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Trauerfeier für Christian Führer: Leipziger nehmen Abschied vom Nikolaikirchenpfarrer

Trauerfeier für Christian Führer: Leipziger nehmen Abschied vom Nikolaikirchenpfarrer

Leipzig. Im Kreis seiner Familie, Verwandten und engsten Freunde ist Christian Führer am Sonntag auf dem Friedhof in Langenleuba-Oberhain bestattet worden.

Zuvor nahmen rund 1500 Menschen in der Leipziger Nikolaikirche Abschied von ihrem ehemaligen Pfarrer, der als Initiator der Friedensgebete eine der wichtigsten Akteure der friedlichen Revolution in der DDR war.

„Wir halten unsere Trauerfeier an einem ungewöhnlichen Tag, einem Sonntag“, sagte Nikolaikirchenpfarrer Bernhard Stief in Leipzig vor der Trauergemeinde. Gewählt worden sei der Sonntag, weil dieser für Führer als „Tag Gottes“ stets der wichtigste Wochentag gewesen sei. Er habe unermüdlich daran gearbeitet, „das Wort Gottes in klaren und verständlichen Worten an die Menschen weiterzutragen.“ Diese Haltung prägte auch Führers eigenes Verständnis von seiner Rolle in der friedlichen Revolution. Stief zitierte den Verstorbenen mit den Worten: "Ich bin kein Bürgerrechtler, sondern Pfarrer." Das hatte der 71-Jährige gesagt, als er ihm Ende Juni der deutsche Nationalpreis verliehen wurde.

 

 

In einem Nachruf auf ihren früheren Pfarrer hob die Nikolaigemeinde am Samstag Führers skeptische Haltung gegenüber den Mächtigen hervor. „Einer seiner prägenden Sätze war: ‚Nicht Thron und Altar gehören zusammen, sondern Straße und Altar’“, heißt es in der Abschiedsschrift des Kirchenvorstandes. „Im Vertrauen auf die Kraft Gottes und die Friedfertigkeit Jesu Christi wurden auch in schwierigsten Zeiten die Friedensgebete gehalten. Christian Führers Standhaftigkeit im Gebet und im Glauben trug wesentlich zum Gelingen der Friedlichen Revolution in Leipzig bei“, so die folgenden Worte.

 

Auch nach dem gewaltlos herbeigeführten Wandel habe der Pfarrer die Friedensgebete beharrlich weitergeführt und dabei brisante Entwicklungen wie den Irak-Krieg, aber auch Rechtsextremismus und Arbeitslosigkeit thematisiert. „Eine seiner ersten Aktivitäten nach der Wiedervereinigung Deutschlands war die Gründung der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative (KEL), deren Arbeit er bis zu seinem Ruhestand intensiv begleitete“, würdigten Superintendent Martin Henker, Pfarrer Bernhard Stief und der stellvertretende Vorsitzende Axel Schneider in der Erklärung.

An der Beerdigung in Langenleuba-Oberhain, wo Führer Kindheit und Jugend verbracht hatte, nahmen neben den Angehörigen auch zahlreiche Dorfbewohner und frühere Schulkameraden teil. Führer, der 28 Jahre lang als Pfarrer in der Nikolaikirche tätig war, erlag am Montag überraschend einer schweren Lungenerkrankung.

dpa / chg / mpu

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