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Lokales Umbenennung Leuschner-Platz: Positives Echo von den Fraktionen in Leipzig
Leipzig Lokales Umbenennung Leuschner-Platz: Positives Echo von den Fraktionen in Leipzig
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15:38 17.07.2015
Der Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig: Er soll ab 2013 „Platz der Friedlichen Revolution“ heißen. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

"Große Freude" signalisierte Axel Dyck von der SPD, Ursula Grimm von den Christdemokraten sieht die Bemühungen ihrer Fraktion bestätigt. Ilse Lauter von den Linken bedauerte, dass der Name Leuschners, ein Opfer des Nazi-Regimes im Dritten Reich, an dieser zentralen Stelle verschwinde.

Mit der doppelten Anbindung durch City-Tunnel- und Straßenbahn-Haltestelle rückten der neue Name und das geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal ganz deutlich ins öffentliche Bewusstsein, sagte Axel Dyck weiter. LVB-Sprecher Frank Dietze sagte auf Anfrage von LVZ-Online, dass von der LED-Anzeigen über die Ansagen in den Bahnen bis zu den Internet-Informationen eine Reihe von Änderungen nötig würden, "und da kommt bestimmt noch mehr dazu", meinte er. Zu den Kosten konnte Dietze noch nichts sagen.

Michael Burgkhard von der Bürgerfraktion findet den langen Namen "Platz der Friedlichen Revolution" sprachlich holprig, und zeigte sich deshalb skeptisch, ob die Bezeichnung von der Bevölkerung auch so akzeptiert werde. Inhaltlich fände er die Entscheidung für die Umbenennung des Leuschner-Platzes OK.

Zurückhaltend äußerte sich Wolfram Leuze von den Grünen. "Ich bin froh, dass es nun vor dem 9. Oktober eine klare Entscheidung gibt", sagte der Fraktionschef zu den Plänen und mit Blick auf die Errichtung des Einheits- und Freiheitsdenkmals. Durch den Bau des Denkmals werde der neue Name für den Leuschner-Platz nachvollziehbar, sagte FDP-Fraktionschef Reik Hesselbarth. Er stehe den Plänen deshalb grundsätzlich positiv gegenüber.

Bedeutung Leuschners würdigen

An die Bedeutung Wilhelm Leuschners erinnerte Linke-Fraktionschefin Lauter. Der Gewerkschafter und Sozialdemokrat kämpfte im Dritten Reich gegen die Nazis und hielt Kontakte zur Widerstandsgruppe des ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters Carl Friedrich Goerdelers. 1944 wurde Leuschner in Berlin-Plötzensee von den Nazis hingerichtet.

Im Leipziger Stadtrat wurde in der Vergangenheit diskutiert, ob nur ein Teil des heutigen Leuschner-Platzes eine neue Bezeichnung bekommen könnte. Damit würde ein Leuschner-Platz in direkter Nachbarschaft zum Platz der Friedlichen Revolution erhalten bleiben. In der Beschlussvorlage, die die Stadträte im November beraten, ist dagegen von Vorschlägen zur Verwendung des Namens Wilhelm Leuschner als Straßenname die Rede. Wie Leuschner nun im öffentlichen Raum präsent bleiben wird ist völlig offen.

Eine Umfrage unter den Nutzern der Facebook-Seite von LVZ-Online ergab ein eindeutiges Stimmungsbild zur Umbenennung des Leuschner-Platzes: Eine breite Mehrheit ist gegen die Umbenennung in "Platz der Friedlichen Revolution".

Leipziger sehen Einheitsdenkmal skeptisch

Der Leipziger Stadtrat entscheidet im November über die Umbenennung. Quelle: André Kempner

Die Umbenennung des Platzes war im Stadtrat seit längerem im Zusammenhang mit der Errichtung eines Einheits- und Freiheitsdenkmals ein Thema. Das Denkmal soll bis zum 9. Oktober 2014 stehen, pünktlich zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Finanziert wird der Ort der Erinnerung durch fünf Millionen Euro vom Bund und 1,5 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen. Trotz positivem Stadtratsvotum im Mai wird das Einheits- und Freiheitsdenkmal von vielen Bürgern Leipzigs abgelehnt.

Die Stadt Leipzig bestätigte, dass die Ausschreibung für den Gestaltungswettbewerb des Denkmals in kürze starten könne. Strenge Formalien müssten eingehalten werden, so etwa eine Veröffentlichung im Europäischen Ausschreibungsblatt. Über die Details und nächsten Schritte will die Stadt die Öffentlichkeit am kommenden Freitag informieren.

Umfrage: Das sagen die Leipziger zur Umbenennung:

Evelyn ter Vehn

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