Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Überflutete Keller in Probstheida: Anwohner macht Leipziger Stadtverwaltung verantwortlich
Leipzig Lokales Überflutete Keller in Probstheida: Anwohner macht Leipziger Stadtverwaltung verantwortlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 25.06.2013
Das Regenwasser konnte ungehindert in das Haus der Familien Gersten eindringen. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

„30 Zentimeter stand das Wasser bei mir im Keller“, sagte er. Sein Haus aus den 1930er Jahren steht an der Prager Straße, kurz hinter dem Abzweig hinter der Roseggerstraße.

„Bis vor drei Jahren hatten wir noch ein funktionierendes Grabensystem“, berichtete der Anwohner. Nach der Fertigstellung des benachbarten Neubaugebietes Sonnenpark sei aber alles anders geworden. Während das Wasser aus den randvoll gefüllten Gräben einst auf angrenzende Äcker ausweichen konnte, sei dieses Areal nun versiegelt. Die Folge: Der überschwappende Niederschlag fließe nun direkt in die städtische Kanalisation, die bei Starkregen regelmäßig an ihre Grenzen stößt.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_25244]

Wasser floss auf direktem Weg zurück ins Haus

„Ich habe allein in meinem Garten innerhalb einer halben Stunde 45 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen“, so Gersten. Durch einen Abfluss im Fußboden des Kellers sei das Wasser aus der Kanalisation zurück gestaut. Auspumpen habe anfangs nichts geholfen. „Wo sollte das Wasser auch hin“, fragte der Hausbesitzer. Die herausgeleiteten Liter seien über den Gully auf direktem Wege wieder ins Haus gelangt. Bis 3 Uhr am Morgen kämpfte Gersten gegen den Regen.

Er macht nun das städtische Tiefbauamt für den Missstand verantwortlich. Anwohner hätten schon bei der Vorstellung von Bauplänen für den Sonnenpark protestiert. Inzwischen hat sich Gerster mit rund 20 Nachbarn zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen.

Tiefbauamt fordert Nachbesserung vom Investor

„Das Problem ist uns bekannt“, sagte Edeltraut Höfer, Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamts, auf Anfrage von LVZ-Online. Derzeit würden Gespräche mit dem Investor des Neubaugebiets geführt. „Beim Thema Entwässerung muss nachgebessert werden“, forderte Höfer. Nun gehe es darum, wer die Kosten übernimmt. Die Amtsleiterin hofft darauf, dass in den kommenden Wochen eine Lösung erreicht werden kann. Für solche Unwettereignisse gebe es aber nie einen hundertprozentigen Schutz, betont sie. „Dafür sind die Systeme teilweise gar nicht ausgelegt“, so Höfer.

Durch den Starkregen am Donnerstag sei im gesamten Stadtgebiet das Kanalnetz überlastet gewesen, und zwar so stark, dass auch keine Steuerungsmaßnahmen mehr etwas nützten, berichtete Thomas Flinth, Sprecher der Kommunalen Wasserwerke (KWL) Leipzig. Normalerweise hätten die KWL die Möglichkeit, im Kanalsystem das Wasser zu stauen, wo weniger Regen fällt. Damit kann das Wasser dort schneller abfließen, wo reichlich Abwasser durch die Rohre rauscht. Die Entwässerung des Wohngebiets Sonnenpark laufe aber nicht über die Kanäle der Prager Straße. "Das können wir ausschließen", so Flinth

mro/lyn/nöß

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Entwarnung am Uniklinikum Leipzig (UKL): Der Ausbruch des seltenen multiresistenten Erregers KPC konnte gestoppt werden. Massive Hygienemaßnahmen hätten zum Erfolg geführt, teilte das Klinikum am Montag mit.

24.06.2013

Nach Beginn der Vorserienproduktion des BMW i3 in Leipzig sind getarnte Testversionen auch vermehrt auf der Straße zu sehen. Am vergangenen Freitag konnte KFZ-Mechaniker Thomas Vacek eine ganze Reihe der City-Flitzer im Schkeuditzer Ortsteil Glesien fotografieren.

24.06.2013
Anzeige