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Lokales „Überangebot an Hotels“: Leipzig bekommt fünf neue Herbergen mit mehr als 1000 Betten
Leipzig Lokales „Überangebot an Hotels“: Leipzig bekommt fünf neue Herbergen mit mehr als 1000 Betten
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07:00 21.09.2011
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Leipzig

Den bevorstehenden Hotel-Boom in Leipzig haben Branchenvertreter jetzt scharf kritisiert. Sie befürchten einen weiter steigenden Preiskampf und die Pleite kleinerer Häuser.

„Es baut sich langsam, aber sicher ein Überangebot an Hotels in Leipzig auf“, sagt Holm Retsch, Geschäftsführer des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Leipzig. „Für viele Betreiber wird es immer schwieriger, Geld zu verdienen.“ Dass in den kommenden Jahren mehr als 1000 neue Hotelbetten in Leipzig entstehen sollen, sieht er mit Sorge. Die Masse an Unterkünften sei schon jetzt zu groß, meint Retsch. So seien die Herbergen im vergangenen Jahr – trotz der Rekordzahl von zwei Millionen Touristen – nur an 24 von 365 Tagen ausgebucht gewesen.

Leipziger Unterkünfte sind deutschlandweit am günstigsten

„Wenn neue Hotels hinzu kommen, wird der Kampf in der Innenstadt noch größer, die Preise sinken“, befürchtet der Dehoga-Chef. „Und das obwohl Leipzig schon heute einer der günstigsten Hotelstandorte in Deutschland ist.“ Erst in der vergangenen Woche hatte ein Vergleich des Übernachtungs-Portals Hotels.com ergeben, dass ein Hotelzimmer in Leipzig mit durchschnittlich 67 Euro deutschlandweit so preiswert ist, wie in keiner anderen Großstadt. Unterboten wurde Leipzig nur noch von Kassel (65 Euro). Deutlich teurer sind die Hotels dagegen in Berlin (76 Euro), Hamburg (104 Euro) oder Rostock (109 Euro).

Die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM) betonte, dass von „Dumpingpreisen“ keine Rede sein könnte. Vielmehr habe Leipzig aufgrund seiner großen Hoteldichte ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. „Es gibt ein gesundes Wachstum“, sagte LTM-Sprecher Andreas Schmidt.

Die nächsten Herbergen in Leipzig sind bereits in Planung: Erst am Montag war bekannt geworden, dass der Verkauf der Alten Hauptpost von der Youniq AG an eine Projektgesellschaft der Grand City Hotels beschlossene Sache ist. Geplant ist ein Umbau zu einem modernen Hotel-, Büro und Gewerbekomplex. Die Motel-One-Gruppe will unweit des ersten Standorts in der Nikolaistraße einen Neubau mit 180 Zimmern errichten. Steigenberger baut am Tröndlinring – zwischen der Gerberstraße und dem früheren Landratsamt – ein neues Haus mit 165 Zimmern. Mit den beiden weiteren geplanten Herbergen an den Bildermuseums-Winkeln stehen insgesamt fünf Hotel-Projekte in bester Innenstadtlage in den Startlöchern.

"Hotels kämpfen ums Überleben"

In der Leipziger Innenstadt will Motel One an der Grimmaischen Straße eine zweiten Herberge errichten. Das alte Gebäude an der Ecke zur Ritterstraße (Haus Mitte) soll dafür abgerissen werden. Quelle: Wolfgang Zeyen

„Ein Bedarf in dieser Größenordnung ist nicht vorhanden“, sagt Axel Ehrhardt von der Leipziger Hotel-Alliance, die zwölf große Hotels unter einem Dach vereint. So sei die Auslastung der Häuser in den vergangenen Jahren eher gesunken. Die größeren Ketten könnten dies noch innerhalb des Unternehmens ausgleichen. „In der Privat- und Kleinhotelerie führt dies jedoch dazu, dass Unterkünfte schließen müssen und dadurch auch Arbeitsplätze verloren gehen“, erklärt Ehrhardt. „Die aktuelle Situation gibt es nicht her, dass jedes Jahr zwei neue große Hotels in Leipzig eröffnet werden.“

Auch Holm Retsch ist überzeugt, dass Leipzig mit seinen derzeit 107 Herbergen und 13.500 Hotelbetten bereits jetzt an der Obergrenze angekommen ist. „Mit 13.000 Betten sind wir aufs Jahr gerechnet immer sehr gut ausgekommen. Aber jetzt kämpfen manche Hotels ums Überleben, zumal der Sommer in diesem Jahr katastrophal war.“ Auch der erhoffte Übernachtungsboom nach der Eröffnung der Riesentropenhalle Gondwanaland im Leipziger Zoo sei ausgeblieben, berichtet der Dehoga-Chef. „Das zieht vor allem Tagesbesucher an, die der Gastronomie zugute kommen. Ein Ansturm auf die Hotels findet deshalb aber nicht statt.“

Robert Nößler

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