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Lokales Überflutete Straßen und Keller nach Unwetter in Leipzig – Unfall auf der A14
Leipzig Lokales Überflutete Straßen und Keller nach Unwetter in Leipzig – Unfall auf der A14
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16:46 23.07.2015
Überflutete Straßen am Mittwochabend in Leipzig. Quelle: Sonni Glitzenhirn (Userfoto)
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Leipzig

Ein schweres Unwetter ist in der Nacht zum Donnerstag über die Messestadt gezogen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreichte eine erste Gewitterfront gegen 20.15 Uhr den Westen Leipzigs und bewegte sich dann mit jeder Menge Starkregen in Richtung Osten. Dabei fielen an der Messstelle in Holzhausen innerhalb einer Stunde knapp 40 Liter Niederschlag. Später bildete sich im Süden noch eine weitere Gewitterfront, die in Richtung Nordosten über die Stadt hinweg zog und weitere Regenfälle mit sich brachte.

Starkregen, Hagel, Blitz und Donner - Leipzig hat eine unruhige Nacht hinter sich. http://bit.ly/1OnHRTX DANKE für Eure Bilder - wir freuen uns über weitere Aufnahmen hier in den Kommentaren.

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Mittwoch, 22. Juli 2015

Überall in Leipzig kam es zu Überflutungen, bei Polizei und Feuerwehr stand der Notruf zwischen 21.15 Uhr und 1.30 Uhr nicht still. „Es gab eine regelrechte Wasserwand, eine Schneise von Lausen-Grünau bis nach Eutrizsch-Mockau“, erklärte Feuerwehrchef Karl-Heinz Schneider am Donnerstagmorgen gegenüber lvz.de. Die Rettungskräfte musste im Laufe des Abends 70 Mal ausrücken, um überflutete Straßen, Tiefgarafen und Keller auszupumpen. Im Stadtteil Grünau fiel ein Baum auf die Straße, musste geborgen.

Am stärksten sei vor allem der Leipziger Süden und Südwesten betroffen gewesen. „In einem Keller in der Harkortstraße stand das Wasser eineinhalb Meter hoch“, sagte Schneider. Im Klinikum St. Georg waren Teile der Patientenzimmer der Kinderstation überschwemmt, konnten bis 2 Uhr aber von den Rettungskräften wieder ausgepumpt werden. Augenzeugen berichten, dass im Leipziger Süden das Wasser zum Teil knietief auf den Straßen stand, ebenso im Musikviertel und in der Adenauerallee. Stellenweise war selbst mit dem Auto kaum mehr ein Durchkommen, hieß es.

Alles in allem kam die Messestadt trotzdem noch vergleichsweise glimpflich davon. „Für das Ausmaß des Gewitters halten sich 70 Einsätze in einer Halbmillionenstadt noch in Grenzen“, so der Feuerwehrchef. Den Südraum erwischte es dagegen schlimmer. "Die Gewitterzelle, die gegen gegen 21 Uhr über Leipzig zog, nahm erst nach der Stadt richtig Fahrt auf", sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann. An der Messstelle in Kleinbothen, unweit von Grimma, fielen binnen einer Stunde fast 50 Liter Regen.In Burkhardtsdorf (Erzgebirgskreis) wurden Oberleitungen beschädigt. Deshalb war der Bahnverkehr hier zeitweilig eingeschränkt.

Die Autobahn 14 musste nach einem schweren Unfall gegen 21.15 Uhr im Starkregen stundenlang gesperrt werden. Ein Sattelschlepper war dort beim Auffahren an der Anschlussstelle zur Autobahn 38 ins Schleudern geraten, das Fahrzeug raste an die rechte, dann an die Mittelleitplanke. Der 22-jährige Fahrer und sein 44-jähriger Beifahrer wurden schwer verletzt, mussten in Leipziger Krankenhäuser gebracht werden. Rettungs- und Bergungsarbeiten waren im Unwetter schwierig, die Autobahn 14 musste in Richtung Dresden zwischen 21.30 Uhr und 1.25 Uhr komplett gesperrt werden, in der Gegenrichtung ging es bis 0.30 Uhr nur auf einer Spur an der Unfallstelle vorbei, so die Polizei.

Grund für das Unwetter war ein kleines Tiefdruckgebiet, das sich vom Westen der Republik nach Osten über Mitteldeutschland hinwegbewegte. Damit wurde am Mittwoch auch feucht-warme Luft in die Region transportiert, die Temperaturen bis zu 32 Grad ermöglichte. Am Donnerstag bleibt es nun weitgehend trocken, neue Gewitter werden frühestens am Freitagnachmittag erwartet, so ein DWD-Experte am Morgen. Die hochsommerlich Hitze nimmt sich vorerst ein kurze Pause, das Quecksilber steigt am Tag bis auf 25 Grad.

joka / mpu

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22.07.2015
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