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Lokales Trotz Protesten: Abriss der historischen Brühl-Fassade hat begonnen
Leipzig Lokales Trotz Protesten: Abriss der historischen Brühl-Fassade hat begonnen
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11:09 10.06.2010
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Leipzig

„Ende nächster Woche ist alles verschwunden“, sagte Abrissleiter Rico Gey gegenüber LVZ-Online.

Der letzte Abschnitt des Abbruchs erfordert zusätzliche Sicherungen, weil der Bagger sehr nahe an den Fußweg am Brühl und die Hainstraße gelangt. „Wir haben deshalb zusätzliche Posten aufgestellt, damit nichts passiert“, erklärte Gey. Seine Mitarbeiter an den schweren Geräten müssten jetzt besonders sorgsam vorgehen, damit keine großen Stücke auf die Straßen fallen oder Nachbarhäuser beschädigt werden.

Nur ein 15 Meter langer Abschnitt der Fassade wird verschont. Er soll in das geplante Parkhaus integriert werden. „Dieser Teil ist schon jetzt vom Rest fast abgeschnitten“, berichtet der Bauleiter. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass er durch die Arbeiten beschädigt werde.

Hitze mache den Abrissexperten nicht zu schaffen. „Der Baggerfahrer hat eine Klimaanlage in seiner Kabine“, so Gey. Mit einer Nebelkanone wird der Staub gebunden.

Bis zuletzt hatte eine Bürgerinitiative um den Erhalt gekämpft. "Im Rahmen des Leipziger Stadtfestes haben wir allein 2000 Unterschriften von interessierten Bürgern, aber auch Touristen aus aller Welt sammeln können", hatte Renato Bodenburg von der Initiative zu Wochenbeginn mitgeteilt.

Leipzig. Irritationen, Hoffnung, Schuldzuweisungen: Die Debatte um die Integration des historischen Fassadenstückes in den Neubau des Kaufhauses am Brühl ist neu entflammt. Renato Bodenburg von der Bürgerinitiative Kaufhaus Brühl kritisierte LVZ-Online gegenüber den Investor Management für Immobilien (Mfi) scharf.

Am Stand der Ideenwerkstatt "Sägewerkatelier" hätten viele Passanten gestoppt und sich ganz gezielt über die Entwicklung am Brühl informiert. So sei der neue Pokalsieger LFC des Leipziger Frauenfußballs komplett für den Erhalt der Steinfassade gewesen. Bodenburg: "Dadurch, ebenso wie durch die bereits erfolgten Reaktionen wird ein deutliches Verhältnis sichtbar: Zehn Prozent sprechen sich für den alleinigen Erhalt der Blechfassade, 90 Prozent für die historische Steinfassade aus. Besonders erwähnenswert ist, dass die Besucher aus den westlichen Bundesländern ohne Zögern ihre Unterschrift erteilten, selbst die jüngere Generation jener Regionen äußerte absolutes Unverständnis über den geplanten Abriss." Dennoch rückte am Donnerstag der Abrissbagger an.

Wie berichtet, soll am Brühl ein neues Einkaufszentrum für mehr als 200 Millionen Euro entstehen. Dafür wird gegenwärtig das 1908 eröffnete Kaufhaus Brühl abgerissen. Die Stadt Leipzig hatte sich dafür eingesetzt, dass sowohl die stark beschädigte Steinfassade von 1908 als auch die darüber liegende, 1968 entstandene, kunstvolle Aluminium-Ummantelung erhalten wird. Beide Fassaden stehen unter Denkmalschutz.

Das damalige Regierungspräsidium entschied aber 2008 auf Antrag des Investors MfI anders. Es erteilte eine Abrissgenehmigung für den größten Teil der Steinfassade (außer einem 15 Meter breiten Streifen am Tröndlinring). Die Architekten des Einkaufszentrums legten vor Kurzem einen Entwurf vor, der die Integration des Reststücks der historischen Fassade in die neue vorsieht. Dazu tagen am Donnerstagabend im Rathaus Vertreter von Kommune, Denkmalschutz und Investor MfI.

ahr / jr /mro

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