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Lokales Tonnenweise Metall gestohlen: Prozess gegen Diebesbande
Leipzig Lokales Tonnenweise Metall gestohlen: Prozess gegen Diebesbande
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00:33 29.10.2015
Das Landgericht Leipzig in der Harkortstraße. Quelle: LVZ
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Leipzig

Sie sind gelernte Friseure, Elektriker, Zimmerleute oder Schüler, stammen aus Craiova oder Timisoara. Voriges Jahr haben sie sich zusammengetan, um im großen Stil Firmen in Leipzig und Umgebung auszuplündern. Seit Montag wird sechs mutmaßlichen Profi-Dieben aus Rumänien am Landgericht Leipzig der Prozess gemacht.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten sowie weiteren bereits ermittelten oder noch unbekannten Mittätern 29 Fälle des schweren Bandendiebstahls vor. Wobei nach Erkenntnissen der Behörden die Beutezüge in wechselnder Besetzung stattgefunden haben. Ziel der Bande waren vor allem Bau-, Elektro- und Dachdeckerfirmen, aber auch metallverarbeitende Betriebe und Recyclingunternehmen. Die Bande agierte nicht nur in Leipzig und Umgebung, sondern griff auch Firmen in Thüringen an.

Einige Betriebe wurden gleich mehrfach heimgesucht. So verschwanden in der Händelstraße in Holzhausen in der Nacht zum 7. Februar 2014 2,5 Tonnen Kupfer und eine Tonne Messingteile – Gesamtschaden: rund 16 600 Euro. Am 16. April kamen hier etwa 100 Kilogramm Kupferrohre abhanden, in der Nacht zum 22. November unter anderem Maschinen und Schweißgeräte für mehrere tausend Euro. Gleich viermal versuchten sich laut Anklage Mitglieder der Bande an einem Betrieb in Hainichen. Dokumentiert sind Einbrüche am 5. und 7. Oktober sowie am 3. November und 16. November. In einem Fall klauten sie massenhaft Kupfer sowie einen VW Golf im Gesamtwert von rund 20000 Euro. In anderen Fällen legten die Täter sechs Tonnen Kupferblech beziehungsweise 500 Kilogramm Buntmetalle zum Abtransport bereit, mussten dann aber ohne Beute fliehen, weil die Alarmanlage losgegangen war. Alarm wurde auch am 15. Februar bei einer Metallbaufirma in Borna ausgelöst. Doch die Einbrecher ließen sich nicht abhalten, kehrten schon in der darauffolgenden Nacht zurück, rafften mehr als 1,8 Tonnen Kupfer im Wert von 15000 Euro zusammen, mussten dann aber erneut abhauen.

Wenn es ihnen gelang, Metall zu erbeuten, verkauften sie es schnell weiter. Staatsanwalt Ralph Hornig schilderte Montag vor Gericht einen Fall aus Markranstädt: Demnach brach die Bande am 5. November hier in einem Betrieb ein und klaute 3,5 Tonnen Kupferschrott im Wert von etwa 20 000 Euro. Zwei Tage später soll sie die Beute an einen Schrotthändler in Elstertrebnitz verkauft haben.

Allerdings war das Beuteschema der Einbrecher nach Erkenntnissen der Anklagebehörde keineswegs so eng gefasst, nicht nur auf Buntmetall beschränkt. Demnach entwendeten die Diebe am 14. April 2014 aus einer Firma für Kommunikationstechnik in Pegau 18 Smartphones und sechs Telefone sowie Tablets und Notebooks im Gesamtwert von 5650 Euro, so die Tatvorwürfe, in Delitzsch ließen sie gut eine Woche zuvor Kettensägen für knapp 3300 Euro mitgehen.

Die 2. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Dahms hat für den Prozess noch neun Verhandlungstage bis Mitte Dezember bestimmt.

Von Frank Döring

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