Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Tückische Kreuzung bringt Anwohner der Virchowstraße in Rage
Leipzig Lokales Tückische Kreuzung bringt Anwohner der Virchowstraße in Rage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 18.07.2016
Kreuzgefährlich ist es in der Virchowstraße/Höhe Baaderstraße. 1000 Anwohner haben zwei Petitionen unterzeichnet, die einen Umbau fordern. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig


Die Emotionen kochen auch deshalb hoch, weil es in der Stadtverwaltung offenbar eine Kommunikationspanne gab: Als sich Anwohner öffentlich darüber beschwerten, dass der Kreuzungsbereich auch deshalb so unübersichtlich ist, weil die Stadt ihre Hecken am Straßenrand und entlang der Straßenbahngleise mannshoch wachsen lasse, machte die Stadt dafür teilweise die Anwohner verantwortlich. Diese hätten die Hecken am Straßenrand zu schneiden, hieß es (die LVZ berichtete). Inzwischen scheint klar zu sein, dass sich die meisten Hecken in städtischem Besitz befinden.

Doch auch das Schneiden der Hecken löst die Probleme an der gefährlichen Kreuzung nicht: Autofahrer, die auf der Virchowstraße stadteinwärts rollen und in die Baaderstraße abbiegen wollen, können die entgegenkommenden Autos viel zu spät sehen. Wer diese Autos im letzten Moment sieht und in Straßenmitte auf den Schienen der Straßenbahn stoppt, muss mit einer heranbrausenden Straßenbahn rechnen. „Die Straßenbahnen sind hier mit über 70 Stundenkilometern unterwegs“, schildert Anwohner Klaus Höhnert. „Ich habe die Bahn mit meinem Auto eskortiert und dabei 75 Stundenkilometer gemessen.“

„Die Virchowstraße wird an dieser Stelle täglich von sehr vielen Senioren überquert, die in unser soziokulturelles Zentrum Geyserhaus kommen“, berichtet Anne Lietz, deren Zentrum in der Baaderstraße auch ein Seniorenbüro unterhält. „Es kommen auch viele Schulklassen vorbei, die über die Baaderstraße zum Schwimmunterricht in die Schwimmhalle Nord gehen. Auch Kindergartengruppen sind hier unterwegs, weil sie über die Baaderstraße in den Arthur-Brettschneider-Park wollen, um dort spazieren zu gehen.“

Anwohner wie Gesine Juettner haben deshalb in den vergangenen Monaten zwei Petitionen an den Stadtrat auf den Weg gebracht und dafür inzwischen tausend Unterschriften gesammelt. „Wir haben gemerkt, wie schnell die Stadt an der Gohliser/Ecke Springerstraße einen ampelgeregelten Übergang geschaffen hat, damit dort Kinder und Ältere über die Straße kommen können“, sagt sie. „Hier bei uns ist es noch gefährlicher.“

Viele Anwohner fordern zeitgleich mit dem Kreuzungsumbau das Einrichten einer barrierefreien LVB-Haltestelle. Die beiden vorhandenen Haltestellen hätten einen Abstand von rund 750 Metern und seien angesichts der dichten Bebauung des Viertels und des großen Anteils der älteren Bewohner zu weit entfernt.

Bei ihren Vorstößen haben Juettner & Co. im Rathaus erfahren, dass so bald keine Verbesserungen geplant sind. Frühestens im Jahr 2020 sei mit dem Bau einer Ampelkreuzung zu rechnen, hieß es. Und für den Bau einer LVB-Haltestelle fehle das Geld. „Das können wir nicht akzeptieren“, bringt Juettner die Stimmung in diesem Teil der Virchowstraße auf den Punkt. „Hier muss viel schneller etwas geschehen.“

Von Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Feierliche Einweihung: Das Immobilienunternehmen CG Gruppe feiert den Abschluss des Projekts LKG-Carré. Die ehemalige Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft wurde für rund 53 Millionen Euro zu Wohnungen, Läden und Büros umgebaut.

15.07.2016

Legida darf nicht länger Unterstellungen verbreiten, die den Leipziger Grünen-Politiker Jürgen Kasek für den brutalen Angriff auf einen ihrer Ordner verantwortlich machen. Das Gericht habe eine einstweilige Verfügung erlassen, so der Anwalt am Freitag.

15.07.2016

Nachwuchs im Leipziger Zoo: Die vom Aussterben bedrohten Amurleoparden sind Eltern geworden. Das Jungtier sei wohlauf, heißt es. Es ist der erste Nachwuchs der Raubtiere seit 2010.

15.07.2016
Anzeige