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Torgauer Straße: Liegt doch Giftmüll in den Hallen des VEB Galvanotechnik?

Torgauer Straße: Liegt doch Giftmüll in den Hallen des VEB Galvanotechnik?

Lagern auf dem Gelände des ehemaligen VEB Galvanotechnik womöglich doch Chemieabfälle? Das sächsische Umweltministerium musste jetzt einräumen, dass derzeit überhaupt nicht bekannt ist, was sich in den verwitterten Industrieruinen an der Torgauer Straße so alles befindet.

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Doch nicht alles harmlos? - Was tatsächlich in den Hallen des ehemaligen VEB Galvanotechnik schlummert, steht noch nicht fest, sagt Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mitte August hatte die LVZ über den Fund von fünf Fässern mit der Aufschrift "Chromsäure-Lösung" berichtet. Zudem berichteten Informanten, dass sie auf dem Gelände auch hochgiftiges Natriumcyanid und Quecksilber entdeckt hätten. Der Bericht löste noch am selben Tag eine großangelegte Giftmüll-Razzia auf dem Betriebsgelände aus, die Polizei erstattete Umweltstrafanzeige. Wenige Tage später gab das städtische Umweltschutzamt Entwarnung: Die aufgefundenen Fässer seien mit Altöl gefüllt gewesen, habe die Prüfung eines Entsorgungsfachbetriebs ergeben. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt könne "definitiv ausgeschlossen" werden.

Doch ganz so eindeutig, wie die Stadt es darstellt, scheint die Situation beim früheren Volkseigenen Betrieb (VEB) Galvanotechnik nicht zu sein. "Eine vollständige Übersicht über die in dem sehr unübersichtlichen Gelände gegenwärtig lagernden Abfälle liegt dem Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig nicht vor", so Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi (Grüne).

Nach Auskunft der Stadt hätten bis 1993 auf dem Areal etwa 770 Tonnen Chemikalien und Reststoffe gelagert. Die Entsorgung dieser Abfälle sei durch die Stadt veranlasst worden, so das Umweltministerium. Warum viele Jahre nach Auflösung der VEB Galvanotechnik dennoch womöglich giftige Abfälle auf dem Betriebsgelände lagern, wollte Lichdi wissen. "Die Ablagerung dieser Gebinde war der zuständigen Behörde bis zur Anzeige nicht bekannt", so das Ministerium.

2011 habe der heutige Eigentümer das Betriebsareal gekauft. Im Frühjahr 2012 sei ihm im Zusammenhang mit geplanten Umbauplänen vom Amt für Umweltschutz der Stadt die Notwendigkeit der Erstellung eines Abfall- und Entsorgungskonzeptes mitgeteilt worden. Im Oktober 2013 übergab der Eigentümer nach Informationen des Ministeriums der Stadt das verlangte Entsorgungskonzept. Dies sei geprüft worden, im Dezember 2013 habe die Stadt dem Eigentümer die notwendigen Ergänzungen und Änderungen mitgeteilt.

Nach dem Fund der dubiosen Chemiefässer im August dieses Jahres musste die Stadt einräumen: "Die geforderte Nachbesserung des Konzeptes liegt noch nicht vor." Die Behörde versicherte, ­nunmehr werde "die zügige Umsetzung des bereits eingeforderten Abfallentsorgungskonzeptes forciert".

Mittlerweile sei zur Erstellung eines Entsorgungskonzeptes ein Verwaltungsverfahren eingeleitet worden, berichtete das Ministerium. "Dieses Entsorgungskonzept wird auch die Inventarisierung der auf dem Gelände lagernden Abfälle beinhalten."

Ein Verwaltungsverfahren zur Beräumung sei am 21. August eingeleitet worden. Nach Informationen der Stadt lagert der Müll in Hallen auf befestigtem Untergrund. "Eine Verfrachtung von Schadstoffen in den Boden und das Grundwasser", versichert das Ministerium, "kann daher ausgeschlossen werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.09.2014

Frank Döring

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