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Lokales Trotz Vandalismusschäden: Leipzig prüft Asyl-Standort in Dölitz-Dösen erneut
Leipzig Lokales Trotz Vandalismusschäden: Leipzig prüft Asyl-Standort in Dölitz-Dösen erneut
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11:52 22.05.2014
Blick in einen Schlafraum im Haus für Asylsuchende, Markranstädter Straße. Leipzig baut weitere Standorte für die dezentrale Unterbringung aus. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

„Angesichts der hohen Zuweisungszahlen können wir schwer darauf verzichten“, so Stadträtin Juliane Nagel.

Vandalismusschäden, schlechter Gebäudezustand – zu hohe Kosten. Mit dieser Einschätzung wollte die Verwaltung den Ausbau des Hauses in Dölitz zu den Akten legen. Statt 130.000 Euro, wie die Stadt noch im Frühjahr 2012 schätzte, wären jetzt rund eine halbe Million Euro nötig, um das Haus wieder herzurichten.

Auch zeitlich käme die Stadt wohl in Bedrängnis: Bis Anfang 2015 sollen aber schon Plätze für 60 Flüchtlinge bereitstehen. Die Immobilie im Südwesten der Stadt gehört aber noch dem Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) und muss ins Eigentum der Stadt zurück übertragen und schließlich an die Wohnungsgenossenschaft LWB durchgereicht werden. Für alle Formalitäten und Verträge sei ein weiterer Stadtratsbeschluss nötig, so die Verwaltung. Erst dann können die Bauarbeiten beginnen.

Mit dem neuen Ratsvotum muss die Verwaltung nun erneut prüfen, wie sich die Immobilie ins kleinteilige Unterbringungskonzept der Stadt einfügen könnte.

LWB soll Wohnungskontingente stellen

Gleichzeitig will die Linke die LWB als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt „stärker in die Pflicht nehmen, neue Standorte zur Verfügung zu stellen“, heißt es am Donnerstag in einer Mitteilung der Fraktion. In den kommenden Monaten bekommen die Stadträte einen Vertragsentwurf auf den Tisch, über das feste Wohnungskontingente vereinbart werden könnten. Nach neuen Schätzungen rechnet Leipzig in diesem Jahr mit der Zuweisung von rund 1300 Menschen, die Asyl suchen.

Elektrofachmarkt könnte in der Stöckelstraße bleiben

In Schönefeld hatte es anfangs Proteste gegeben, als Ende 2013 das ehemalige Fechner-Gymnasium vorübergehend als Flüchtlingsheim genutzt wurde. Später bildeten sich aber Willkommens-Initiativen, unterstützt vom örtlichen Bürgerverein. „Auch in Schönefeld ist trotz vereinzelter kritischer Stimmen viel Offenheit zu spüren“, so Juliane Nagel.

Enttäuschung herrschte bei dem Betreiber eines Elektrofachgeschäfts in der Stöckelstraße 62, weil ihm Anfang des Jahres wegen der Einrichtung des Flüchtlingsheims gekündigt wurde. Offenbar gibt es aber jetzt ein Angebot, in dem Ladenlokal zu bleiben. Nagel appelliert am Montag an den Geschäftsmann, „das Angebot der Mietvertragsverlängerung zu annähernd denselben Konditionen anzunehmen“. Dass das Modell funktionieren könne, zeige die Asyl-Unterkunft in der Georg-Schwarz-Straße 31 in Lindenau: Dort führt ein Orthopädieschumacher weiter sein Geschäft.

Evelyn ter Vehn

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