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Toter Asylsuchender in Leipzig - Suchtberater: "Hisham Yazbek könnte noch leben"

Toter Asylsuchender in Leipzig - Suchtberater: "Hisham Yazbek könnte noch leben"

Der 40-Jährige kannte den libanesischen Asylbewerber gut, der im Mai kurz vor seinem 35. Geburtstag im Flüchtlingslager in der Torgauer Straße einsam an einer Überdosis Rauschgift starb und erst Wochen später in seinem Zimmer gefunden wurde (die LVZ berichtete).

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Jamil Jawabra war drei Jahre lang der Suchtberater des libanesischen Asylbewerbers Hisham Yazbek, der wochenlang unbemerkt tot in einem Flüchtlingsheim in der Torgauer Straße lag.

Quelle: Privat

Drei Jahre war Jawabra Yazbeks Suchtberater. "Er hatte Entzug gemacht. Wir haben uns zwei, drei Mal die Woche gesehen", erzählt Jawabra. "Ich habe immer versucht, ihn zu motivieren. Und wenn es ihm schlecht ging, bin ich mit ihm zum Arzt gegangen."

Jawabra gehörte bis 2012 einem Spezialteam von Drogenberatern an, die gezielt abhängigen Migranten Wege in das staatliche Hilfesystem ebnen sollten. Er betreute 60 Ausländer in Leipzig. 20 von ihnen, sagt er, waren echte "Hardcore-Junkies". Yazbek war einer von ihnen. "Ein schwieriger Typ. Aber das war nicht immer so." Vor zwölf Jahren sei er ihm in Leipzig das erste Mal begegnet, erinnert sich Jawabra. "Hisham spielte in unserer Fußballmannschaft, war ein guter Tormann. Damals hatte er nichts mit Drogen zu tun." Er sei wie viele andere Flüchtlinge mit großen Hoffnungen nach Deutschland gekommen. Aber je länger das Aufenthaltsverfahren dauerte, desto verzweifelter und depressiver sei er geworden. Ein Zustand, den viele Asylbewerber erleben, die in den großen Lagern leben. Dann starb seine drogenabhängige Freundin. "Solche Klienten", sagt Jawabra, "bedürfen einer besonderer Betreuung."

Der palästinensische Journalist, der vor 14 Jahren nach Deutschland kam und hier eine Ausbildung zum Sozialarbeiter machte, kümmerte sich seit 2009 um die Gruppe der arabischstämmigen Drogenabhängigen. "Man muss ihre Kultur und Mentalität verstehen, ihre Sprache sprechen, um Zugang zu ihnen zu bekommen", sagt er, "sonst funktioniert das nicht." Ikush - interkulturelle Suchtberatung - hieß das Projekt, das das Bundesgesundheitsministerium von Mitte 2009 bis 2012 in Leipzig förderte, um die Suchthilfe für Migranten zu öffnen. Die drei Spezialisten (neben Jawabra noch einer für persisch sprechende, und eine Kollegin für russischsprachige Drogenkonsumenten), die dafür engagiert wurden, begleiteten 176 Personen. Ende Juli 2012 war dann Schluss. Das Projekt lief aus, Jawabra wurde arbeitlos. Er fürchtet, dass Hisham nicht der Letzte war, der das Asylheim in der Torgauer Straße im Sarg verlässt. Drogen gehörten dort für viele zum Alltag. "Aber es gibt da zwei Asylbewerber, die sind sehr gefährdet."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2013

Klaus Staeubert

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