Moment gehen 70 Kinder in die Dorfschule, die hier von der ersten bis zur achten Klasse lernen. Weitere 150 Kinder sind bereits angemeldet. Die erst vor kurzem fertig gebaute Schule ist schon jetzt wieder zu klein. Auch eine weiterführende Schule ist wichtig – damit die Ausbildung nach der 8. Klasse nicht abreißt. Wichtig ist neben dem Unterricht für die Kinder aber auch die warme Mahlzeit, die es jeden Mittag gibt.

Trotz der Unterstützung aus Deutschland wird Hilfe zur Selbsthilfe in Msumarini groß geschrieben. Wie läuft das konkret?

Zum Beispiel bei der Schulausbildung. Zwar ist das erste Schuljahr für die Eltern noch kostenfrei. Danach aber sollen sie das Schulgeld für ihre Kinder selbst bezahlen. Dazu müssen sie natürlich auch Geld verdienen. Damit das gelingt, werden verschiedene Job-Projekte angeschoben. So gibt es eine Farm und verschiedene Handwerks-Angebote. In der Schule wird zum Beispiel gerade ein Brunnen für die Wasserversorgung geschachtet. Hilfe zur Selbsthilfe gibt es auch in der Landwirtschaft: Ein Garten wurde angelegt, der von den Dorfbewohnern gepflegt wird und wo die Ernte zur Versorgung beitragen soll. Auch Kühe werden neuerdings gehalten.

Wie groß ist die Armut?

Es ist ein einfaches Leben in der Dorfgemeinschaft. Viele halten sich mit Tagesjobs über Wasser, sind zum Beispiel Fahrer von Kleinbussen oder transportieren Fahrgäste per Moped in die nächste Stadt. Es ist eine andere Kultur, aber die Herzlichkeit der Menschen steckt einfach an. Und sie sind wirklich sehr dankbar für jede Art von Hilfe.

Die Jugendmannschaften von RB und Lok Leipzig haben in einer privaten Sammelaktion Trikots, Schuhe und mehr gespendet. Was passiert mit den Sachen?

Sie werden mit Sicherheit einen großen Jubel auslösen. Wir wollten Ende Januar die Kinder nicht gleich mit allen Geschenken überfordern. Aber Fußball ist bei den Jungs der Hit! Viele rennen den ganzen Tag mit getragenen Trikots von deutschen oder anderen europäischen Top-Klubs herum, eifern ihren Stars nach. Ein Junge hat mir stolz seine Zimmerwand gezeigt, wo er jeden Fußballartikel aus der Zeitung ausgeschnitten und angeklebt hatte. Auch im Dorfzentrum, einem Gemeinschaftshaus, läuft oft Fußball im Fernsehen. Als ich da war, waren gerade die Spiele des Afrika-Cups aktuell.

Spielen also bald die Jungs in Kenia mit den Leipziger Trikots?

Klar! In den nächsten Wochen will sich dort ein Verein gründen, da kommen die Fußballsachen aus Leipzig bestimmt zum Einsatz. Gespielt wird ja jetzt schon auf einem Platz, der eigentlich eine staubige Weide ist, Eisenvierecke dienen da als Tore. Oft ist es auch kein Lederball, mit dem gespielt wird, sondern nur ein zusammengeknoteter Lumpenball.

Welches Bild wird Dir nach der Kenia-Reise vor allem in Erinnerung bleiben?

Das war die Einweihung der Dorfschule. Wir hatten mitgeholfen, das Gebäude zu schmücken, als ich einen Maler sah, der auf die Fassade Zahlen und das ABC schrieb. Und ein Bild malte, auf dem ein Nashorn mit einer Schildkröte Fußball spielte. Das hat mich so berührt, dass ich mit den Tränen kämpfen musste.

Du hast angekündigt, das Projekt auch künftig zu unterstützen. Was ist geplant?

Konkret möchte ich noch in diesem Jahr bei unserem Hoffest in Mehring Geld sammeln, vielleicht mit einem Quiz und einer Spendenbox. Mein Ziel ist es, von dem Geld eine Kuh für Msumarini zu kaufen. Dazu müssten etwa 600 bis 800 Euro zusammenkommen.

Und die nächste Reise nach Kenia wird schon geplant...?

Ja, ich will nächstes Jahr wieder hin. Möglichst wieder im Winter, da ist auf unserem Weingut nicht so viel zu tun. Ich will auch für das Projekt in meinem Freundeskreis werben. Wahrscheinlich kommt im nächsten Jahr auch eine Freundin mit, vielleicht eine Gebietsweinkönigin.

Im letzten Jahr konnten Dich Besucher der Weinmesse in Leipzig kennenlernen. Ist mal wieder ein Besuch auf einer regionalen Weinmesse in Sachsen geplant?

Es gibt noch keinen bestimmten Termin, aber wenn es Anfragen gibt: Sehr gern! Privat will ich in diesem Jahr in jedem Fall Bekannte in Dresden besuchen. Mir gefällt Sachsen....

...trotz des fremden, oft ja auch belächelten Dialekts?

Ja. Die Sachsen, die ich bisher getroffen habe, sind sehr offen gewesen. Die waren nicht irgendwie ängstlich, sondern kamen einfach ohne Scheu auf mich zu. Ich bin da immer sehr schnell ins Gespräch gekommen, das gefällt mir.

Und was kommt nach dem Jahr als „Majestät“? Volle Kraft voraus im eigenen Weinberg?

Bestimmt. Zusammen mit meiner Mutter und meiner Schwester führen wir ja unseren Familienbetrieb. Letztes Jahr habe ich mein Weinbau-Studium an der Hochschule Geisenheim beendet und habe einige Ideen, was wir in Zukunft alles machen können.

Der Titel „Deutsche Weinkönigin“ hilft sicher dabei...

...ja und nein. Natürlich lerne ich viele interessante Menschen kennen und ich werde diese Kontakte auch weiterhin pflegen. In erster Linie aber müssen unsere Weine gefallen. Kein Kunde wird unseren Wein nur kaufen, weil ich Deutsche Weinkönigin bin. Andererseits sind jetzt viele neugierig, einen Riesling oder Spätburgunder vom Weingut Endesfelder zu probieren. Diese Chance will ich nutzen und mit unserer Qualität überzeugen.

Von Olaf Majer

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