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Lokales Umfangreiche Straßensperrungen zu Silvester – Polizei kündigt Alkoholverbot an
Leipzig Lokales Umfangreiche Straßensperrungen zu Silvester – Polizei kündigt Alkoholverbot an
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16:22 29.12.2009
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Leipzig

Die Verantwortlichen der Stadt und der Polizei reagieren mit einem Maßnahmepaket, das Ausschreitungen verhindern soll. Dennoch sagte Polizeipräsident Horst Wawrzynski am Dienstag: „Wir müssen mit Gewaltexzessen rechnen.“

Gut vorbereitet fühlen sich die Entwickler des Maßnahmepakets. „Schließlich haben wir im vergangenen Jahr damit gute Erfahrungen gemacht. Zu größeren Ausschreitungen kam es nicht“, resümierte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Deswegen bot die Taktik von 2008 die Grundlage für die diesjährige Strategie.

„Zum einen wollen wir bestimmte Einrichtungen so vorbereiten, dass die Gefährdung minimal ist. Das betrifft Telefonzellen, Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel, verwahrloste Grundstücke und ungesicherte Gehwegplatten“, so Rosenthal. Den potenziellen Randalierern sollen wenig Möglichkeiten geboten werden, Straßensperren zu errichten oder Gegenstände als Wurfgeschosse zu missbrauchen. „Die zweite Stütze ist ein Verkehrskonzept, bei dem Straßen punktuell gesperrt werden, damit Rettungswege offen gehalten werden.“

Die Sperrungen sollen zu unterschiedlichen Zeiten erfolgen. So wird der Bereich Richard-Lehmann-Straße/Kochstraße, Kochstraße/Eichendorffstraße, Kochstraße/Scheffelstraße und Windscheidstraße/Selneckerstraße ab 21 Uhr nicht mehr befahrbar sein. Ab 22 Uhr sind die Prinz-Eugen-Straße/Bornaische Straße sowie die Meusdorfer Straße/Bornaische Straße gesperrt. Die Richard-Lehmann-Straße/Windscheidstraße ist ab 23 Uhr zu. Gleiches gilt für die Richard-Lehmann-Straße/Karl-Liebknecht-Straße. Ab 23.10 Uhr sind die Bornaische Straße/Meusdorfer Straße, Bornaische Straße/Wiedebachplatz und Arno-Nitzsche Straße/Bernard-Göring-Straße dicht. Als letztes trifft es dann um 23.30 Uhr die Bereiche Wolfgang-Heinze-Straße/Brandstraße und Koburger Straße/Auffahrt zur B2. Erst nachdem die Stadtreinigung alle Spuren der Silvesternacht beseitigt hat, werden die Abschnitte für den Straßenverkehr wieder frei gegeben.

Ordnungsamtschef Helmut Loris wies darauf hin, dass die 21 Baustellen im Umfeld des Connewitzer Kreuzes ebenfalls abgesichert sein werden. Dazu werden leerstehende Häuser versperrt und 20 bis 30 Glascontainer vorübergehend entfernt. Diese sollen am 2. Januar wieder aufgestellt werden. Loris betonte, dass die Vorbereitungen „mit großem Einverständnis der Beteiligten“ erfolgen. Darunter 150 Gastronomen und viele Geschäftsinhaber, denen geraten wurde, ihre Schaufenster möglichst zu vernageln. Die Wirte werden ihre Freisitze in der Silvesternacht wegräumen. Außerdem dürfen sie durch eine Allgemeinverfügung zwischen Donnerstag 20 Uhr und Freitag 6 Uhr keinen Alkohol zum Mitnehmen verkaufen.

„Für uns ist das keine große Einbuße, denn die Verfügung betrifft nicht unser Kerngeschäft“, sagt Luise Weber, Mitarbeiterin der Südbrause am Connewitzer Kreuz, gegenüber LVZ-Online. Kioskbetreiber Eckhardt Kohl hält von der geplanten Maßnahme wenig. „Das bringt gar nichts. Wer Alkohol will, bekommt ihn auch.“ Stattdessen schlägt Kohl vor, am Silvesterabend eine öffentliche Feier in Connewitz zu veranstalten, „In Berlin-Kreuzberg gibt es zu solchen Anlässen große Volksfeste. Wenn wir so etwas auch hier in Leipzig hinbekommen würden, wäre es für Randalierer sicher schwieriger“, so der Ladenbetreiber.

Auch Jasmine Schwarze vom Kiosk in der Wolfgang-Heinze-Straße sieht  das Verkaufsverbot für Alkohol skeptisch. „Damit erreicht man nur das Gegenteil. Letztes Jahr haben hier auf der Straße ein Sessel und ein Container gebrannt. Das Alkoholverbot gab es auch damals schon.“

Mahmud Hussein, der seinen Imbiss in der Bornaischen Straße auch am Silvesterabend öffnen wird, begrüßt die Regelung. „Es ist besser, wenn sich die Leute nicht betrinken. Ich glaube, dass durch ein Alkoholverbot Ausschreitungen verhindert werden können“, so Hussein.

Für die angemeldete Demonstration am Mittwoch gilt das Alkoholverkaufsverbot nicht. Erwartet werden zu der Kundgebung unter dem Motto „Ich lass mich doch hier nicht verarschen!“ etwa 300 Teilnehmer. Organisator der Veranstaltung, die zwischen 18 Uhr und 24 Uhr stattfindet, ist das Ladenschlussbündnis.

Polizeipräsident Horst Wawrzynski weiß trotz aller Vorbereitungen um die Gefahr einer Eskalation und hat dabei auch die Demo im Blick. „Wir werden die Aktion mit dem nötigen Fingerspitzengefühl begleiten“, kündigte er an. Zu den Vorkehrungen in der Silvesternacht sagte er: „Es ist traurig, dass wir solche Maßnahmen ergreifen müssen, um eine friedliche Silvesternacht möglich zu machen. Wir sind auf alles vorbereitet und werden Straftaten nicht dulden.“

Reik Anton/Robert Nößler

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