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Lokales Torsten Bonew wird neuer Finanzbürgermeister - Knappe Mehrheit im Leipziger Stadtrat
Leipzig Lokales Torsten Bonew wird neuer Finanzbürgermeister - Knappe Mehrheit im Leipziger Stadtrat
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14:58 24.03.2010
Sozialbürgermeister Thomas Fabian (Zweiter von links) gratuliert seinem künftigen Kollegen Torsten Bonew zur Wahl zum Finanzbürgermeister. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

Er setzte sich im zweiten Durchgang mit 33 zu 30 Stimmen bei drei Enthaltungen gegen seinen Parteikollegen Christopher Profitlich durch. Auch im ersten Durchgang lag Bonew mit 33 zu 32 Stimmen vorne. Dabei gab es eine Enthaltung. Bonew hätte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der anwesenden Abgeordneten benötigt. Die hat er verpasst, deshalb war der zweite Wahlgang nötig.

"Ich will ein Finanzbürgermeister aller Fraktionen sein", sagte Bonew nach seiner Wahl. "Es wird eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe sein, die meine ganze Kraft beanspruchen wird", so der 38-Jährige.

Bonew war erneut angetreten, nachdem er am 24. Februar bei der Wahl durchgefallen war. Der Diplombankbetriebswirt, der damals als einziger Kandidat ins Rennen ging, verfehlte dabei die absolute Mehrheit knapp. Dem CDU-Haushalts- und Finanzexperten hatten zwei Stimmen zur Mehrheit gefehlt. Dennoch erklärte Bonew, der die Dresdner Bank in Oschatz leitet und an der Bankakademie doziert, erneut zur Wahl zur Verfügung zu stehen. Seit Jahren gehört der stellvertretende CDU-Fraktionschef dem Stadtrat an. Das Mitglied des Finanzausschusses ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Als Gegenkandidat hatte Stadtrat René Wiesner (Bürgerfraktion) mit Christopher Profitlich ein weiteres CDU-Mitglied vorgeschlagen. Er halte Profitlich "für den geeigneteren Kandidaten", hatte Wiesner am Dienstag der LVZ mitgeteilt. Der Dresdner Profitlich arbeitet derzeit als Referatsleiter im sächsischen Finanzministerium. Zuvor war er Referent des Leipziger Wirtschaftsbürgermeisters Uwe Albrecht (CDU).

Die Unionsfraktion (17 Mandate), der das Vorschlagsrecht zugestanden wird, hatte bereits kurz nach der gescheiterten Wahl im Februar deutlich gemacht, dass sie an Bonews Kandidatur festhalte. "Er wird alle unsere Stimmen bekommen", hatte Fraktionsgeschäftsführer Ansbert Maciejewski am Dienstag versichert. Fraktionschef Reik Hesselbarth hatte ihm auch seitens der FDP (4 Mandate) „volle Unterstützung" zugesagt.

Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze hatte vor der Abstimmung ebenfalls erklärt, er gehe davon aus, dass auch ein Großteil der Grünen-Stadträte(12 Mandate) Bonew unterstützen würden. „Eine ganze Reihe von Zustimmung für Bonew und eine große Anzahl von Enthaltungen", hatte der Fraktionschef der SPD (14 Mandate) Axel Dyck zuvor prognostiziert.

Ilse Lauter (Linke) war hingegen im Vorfeld der Ratssitzung davon ausgegangen, dass die Mehrheit ihrer Fraktion für Profitlich stimmen würde. Die Linke (17 Mandate) habe mit der Person Bonew ein Problem.

Im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit der anwesenden Stadträte erforderlich, danach genügt die einfache Mehrheit. Beobachter äußerten deshalb vor der Wahl die Annahme, dass Bonew es spätestens im zweiten Wahlgang schaffen dürfte.

Die Stelle des Finanzbürgermeisters war im Oktober durch den Wechsel von Bettina Kudla (CDU) in den Bundestag frei geworden. Ursprünglich sollte ihr Nachfolger im Januar gewählt werden. Da keine Mehrheit für Bonew absehbar war, verschob Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Wahl kurzfristig auf Februar.

Nach der gescheiterten Wahl im Februar war der Druck auf Jung (SPD) gewachsen. Die Rechtsaufsichtsbehörde forderte ihn auf, für eine unverzügliche Wiederbesetzung des Postens zu sorgen. Die Landesdirektion kritisierte, dass es dem Stadtrat nicht gelungen sei, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Der amtierende Dezernatsleiter Dirk Müller leiste zwar gute Arbeit, die Situation dürfe jedoch kein Dauerzustand sein, wie Sprecher Stefan Barton betonte.

mei/K.S./mi

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