Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Überbelegt: Eltern der 3. Grundschule wollen erste Klasse nach Connewitz umlenken
Leipzig Lokales Überbelegt: Eltern der 3. Grundschule wollen erste Klasse nach Connewitz umlenken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 12.05.2017
Claudia Bazant und Mark Alisch ärgern sich, dass es in der 3. Grundschule besonders voll ist. Sie wollen einige künftige Erstklässler nach Connewitz umlenken. Quelle: Foto: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Im Vorjahr hat Leipzig erstmals Grundschulplätze im Waldstraßenviertel verlost. Nun appellieren Eltern schon an Eltern, auf eine andere Bildungsstätte auszuweichen. Denn viele Grundschulen sind – als Folge des Geburtenbooms – schon jetzt rappelvoll. Ein Beispiel dafür ist die 3. Grundschule in der Scharnhorststraße. An der neu gebauten Einrichtung, die ab 1. Juli offiziell Kurt-Masur-Schule heißen wird, lernen 535 Kinder in 22 Klassen. Elternvertreter beklagen, dass sie schon jetzt wenig Platz hat und überbelegt ist. So würden Garderoben fehlen, für das Mittagessen kann nicht ausreichend Zeit eingeräumt werden.

Mit den Sommerferien verlassen vier 4. Klassen die Schule – danach sollen aber zusätzlich zu den vier neuen ersten Klassen 84 Kinder hinzu kommen. Das wären dann 7 Klassen. „Wenn es tatsächlich keine Ausweichmöglichkeiten gäbe, müssten wir uns mit der Situation abfinden“, sagt Mark Alisch, stellvertretender Elternsprecher. Doch die Eltern liebäugeln mit einer Umverteilung auf die Grundschule Connewitz in der Zwenkauer Straße, die der „3.“ eine Klasse abnehmen könnte. Das wäre insofern möglich, als dass beide zu einem gemeinsamen Schulbezirk gehören. Diesen hat die Stadt Leipzig eingerichtet, um im geburtenreichen Süden mehr Spielraum zu haben. „Prinzipiell verstehen wir natürlich, dass jeder gerne einen Platz an seiner Wunschschule möchte. Aber es ist niemandem geholfen, wenn die so voll ist und mit erheblichen Einschränkungen und vielen unschönen Kompromissen zu rechnen ist“, so Alisch. Der Elternrat bittet daher Eltern, zu überdenken, ob für sie eine Ummeldung nach Connewitz möglich ist. Theoretisch wäre das machbar: „Ursprünglich sollten wir sechs erste Klassen eröffnen, jetzt sind es nur fünf“, bestätigt die Connewitzer Schulleiterin Elke Koller auf LVZ-Nachfrage.

Der Elternrat schlägt vor, die Länge des Schulweges als Verteilungskriterium heranzuziehen. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht ebenso wie das Losverfahren als sachgerecht gewertet. Bislang dürfen Kriterien wie Schulweglänge in Leipzig aber nicht angewandt werden. „Im Vorjahr haben wir diesen sogar bei jedem Schüler berechnet. Doch dann gab es Diskussionen um die Sicherheit des Schulweges“, so Heike Henschel, die Leiterin der 3. Grundschule. Ihr sei es wichtig, dass alles möglichst transparent erfolgt und das Verfahren nachvollziehbar ist. Elternvertreter Alisch: „Die Schulbehörden sind nicht willens, Verantwortung zu übernehmen.“ Sie würden „den Weg des geringsten Widerstandes“ gehen und die Schulleiter alleinlassen. Die Zeit drängt jedoch. Bis zum 16. Mai sollen die Bescheide raus, wer wo unterrichtet wird.

Ein wenig Entspannung könnte es 2018/19 geben. Dann soll die benachbarte, ehemalige Schule, die saniert wird, fertig sein. Insgesamt bleibt die Situation im Süden trotzdem angespannt. Deshalb sieht der Entwurf des Schulentwicklungsplanes vor, einen gemeinsamen Schulbezirk der 9. Grundschule Dölitz mit der Marienbrunner Grundschule zu bilden.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Bornaischen Straße soll im nächsten Jahr der letzte große unsanierte Abschnitt umgestaltet werden. Betroffen ist der Bereich zwischen der Einmündung der Bernhard-Göring-Straße am Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße.

09.05.2017

Das LVZ-Fahrradfest und das Spiel RB Leipzig gegen München werden am Wochenende bei wärmeren Temperaturen stattfinden. Untypisch ist nicht nur die aktuelle Kälteperiode für den Mai; anders als üblich wird es ausgerechnet zu den Eisheiligen wieder milder.

09.05.2017

Ende Mai geht die Leipziger App „SECmarket“ an den Start, die erstmals bundesweit einen Marktüberblick über die Sicherheitsbranche schafft. Mit schärferen Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen wachsen auch die Anforderungen an die Security. Doch die Realität sieht anders aus - die Branche ist unübersichtlich, es gibt keine einheitlichen Schulungen und Prüfungen.

12.05.2017
Anzeige