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Lokales Umbau der LVV-Spitze beschlossen – Leipziger Stadt-Holding bekommt neuen Energie-Chef
Leipzig Lokales Umbau der LVV-Spitze beschlossen – Leipziger Stadt-Holding bekommt neuen Energie-Chef
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14:29 10.07.2013
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sucht für die Spitze der LVV einen neuen externen Geschäftsführer - für die beiden bisherigen Stadtwerke-Chefs wird es damit eng. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Und hat neben dem – vom KWL-Prozess getrübten – Jahresabschluss der städtischen Holding mit 60 Millionen Euro Verlust einen Beschluss im Gepäck. Jung soll für die neue LVV-Spitze einen externen Energie-Geschäftsführer suchen – ein Schlag für die beiden Stadtwerke-Chefs Thomas Prauße und Raimund Otto.

„Ich wurde heute vom Aufsichtsrat damit beauftragt, die Suche nach einem neuen externen Geschäftsführer mit hohem Energie-Sachverstand aufzunehmen“, erklärt der Oberbürgermeister. Er ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der LVV, unter deren Dach Stadtwerke, Verkehrsbetriebe (LVB) und Wasserwerke (KWL) vereint sind. Mit den neuen Personalplanungen soll der Umbau von einer Finanz-Holding zu einer Management-Holding 2014 Konturen annehmen.

Stadtwerke-Chefs müssen um Posten bangen

„Ich stelle mir künftig ein Dreier-Gremium an der Spitze vor“, so Jung. „Die anderen beiden Positionen werden innerhalb der LVV besetzt.“ Neben dem bisherigen KWL-Geschäftsführer Volkmar Müller, dessen bis März 2014 laufender Vertrag wohl verlängert wird, könnte auch LVB-Chef Ulf Middelberg in die neue Führungsriege aufrücken. Fest steht: Für den zum 31. März 2014 in Ruhestand gehenden LVV-Chef Josef Rahmen muss ein Nachfolger gefunden werden – und der soll nun von außerhalb geworben und mit Kompetenz im Energie-Bereich ausgestattet werden.

Die beiden Stadtwerke-Chefs, zwischen denen es hinter den Kulissen Spannungen geben soll, waren bei der Pressekonferenz nicht anwesend. Prauße sei wegen Urlaubs, Otto wegen Krankheit entschuldigt, so Rahmen. Ob der neue LVV-Spitzenmann auch die Geschäftsführung der Stadtwerke übernimmt, ist offenbar noch nicht entschieden. Jung: „Zum genauen Einsatz gibt es verschiedene Optionen.“ Praußes Vertrag beim kommunalen Energieversorger läuft noch bis Ende August 2014, Otto ist bis März 2015 gebunden. Einer von beiden könnte durch die neue Personalplanung nun seinen Posten verlieren.

17,6 Millionen Euro LVV-Gewinn – aber nur auf dem Papier

Geht 2014 in den Ruhestand: Josef Rahmen, Chef des Stadtkonzerns LVV. Quelle: André Kempner

Im operativen Bereich erzielten die Stadtwerke 2012 einen neuen Rekord. 74,5 Millionen Euro Gewinn steuerten sie zur Gesamtbilanz der LVV bei – ein Großteil davon fließt in die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Bei der LVV insgesamt stand 2012 ein Überschuss von 17,6 Millionen Euro zu Buche, auf dem Papier wandelt sich dieser jedoch wegen der Folgen des KWL-Prozesses in ein Minus von 60,7 Millionen Euro.

Grund sind Rückstellungen in Höhe von 77,6 Millionen Euro, die nach Niederlage im ersten KWL-Verfahren am Leipziger Landgericht gegen die Landesbank Baden-Württemberg im Juni bei der LVV gebildet wurde. Die KWL haben gegen das Urteil bereits Berufung eingelegt und gehen nach wie vor davon aus, dass die von Ex-Geschäftsführer Klaus Heininger eingefädelten Verträge unwirksam sind, das Geld also nicht gezahlt werden muss.

Mehr zur Bilanz der LVV finden Sie hier.

Robert Nößler

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