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Umsatz verdreifacht: Leipziger Investmentmarkt im Höhenflug

Erstes Quartal 2016 Umsatz verdreifacht: Leipziger Investmentmarkt im Höhenflug

Nach dem sehr guten Jahr 2015 setzt Leipzigs Gewerbe-Immobilienmarkt seinen Höhenflug fort. Bei den Investments gab es im ersten Quartal 2016 einen neuen Rekord: 308 Millionen Euro wurden nach Angaben des Maklerhauses BNP Paribas Real Estate in diesem Segment umgesetzt.

Immer mehr Anleger investieren ihr Geld in Leipziger Geschäftshäuser. Zum Beispiel wurde das neue Primark-Haus neben der Blechbüchse erst im März für 78 Millionen Euro an den französischen Versicherungskonzern Axa verkauft.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Nach dem Spitzenjahr 2015 setzt Leipzigs Markt für Gewerbe-Immobilien seinen Höhenflug fort. Bei den Investments gab es im ersten Quartal 2016 einen neuen Rekord: 308 Millionen Euro wurden nach Angaben des Maklerhauses BNP Paribas Real Estate in diesem Segment umgesetzt. Ein besseres erstes Quartal sei noch nie registriert worden, so der Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter Stefan Sachse. „Hauptursache ist ein im Vergleich zum Vorjahresquartal fast dreimal höheres Transaktionsvolumen bei den Einzeldeals im Gesamtumfang von 297 Millionen Euro.“ Von Januar bis März wechselten gleich 21 große Einzelhandels- und Büroobjekte, Geschäftshäuser oder Hotels den Besitzer: zum Beispiel der Ratzelbogen in Grünau, das Avarto-Gebäude am Martin-Luther-Ring oder das künftige Melia-Hotel am Dittrichring.

Alles überstrahlten jedoch zwei andere Abschlüsse. Wie berichtet, haben die Projektentwickler um die Düsseldorfer Centrum-Gruppe das neue Primark-Haus auf der Hainspitze an den französischen Versicherungsriesen Axa verkauft. Die Spezialisten von BNP setzen hier nun 78 Millionen Euro als Preis an. Demnach müsste die Investitionssumme für den schicken Neubau wohl etwas nach unten korrigiert werden. Die Projektentwickler hatten anfangs von über 90, zeitweise auch mal von etwa 80 Millionen Euro gesprochen. Ganz sicher darf man aber davon ausgehen, dass Centrum das Ensemble auf der Hainspitze mit Gewinn veräußert hat.

Ebenfalls herausragend war der Eigentümerwechsel beim Technischen Rathaus an der Prager Straße. Dieses reine Büroobjekt, welches Leipzigs Stadtverwaltung noch bis Ende 2025 angemietet hat, ging für 57 Millionen Euro an das Berliner Unternehmen TLG Immobilien. BNP war dabei als Investmentmanager für den Verkäufer (ein internationaler Finanzunternehmen) tätig, stellte Sachse anderslautende Meldungen klar. „Es ist gewissermaßen der Ritterschlag für Leipzigs Büromarkt“, sagte er. Schließlich würden die Käufer mit dem Erwerb ihre Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass sich ein solches Objekt selbst dann vermieten ließe, wenn die Stadtverwaltung dort zum Vertragsende auszieht.

Insgesamt liege Leipzigs Investmentmarkt nun klar auf Rang 8 in Deutschland – hinter Köln und Stuttgart, aber eindeutig vor vergleichbaren Halb-Millionen-Städten wie Hannover, Nürnberg, Bremen oder Dresden. Der „starke Auftakt“ könnte für 2016 wieder zu einem neuen Rekord führen – nach dem Spitzenwert von 1,16 Milliarden Euro (mit Logistik-Flächen) im zurückliegenden Jahr.

Bei den hiesigen Büroflächen habe sich der deutliche Abbau des Leerstands – seit 2007 wurden die ungenutzten Flächen mehr als halbiert – im ersten Quartal 2016 fortgesetzt. Mit 332 000 Quadratmetern sank die Leerstandsquote um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert auf 8,9 Prozent, führte Sachse aus.

Die größte Büro-Anmietung tätigte die Mercateo AG. Der Internet-Großhändler für Geschäftskunden (deutsche Standorten in München, Köthen, Leipzig sowie weitere zehn in Europa) hat sich auf Vermittlung von BNP 3100 Quadratmeter im modern gestalteten Timonhaus am Neumarkt 20 gesichert. Auch die Ipoque GmbH, ein zur Rohde & Schwarz Company gehörender Internetdienstleister und bisher im Schrödter-Haus ansässig, will weiter wachsen. Mit 2400 Quadratmetern mietete Ipoque die letzten drei freien Etagen im City-Hochhaus am Augustusplatz an. 1400 Quadratmeter in der Strohsack-Passage an der Nikolaistraße nutzt künftig die Universität Leipzig, so Sachse.

Von Jens Rometsch

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