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Lokales Trend: Bibliotheks-Nutzer wollen ausleihen, aber auch Erlebnisse teilen
Leipzig Lokales Trend: Bibliotheks-Nutzer wollen ausleihen, aber auch Erlebnisse teilen
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14:13 23.02.2018
Bibliothek Südvorstadt " Walter Hofmann " in der Steinstraße 42 in Leipzig. Foto: Andre Kempner Quelle: Kempner
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Leipzig

Wer hat’s erfunden, das Teilen? Die Bibliotheken! In Leipzig wurde 1711 die Ratsbibliothek gegründet und 1832 zur Stadtbibliothek erklärt. Auch heute, knapp 200 Jahre später, ist das Ausleihen von Büchern und anderen Medien der wichtigste Grund, um in die Stadtbibliothek zu gehen – sagen 77 Prozent der Nutzer. Neu ist, dass inzwischen auch Erlebnisse sehr gern geteilt werden: 31 Prozent der Besucher kommen wegen einer Veranstaltung, seien es Erzählcafé, Comic-Tag oder Buchsommer.

„Dritter Ort“

1786 Veranstaltungen mit 46 000 Besuchern, das war 2017 rekordverdächtig. „Die Bibliothek als dritter Ort neben Wohnung und Arbeitsplatz, als Ort der Gemeinschaft, des Treffens und der Teilhabe“, nennt Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke diesen Trend. Dass sich die Ansprüche der Nutzer wandeln, hat aber eine Konsequenz – Raumgestaltung und Aufenthaltsqualität müssen sich ebenfalls wandeln. So sind in der Bibliothek Paunsdorf im Sommer 2017 die Räume verändert worden, wurden Möbel erneuert und neue Arbeitsplätze eingerichtet. Seitdem stabilisieren sich die Besucherzahlen wieder und steigen sogar an, berichtet Susanne Metz, Direktorin der Leipziger Städtischen Bibliotheken. Voraussichtlich 2020 beginnt die Sanierung der Bibliothek Südvorstadt. Im Vorfeld wurden Jugendliche befragt, wie sie sich ihre Bibliothek der Zukunft wünschen. Ihre Ideen – Hängematten als Leseplätze, naturnahe Sitzmöglichkeiten, mehr Gaming-Veranstaltungen – sollen berücksichtigt werden.

Digitalisierung

Die Digitalisierung betrifft auch die Stadtbibliotheken. Zu Beginn des Jahres sind zwei aktualisierte Online-Angebote gestartet: das E-Learning-Portal mit umfangreichen Möglichkeiten zur Weiterbildung und das Presseportal Pressreader mit über 7000 Zeitungen und Zeitschriften. Kinder können mit Bibliotheksausweis die TigerBooks-App nutzen, auf der sie ihre Lieblingshelden in mehr als 2500 interaktiven Büchern, E-Books und Hörbüchern treffen. Bei E-Books aller Art gibt es aber teilweise lange Wartezeiten bis zu einem halben Jahr, so Susanne Metz. Dennoch sie dies kein Schwerpunkt der Nutzerkritik.

Nutzerwünsche

Über eine Million Besucher haben 2017 die Städtischen Bibliotheken aufgesucht, damit ist die Nachfrage ungebrochen hoch. 127 schriftliche Beschwerden wurden eingereicht. Schwerpunkt der Kritik sind die Überziehungsgebühren. Gefolgt von dem Umstand, dass nicht alle Gebühren online bezahlt werden können, sondern die Nutzer dafür extra ins Haus kommen müssen. An einer Veränderung werde gearbeitet. Auch die Öffnungszeiten der 17 Filialen sollen perspektivisch erweitert werden, was bei der schwierigen Personalsituation jedoch eine große Herausforderung ist, wie Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke einräumt.

Ausleih-Renner

Beliebteste Titel das Jahres 2017 waren der Roman „Unterleuten“ von Juli Zeh, die „Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling als CD, die Sachbücher „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben und „Wunder wirken Wunder“ von Eckart von Hirschhausen, die Kinderbücher der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ sowie im Online-Ausleihe-Angebot „Coole Bilder mit dem Smartphone“ von Ulrich Dorn und „Schwert und Krone“ von Sabine Ebert.

Von Kerstin Decker

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