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Lokales Treff für Mitfahrgelegenheiten am Leipziger Hauptbahnhof droht das Aus
Leipzig Lokales Treff für Mitfahrgelegenheiten am Leipziger Hauptbahnhof droht das Aus
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11:41 23.10.2012
Die Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes ist ein beliebter Treffpunkt für Mitfahrgelegenheiten. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Denn das Areal an der Brandenburger Straße hat sich zum Treffpunkt für Mitfahrgelegenheiten entwickelt, die wegen steigender Benzinpreise einen wachsenden Zulauf erleben. Doch nun droht das Aus für die zentrale Anlaufstelle.

Nach dem Verkauf des Busparkplatzes durch die Deutsche Bahn an eine Berliner Firma muss die Stadt nach einer Alternative suchen. Der Investor will auf der Fläche ein Bürogebäude errichten. Das trifft zwangsläufig auch die Nutzer von Mitfahrgelegenheiten. Deshalb hat die Stadtratsfraktion der Grünen nun gefordert, an einem möglichen neuen Parkplatz offizielle Stellplätze für Mitfahrgelegenheiten anzubieten. Das geht aus einem entsprechenden Antrag hervor.

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Mehrere Tausend Mitfahrgelegenheiten jede Woche

„Die Bildung von Fahrgemeinschaften leistet einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität“, heißt es in der Begründung der Grünen. „Und Fahrgemeinschaften werden in der Messestadt immer beliebter“, resümiert Simon Baumann, Sprecher der Internetplattform mitfahrgelegenheit.de. Wie beliebt das Mitfahren ist, belegen die Zahlen. So gab es allein an diesem Dienstag 459 Angebote für Fahrten von Leipzig zu Zielen innerhalb Deutschlands. Für kommenden Freitag sind derzeit bereits 1408 Angebote eingestellt.

Deshalb muss nach Ansicht der Grünen auch der neue Busparkplatz künftig die Möglichkeit bieten, von zentraler Stelle mit dem Pkw losfahren zu können. Daher begrüßt die Partei die Idee der Stadt, westlich des Hauptbahnhofs einen neuen Busparkplatz einzurichten. Dort lagen in einem Bereich die für den City-Tunnel entfallenen Außen-Bahnsteige 1 bis 5. „Dazu wird derzeit mit der Deutschen Bahn verhandelt, der das Gelände gehört“, erklärt Roland Quester, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, gegenüber LVZ-Online. Ginge es nach ihm, erhielte der neue Parkplatz auch einige Kurzzeitstellplätze für die Mitfahrer – eine Art „Parken und Mitfahren“.

Platzprobleme an der Bahnhof-Westseite

Einsteigen, bitte: Jede Woche starten mehrere tausend Mitfahrgelegenheiten am Leipziger Hauptbahnhof. Quelle: Dirk Knofe

Doch ob eine Alternative an der Westseite des Bahnhofes überhaupt groß genug wäre, um auch den zahlreichen Mitfahrern Platz zu bieten, ist ungewiss. Möglicherweise reicht der Platz nicht einmal für die Busse. „Die Bahn möchte nicht so viel von dem Gelände verkaufen, wie wir brauchen. Sie haben selbst noch Pläne dort“, erklärt Edeltraud Höfer, Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes. Deshalb kann es sein, dass letztlich nur ein Zwischenstopp für die Busse entsteht, an dem sie die Fahrgäste aussteigen lassen können. Parken würden die Fahrzeuge dann woanders.

Für Höfer hat ein neuer Busparkplatz Priorität. Die Mitfahrgelegenheiten spielen nur eine Nebenrolle, da sie auch im Moment auf dem alten Busparkplatz an der Ostseite nur geduldet werden. „Eigentlich ist es verboten dort zu stehen“, gibt Höfer zu bedenken. Die Vorstellung der Grünen von einer Park- und Mitfahrzone am neuen Standort nimmt sie zwar zur Kenntnis, aber noch nicht ernst. „Wünschen kann man sich viel. Es ist aber auch eine Kosten- und Platzfrage.“  Dennoch wolle man auch an die Mitfahrgelegenheiten denken, falls das Areal groß genug würde. In dieser Woche sollen die Gespräche mit der Bahn fortgesetzt werden.

Stadt soll für Busparkplatz Miete zahlen

Der Bereich östlich des Bahnhofes ist zwar im Besitz der Berliner Firma Aschinger, wird aber derzeit noch als Busparkplatz genutzt. Dafür muss die Stadt eigentlich eine Miete an das Unternehmen zahlen. Doch im Moment ist das nicht der Fall. In der Vergangenheit war von einer monatlichen Rate von mehr als 11.000 Euro die Rede. Das war der Stadt jedoch zu viel, wie Höfer bereits im Sommer zu verstehen gab. Nun soll über eine Rate verhandelt werden, die deutlich unter dem genannten Betrag liegt.

Aschinger darf laut dem ersten Bebauungsplan-Entwurf an der sogenannten Sachsenseite ein Gebäude errichten, in dem Platz für Verwaltung, Büros und Gewerbe ist. Wer in das Haus einziehen wird, ist noch nicht bekannt. Die Firma selbst wollte sich gegenüber LVZ-Online nicht dazu äußern. Bis der verbindliche Bebauungsplan genehmigt wird, könne es laut Höfer noch ein Jahr dauern.

Reik Anton

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