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Lokales Umleitungschaos in Leipzigs Südwesten
Leipzig Lokales Umleitungschaos in Leipzigs Südwesten
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08:14 10.10.2016
Die beiden bisherigen Umleitungen für die Antonienstraße sind auf der Karte mit Orange und Blau eingezeichnet. Seit Donnerstag ist nur noch die nördliche Route (orange) befahrbar.  Quelle: Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

Wer dieser Tage auf Leipzigs Straßen unterwegs ist, muss nicht lange auf die erste Baustelle warten. Gleich mehrere größere Projekte sorgen auch noch in den nächsten Wochen für Sperrungen und Umleitungen des Straßenverkehrs (die LVZ berichtete). Dass mancherorts dringend etwas ausgebessert werden muss, weiß auch Peter Schubert. Der Rentner aus Kleinzschocher ist regelmäßig mit dem Auto in der Stadt unterwegs und kennt den Zustand der Straßen gut. Für die aktuelle Situation im Südwesten Leipzigs hat er jedoch kein Verständnis.

Seit einigen Monaten muss der 78-Jährige wegen der Arbeiten an der Antonienbrücke auf dem Weg Richtung Stadt eine südliche Umleitung fahren. Unter anderem verlief sie über die Schönauer Straße und den Bahnübergang in der Gerhard-Ellrodt-Straße Richtung Westen (siehe Karte). Genau dieser Bahnübergang ist seit Donnerstag wegen Gleisarbeiten auch unbefahrbar. Mit der Sperrung wurde ebenso eine neue Umleitung für die Gerhard-Ellrodt-Straße ausgeschildert. Diese führt unter anderem über die Lützner Straße nach Norden zur Gleisunterquerung am S-Bahnhof Plagwitz und über die Gießerstraße wieder südlich nach Kleinzschocher. Wer einen Blick auf den Stadtplan wirft, stellt fest, dass diese Route und die nördliche Umleitung für der Antonienstraße fast identisch sind. Eine alternative Südumgehung steht vorerst nicht mehr zur Verfügung. Für Peter Schubert, der den Weg mehrfach in der Woche auf der Rückfahrt vom Sport zurücklegt, ist das völlig unverständlich: „Warum konnten die Arbeiten nicht beginnen, wenn die Baustelle in der Antonienstraße zumindest teilweise fertiggestellt ist?“

Deutsche Bahn baut in Eigenregie

Verständnis hat Klaus Barthel vom Verkehrs- und Tiefbauamt für die Verärgerung von Peter Schubert. Jedoch seien der Stadt in diesem Fall die Hände gebunden. Grund für die Sperrung des Bahnübergangs in der Gerhard-Ellrodt-Straße sind Arbeiten an der Gleisabdeckung – eine Maßnahme, die von der Deutschen Bahn in Eigenregie durchgeführt werde. Die betroffene Stelle gehört zum Eigentum des Unternehmens. Grundsätzlich versuche die Stadt zwar alle Arbeiten abzustimmen, um unnötige Belastungen für den Verkehr zu vermeiden. Jedoch sei dies nur möglich, wenn keine Gefahr in Verzug ist. Dieser Fall sei am Bahnübergang jedoch eingetreten. „Die Situation lässt sich mit einer Havarie vergleichen. Lange kann man da nicht warten“, erklärt Barthel die spontane Maßnahme.

Dass es bei einem so umfangreichen und langfristigen Projekt wie der Antonienbrücke zu Überschneidungen mit dringenden kleineren Maßnahmen kommt, ließe sich ohnehin nur schwer vermeiden. Auch deshalb stellte Barthel fest: „Da müssen wir jetzt durch!“

Ein wenig Hoffnung gibt es für Autofahrer wie Peter Schubert trotzdem. Die Bahn plant, ihre Arbeiten in der Gerhard-Ellrodt-Straße bis zum Sonnabend abzuschließen. Im Umfeld der Antonienstraße ist hingegen noch bis Ende des Jahres mit Behinderungen zu rechnen.

Von Anton Zirk

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