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Lokales Trostloser Spielplatz und enttäuschte Kinder am Auensee
Leipzig Lokales Trostloser Spielplatz und enttäuschte Kinder am Auensee
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23:00 16.01.2014
Cindy und Frank Dressler - mit Sohn Hannes - ärgern sich über den gesperrten Spielplatz am Auensee in Wahren. Quelle: André Kempner

Beinahe zu jeder Jahreszeit stehen Sprösslinge, ja ganze Schulklassen mit enttäuschten Gesichtern vor dem beliebten Ausflugsziel. Cindy Dressler aus der Umgebung mag das nicht länger hinnehmen. Sie geht in die Offensive.

Neulich schrieb die junge Mutter eine E-Mail an den Bürgerverein Möckern-Wahren (BV), der Cindy Dresslers Spendenaufruf-Idee auch gleich im örtlichen "Viadukt" publizierte - was immerhin 90 Euro von drei freundlichen Menschen einbrachte. Und auf Initiative von BV-Chef Roland Wächtler, für die Bündnisgrünen Mitglied im Stadtbezirksbeirat Nordwest, kam zur jüngsten öffentlichen Tagung dieses Gremiums Sabine Christiansen. Mitnichten die TV-Frau. Vielmehr die Sachgebietsleiterin Objektplanung im Amt für Stadtgrün und Gewässer. Sie kennt das Auensee-Sorgenkind bestens. "Als ich 1995 ins damalige Grünflächenamt kam, war das mein erster Planungskandidat", berichtete sie. Es sei gewissermaßen ein Spielplatz mit Tradition, es gab ihn schon zu DDR-Zeiten. Und: Ja, er sei leider arg ramponiert. "Wir wissen das schon seit zwei Jahren." Nur sei es auch so: Pro Jahr gibt's von der Verwaltung ganze 250 000 Euro, um die rund 300 öffentlichen Tummelareale in Schuss zu halten. Was den Auensee anbelangt, hatte die Stadtverwaltung zuletzt auf einen Großsponsor gehofft. Immerhin gelte für den Platz schon mal das erstrebenswerte Attribut "barrierefrei", was unbedingt beibehalten werden solle. "Aber so etwas ist dann auch aufwendiger in der Planung und Finanzierung", sagte Sabine Christiansen. Kurzum: Der Sponsor kam nicht, der Verfall schritt fort. "Eine Reparatur lohnt jetzt nicht mehr", betonte die Rathaus-Frau, der Beiratsmitglieder wie Wolfgang Parnow (CDU) in der Sitzung ein klares Bekenntnis zu dem Wahrener "Sorgenkind" abrangen.

Was die Dame vom Amt umgehend auch zu belegen suchte: "Die Vorplanung ist ja gemacht, um zumindest den Kernbereich der Anlage wieder herzurichten. Die Stadt will dafür 80 000 Euro in die Hand nehmen." Entsprechende Überlegungen heftete Sabine Christiansen gleich mal an die Wand: Die Sechseck-Schaukel, der Kletter-Mastkorb, die Hängematte - das alles sei noch brauchbar, könnte bleiben. Ein Muss in puncto Erneuerung seien das riesige Holzschiff als Hauptattraktion, sämtliche Fundamente sowie der Fallschutzkies. Kommen sollen eine Hangelstrecke und ein Rollstuhlfahrerkarussell. Die oft umlagerte Dino-Betonrutsche aus DDR-Tagen ginge aus ihrer Sicht "auch noch gerade so". Nur spiele der Tüv da nicht mehr mit, meinte Sabine Christiansen. Die Fallhöhe zwischen dem Ende der Rutsche und dem Boden entspreche nicht mehr den Vorschriften. Worauf waschechter sächsischer Pragmatismus seitens der Sitzungsgäste zu vernehmen war: "Na, da schütten'se eben ä bissel mehr Kies auf, bis die Höhe wieder stimmt!"

"Wann aber geht's los?", bohrte der Stadtbezirksbeiratschef Ralf-Michael Göhner nach. "Mitte/Ende Februar wollen wir den Entwurf machen. Die Bürger können sich mit Vorschlägen also noch einbringen", antwor- tete die Sachgebietsleiterin. "Vielleicht kriegen wir die Ausschreibung in diesem Jahr ja noch hin. Aber wie gesagt: Angepackt werden können nur die Dinge, für die das Geld reicht."

Cindy Dressler, die das Thema weiterhin beschäftigen wird, brachte im Verlauf der Sitzung eine neue Idee ein: "Wir haben in der Stadt Baumpaten und Zoopaten. Was ist mit Spielplatzpaten?"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014

Raulien, Angelika

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