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Lokales Umland zieht weniger Leipziger an
Leipzig Lokales Umland zieht weniger Leipziger an
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00:29 03.03.2018
Im vergangenen Jahr zog es erstmals wieder weniger Leipziger in die Landkreise Leipzig und Nordsachsen. Die Großstadt verliert allerdings imm noch Einwohner an die beiden Nachbarn, Doch 2016 war die Abwanderung noch deutlich stärker.
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Leipzig

Seit Jahren zieht Leipzig aus den meisten Kommunen in Deutschland mehr Menschen an, als aus Leipzig dorthin abwandern. Statistiker nennen das einen positiven Wanderungssaldo. Im Jahr 2014 registrierten sie zum ersten Mal überrascht, dass es zwei Landkreise gibt, in die mehr Leipziger zogen als von dort ins Stadtgebiet wechselten – den Landkreis Leipzig und den Landkreis Nordsachsen. Die beiden Nachbarkreise der Großstadt Leipzig zogen in den folgenden Jahren immer mehr Messestädter an, in der Regel Menschen, die sich dort ein preiswertes Grundstück für ein Einfamilienhaus erwarben oder günstig einmieteten. Seit einigen Tagen ist klar: Dieser Trend ins Umland ist seit 2017 wieder deutlich rückläufig.

Nordsachsen stark betroffen

Die Abwanderung in die beiden Umlandkreise hatte drei Jahre lang richtig an Fahrt gewonnen. Während Leipzig von 2006 bis 2013 auch in diesen Gebieten ein Wanderungsplus erzielt hatte, waren 2014 erstmals 117 Personen mehr aus Leipzig in den Landkreis Nordsachsen gezogen als umgekehrt. Im Jahr 2015 kletterte dieser für Leipzig negative Wanderungssaldo auf 226 Menschen (+ 93 Prozent); 2016 sogar auf 627 Personen (+ 177 Prozent). Doch im vergangenen Jahr flachte sich der Trend erstmals wieder deutlich ab: 2017 zogen nur noch 190 Leipziger mehr in den Kreis Nordsachen als umgekehrt – im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 69 Prozent.

Im Landkreis Leipzig spielt sich eine ähnliche Entwicklung ab. Auch von dort zog es zwischen 2006 und 2013 mehr Menschen in die Großstadt als in die umgekehrte Richtung; 2014 setzte zum ersten Mal eine Trendwende ein – damals siedelten erstmals 156 Leipziger mehr in diesen Nachbarlandkreis um als in die Gegenrichtung. Im Jahr 2015 schnellte dieser aus Leipziger Sicht negative Wanderungssaldo auf 663 Personen in die Höhe (+ 325 Prozent); 2016 gab es erneut einen drastischen Anstieg auf 1031 Menschen (+ 55 Prozent). Doch im vergangenen Jahr erlebte diese Entwicklung einen deutlichen Einbruch: Wie die neuesten Zahlen des Amtes für Statistik und Wahlen belegen, verringerte sich der negative Wanderungssaldo erstmals wieder auf nur noch 719 Personen – im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 30 Prozent.

In Leipzigs Neuem Rathaus vermutet Statistiker Peter Dütthorn, dass diese Entwicklung mit den gestiegenen Preisen für Grundstücke und Mieten in den beiden Nachbarkreisen zusammenhängen könnte. Offenbar seien die Preisdifferenzen nicht mehr ganz so attraktiv wie noch vor einigen Jahren, meint er. Für beide Gebiete spreche aber nach wie vor die gute Anbindung an die Großstadt Leipzig. Wer dort wohne, sei schnell in Leipzig und könne so die Vorteile der Großstadt nutzen, sagt er.

Saalekreis profitiert erstmals

Dies gilt auch für Leipzigs Nachbarkreis in Sachsen-Anhalt – den Saalekreis. Er hat laut der jüngsten Statistik im Jahr 2017 erstmals einen positiven Wanderungssaldo gegenüber Leipzig erzielt: 116 Leipziger zogen mehr dorthin als von dort zuwanderten. Im Jahr zuvor war das Verhältnis noch umgekehrt: 2016 kamen aus dem Saalkreis noch 22 Menschen mehr nach Leipzig als aus der Stadt dorthin zogen.

Die in Leipzig besonders schnell steigenden Grundstücks- und Mietpreise bremsen offenbar auch den Zuzug in die Stadt ab. So hat sich Leipzigs positiver Wanderungssaldo gegenüber Halle an der Saale im vergangenen Jahr fast halbiert: Kamen 2016 noch 603 Menschen mehr von dort an die Pleiße als umgekehrt, so waren es 2017 nur 356 Personen – ein Rückgang um 40-Prozent. Auch die Zuwanderung aus Chemnitz ging 2017 zurück – statt einem Plus von 389 Personen (2016) gab es nur noch ein Plus von 342 Personen, was einem Rückgang von zwölf Prozent entspricht. Ähnlich war es beim Zuzug aus dem Burgenlandkreis – lag Leipzigs positiver Wanderungssaldo dort im Jahr 2016 noch bei 105 Menschen, so waren es 2017 nur noch 70 (- 33 Prozent). Aus dem Altenburger Land ging Leipzigs positiver Wanderungssaldo von plus 158 auf plus 103 zurück, was einem Minus von 34 Prozent entspricht.

Zuzug aus Dresden

Die steigende Attraktivität der Stadt lockt allerdings immer noch Menschen aus vielen Gegenden an. So zogen 2017 zum Beispiel aus Dresden unter dem Strich 476 Menschen mehr nach Leipzig als in die umgekehrte Richtung, im Jahr zuvor betrug das positive Wanderungssaldo „nur“ 403 Personen (+ 18 Prozent). Auch aus dem Landkreis Mittelsachsen (+ 93 Prozent), dem Erzgebirgskreis (+ 66 Prozent) und Städten wie Zwickau (+ 39 Prozent), Jena (+ 28 Prozent), Meißen (+ 328 Prozent) oder dem Vogtlandkreis (+ 127 Prozent) ist der Zustrom 2017 deutlich gewachsen.

Von Andreas Tappert

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