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Trauer und Betroffenheit – Kondolenzbuch für Lehmann-Grube

Verstorbener Ehrenbürger Trauer und Betroffenheit – Kondolenzbuch für Lehmann-Grube

Bis Freitag können die Leipziger sich in ein Kondolenzbuch für den verstorbenen ehemaligen Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube (SPD) eintragen. In der Thomaskirche ist in der nächsten Woche ein Trauergottesdienst geplant.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) trägt sich im Ratsplenarsaal ins Kondolenzbuch ein. Diese Möglichkeit haben die Leipziger noch bis Freitag zu den üblichen Öffnungszeiten des Neuen Rathauses – Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 15 Uhr.

Quelle: Kempner

Leipzig.

„Seine Art, Probleme sachpolitisch und nicht parteipolitisch zu betrachten und zu lösen, beeindruckt mich bis heute und ist Richtschnur meines Handelns“, sagt Christian Schulze: „Ich habe viel von ihm gelernt.“ Der Vorsitzende des Finanzausschusses ist einer der dienstältesten Stadträte und Mitbegründer der hiesigen SPD, die zunächst SDP hieß. Und er gehörte zu jenen, die Lehmann-Grube einst für Leipzig begeisterten. Am 19. März 1990 hatten sich die Mitglieder des Leipziger SPD-Stadtvorstandes getroffen, um die Wahlschlappe bei den Volkskammerwahlen vom 18. März auszuwerten. Für Anfang Mai waren die Kommunalwahlen anberaumt, der SPD fehlte noch ein Spitzenkandidat. An diesem Abend kam die Rede auf einen gewissen Lehmann-Grube, der von Hannover wegwollte, wie zu hören war. Nach der Sitzung machte sich der damals 16-jährige Schulz auf in seinen Lindenauer SPD-Ortsverein. Dort hatte sich ein Heimvolkshochschulkurs aus Springe bei Hannover angesagt. Und dort hörte Schulze zum zweiten Mal den Doppelnamen Lehmann-Grube. Denn Ursula Lehmann-Grube, die Ehefrau des Oberstadtdirektors von Hannover, war unter den Gästen. Schulze sprach sie an, fragte, ob sie sich vorstellen könne, dass ihr Mann in Leipzig für die SPD kandidiert. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt.

Mit dabei an jenem Abend war Thomas Mädler, der spätere SPD-Landtagsabgeordnete. „Ich erinnere mich mit Respekt und Dank an Hinrich Lehmann-Grube wie an meinen Vater“, sagt der 62-Jährige, der auch viele Jahre Präsident des Stadtsportbundes war. „Er war geradlinig, klug, konsequent, manchmal distanziert und sehr bodenständig.“ Ihm habe gefallen, dass sich Lehmann-Grube viel für die DDR in ihrer Vielfältigkeit interessiert und viele Bücher darüber gelesen habe.

Traurig über den Tod seines früheren Chefs ist auch Wolfgang Brinkel (71), lange Zeit ein enger Mitarbeiter Lehmann-Grubes. „Ich danke Gott, dass ich die Möglichkeit hatte, diesem außergewöhnlichen Menschen zu begegnen.“ Kennengelernt hat Brinkel den Verstorbenen im Spätherbst 1990. Damals war er persönlicher Referent von Stadtpräsident Friedrich Magirius, dessen Amt 1994 abgeschafft wurde. „Zunächst hatte ich den Eindruck, Lehmann-Grube sei ein eher spröder Mensch. Doch ich habe seinen trockenen Humor und seine Fähigkeit, schwierige Gesprächssituationen zu meistern, schätzen gelernt.“ Waren sie befreundet? „Er war zurückhaltend, unser Verhältnis von gegenseitigem Respekt und Sympathie geprägt“, sagt der Sozialwissenschaftler und Publizist.

Die ersten Leipziger, darunter Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), trugen sich am Montag ins Kondolenzbuch ein. Ob es eine offizielle Trauerfeier der Stadt gibt, werde mit der Familie noch besprochen, hieß es. Neben Ehefrau Ursula hinterlässt Lehmann-Grube vier erwachsene Kinder – eine Tochter, die in Südafrika lebt, und drei Söhne. Am Montag, 14. August, ab 10 Uhr wird es in der Thomaskirche einen Trauergottesdienst geben.

Von Mathias Orbeck

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