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Lokales Trauer im Zoo Leipzig: Keine Lebenszeichen bei ungeborenem Elefantenkalb
Leipzig Lokales Trauer im Zoo Leipzig: Keine Lebenszeichen bei ungeborenem Elefantenkalb
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11:18 10.01.2018
Elefantenkuh Thura hatte Nachwuchs erwartet - doch das Jungtier ist im Mutterleib gestorben. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Zoo Leipzig hatte abermals auf Elefantennachwuchs gehofft. Doch jetzt wird die Hoffnung enttäuscht: Bei der am Donnerstag durchgeführten Ultraschall-Untersuchung bei der hochträchtigen Elefantenkuh Thura seien keine Lebenszeichen des ungeborenen Jungtiers festgestellt worden. Das teilte der Zoo am Donnerstagmittag mit.

„Die Ergebnisse der Untersuchung sind für uns alle niederschmetternd“, sagte Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. „Mit den langwierigen Vorbereitungen und der intensiven Betreuung von Thura haben allen voran unsere Pfleger und der Zootierarzt alles getan, um optimale Bedingungen für die Geburt zu schaffen. Jetzt müssen wir abwarten und werden nicht über mögliche Ursachen spekulieren.“

Experten des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung hatten die hochträchtige Elefantenkuh regelmäßig untersucht. Seit Monaten wurden Blut- und Urinwerte des Dickhäuters kontrolliert. In der Silvesternacht entschlossen sich die Beteiligten, künftig Nachtwachen einzurichten. Da die Geburt bis heute nicht einsetzte, wurde nun eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt, "trotz der damit verbundenen Risiken für eine natürliche Geburt", hieß es aus dem Zoo. Bei der Untersuchung habe man keine Lebenszeichen beim Jungtier festgestellt. Warum die Geburt ausblieb, könne letztlich erst eine Oduktion des Elefantenkalbs zeigen.

Bis Klarheit herrscht, können noch Monate vergehen. Ein chirurgischer Eingriff, um das Elefantenbaby zu holen, sei derzeit nicht möglich. Die Blutuntersuchungen wiesen auch nicht auf Komplikationen hin, die die Tierärzte veranlassen könnten, Thura Medikamente zu verabreichen. Die Elefantenkuh müsse das Jungtier in den kommenden Monaten selbst gebären, heißt es weiter.

"Für die gesamte Mannschaft des Zoo Leipzig ist heute ein trauriger Tag", so Zoodirektor Junhold. Der Elefantentempel bleibt am Donnerstag geschlossen.

Pech mit dem Elefantennachwuchs

Der Zoo hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Pech mit seinem Elefantennachwuchs. Im vergangenen Jahr brachte Hoa ein Junges zur Welt. Das Baby lebt aber nur sechs Tage. Es begann nicht selbstständig mit der Nahrungsaufnahme. Trotz der ständigen Infusionen fehlte ihm in den letzten Stunden die Kraft, um aufzustehen. Gestiegene Harnstoffwerte im Blut deuteten darauf hin, dass seine Nieren nicht mehr richtig funktionierten. Zudem wurde Blut im Kot gefunden. „Es war ein mehrfaches Organversagen zu erwarten“, sagte Zoodirektor Jörg Junhold damals. Das junge Elefantenweibchen musste eingeschläfert werden.

Ostern 2012 war Hoa schon einmal schwanger. Die Geburt endete tragisch. „Es sah alles zunächst sehr gut aus“, sagte Junhold wenige Tage später. Die 26 Jahre alte asiatische Elefantendame wälzte sich im Sand, presste. Punkt 1 Uhr wird das Kalb am Ostersonntag geboren. „Innerhalb von Sekundenbruchteilen ging alles sehr schnell“, beschrieb Junhold die Momente danach. Mit den Hinterbeinen attackierte die Mutter ihr Neugeborenes, traf es unter anderem am Kopf. Die Pfleger waren machtlos, konnten nur zusehen. Zu gestresst und gereizt war die Mutter, als dass jemand eingreifen konnte. Erst als sich Hoa beruhigt hatte, waren die Wärter in der Lage, den leblosen Nachwuchs zu bergen.

Leipzig. Der Elefantenbulle Voi Nam ist zurück im Zoo Leipzig. Am Freitag zeigte sich das 13-jährige Tier erstmals den Besuchern im Außengehege des Elefantentempels „Ganesha Mandir“, nahm ein Bad im Pool und nutzte ausgiebig die Schlammsuhle. „Er ist zu einem sehr schönen Elefanten herangewachsen und hat eine ernorme Ausstrahlung“, freute sich auch Zoodirektor Jörg Junhold.

Problemlos verlief dagegen die Geburt von Voi Nam im Jahr 2002. Der kleine Dickhäuter-Junge war bald der Star im Zoo. Zwischenzeitlich lebte er im Heidelberg Zoo, im vergangenen Jahr kehrte der zum Mann gereifte Elefant nach Leipzig zurück.

Von Evelyn ter Vehn / Kerstin Decker

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