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Lokales Umfrage: Weniger Leipziger planen Elternzeit - wirtschaftliche Situation als Grund
Leipzig Lokales Umfrage: Weniger Leipziger planen Elternzeit - wirtschaftliche Situation als Grund
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23:59 30.05.2013
Immer mehr Eltern in Leipzig wollen ihre Sprösslinge immer früher in die Krippe geben. (Symbolfoto) Quelle: dpa

Das ergab eine Befragung des Amtes für Statistik und Wahlen, an der sich von Februar bis Dezember vergangenen Jahres 717 Mütter und Väter Leipziger Neugeborener beteiligt haben.

"Nur noch jede 17. Frau will für mindestens zwei Jahre Elternzeit nehmen", sagte die Leiterin des Statistikamtes, Ruth Schmidt, am Donnerstag. Im Jahr davor war es noch jede siebente, die eine längere Auszeit vom Job plante.

Ein Grund für den schnelleren beruflichen Wiedereinstieg könnte in der wirtschaftlichen Situation der Eltern nach der Geburt ihres Kindes liegen. 43 Prozent plagen finanzielle Ängste. Jede dritte Mutter fürchtet einen schlechteren Start in den alten Beruf. Im Durchschnitt gehen die Befragten davon aus, aufgrund des Nachwuchses monatlich 385,90 Euro weniger in der Haushaltskasse zu haben. Nur Geringverdiener spekulieren darauf, dass ihnen nach der Geburt aufgrund staatlicher Leistungen mehr Geld zur Verfügung stehen wird.

In Leipzig gibt es derzeit 21.610 Krippen- und Kindergartenplätze, 2500 neue Kita-Plätze sollen bis Jahresende entstehen. Engpässe, die nicht zuletzt durch den ab 1. August geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Krippenkinder ab einem Jahr entstehen könnten, will die Stadt auch über die 2556 Plätze bei Tagesmüttern abfedern.

Allerdings bevorzugen nach der aktuellen Elternbefragung drei Viertel der Familien einen Krippenplatz. Nur 13 Prozent würden ihr Kind einer Tagesmutter anvertrauen. Immer mehr Kinder sollen auch länger als acht Stunden betreut werden.

Mehr als drei Viertel der Eltern kritisieren fehlende Betreuungsplätze und das mangelhafte Platzvergabesystem. Für die Auswahl einer Kita ist qualifiziertes Personal und eine gute Erreichbarkeit zu Fuß den Eltern am wichtigsten. Als positiv bewerten sie Informationsangebote wie das Leipziger Familienbüro, dessen Inanspruchnahme binnen kurzer Zeit von elf auf 40 Prozent stieg. Hinsichtlich des Wohnumfeldes herrscht eine große Zufriedenheit mit dem Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr, mit Parks, Grünanlagen sowie Spielplätzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Klaus Staeubert

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