Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Umstrittener Freefight-Event in Leipzig – politische Parolen nicht erlaubt

Demonstration geplant Umstrittener Freefight-Event in Leipzig – politische Parolen nicht erlaubt

Aufgrund angeblicher Verstrickungen ins rechtsradikale Milieu wollen mehrere Hundert Menschen am Samstag gegen eine Freefight-Veranstaltung im Kohlrabizirkus demonstrieren. Der Eigentümer des Gebäudes pocht auf Neutralität.

Demonstrantion nach dem rechten Überfall auf Connewitz im Januar 2016.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  Seit Wochen mehren sich wieder einmal Proteste gegen eine Freefight-Veranstaltung in Leipzig. Neben Stellungnahmen im Netz, Flyern und Plakaten wurde dazu auch eine Demo beim Ordnungsamt angezeigt. Diese soll am Samstag ab 17 Uhr vom Connewitzer Kreuz bis in die Nähe des Kohlrabizirkus führen, wo der umstrittene Event am selben Abend stattfinden soll. Grund für den Protest sind die angeblichen Verstrickungen von Teilnehmer und –Mitveranstalter der Freefight-Veranstaltung ins rechtsradikale Milieu.

So behauptet die Initiative „Rechte Netzwerke zerschlagen“, dass einige der Kämpfer beim anstehenden „Imperium Fighting Championship“ auch Anfang Januar am Überfall auf den alternativen Leipziger Stadtteil Connewitz teilgenommen hätten. Die Polizei konnte damals 200 Personen festsetzen, nach Angaben des Innenministeriums kamen die Randalierer aus den Hooligan-Szenen regionaler Fußballvereine. Jeder dritte der Täter war aber auch nachweislich schon als rechtsextrem registriert. Initiativen-Sprecherin Laura Ende zeigte sich entsprechend enttäuscht, dass die Vermieter des Kohlrabizirkus trotz der vermeintlichen Verstrickungen der Freefighter ihre Haltung nicht überdacht hätten.

Veranstaltung wird stattfinden – Kohlrabizirkus pocht auf Neutralität

Wie es auf Anfrage von LVZ.de aus dem Kohlrabizirkus hieß, kam eine Absage der Veranstaltung tatsächlich nicht in Frage. Als Begründung wird dabei politische Neutralität und Ausgewogenheit angeführt. „Nach Abstimmung mit dem Veranstalter und der Stadtverwaltung haben wir entschieden, dass die Veranstaltung stattfinden wird. Wir haben schließlich eine Vielzahl von Events im Kohlrabizirkus – von Wave-Gotik-Treffen bis zum Nachtflohmarkt – da können wir keine Unterschiede machen und mit verschiedenem Maß messen“, so ein Vertreter des Eigentümers.

Um die Ausgewogenheit des Kohlrabizierklus zu verdeutlichen, erinnerte der Sprecher auch daran, dass bis vor kurzem noch ein Fitness- und Box-Club im Gebäude ansässig war, der vor allem von der linken Szene genutzt wurde. Das „8 Weapons Gym“ fiel allerdings in der Nacht zum 10. Januar einem Brand zum Opfer, dessen Ursache bis heute nicht geklärt ist. Weil das Feuer nur wenige Stunden vor dem Angriff der 200 Hooligans auf Connewitz passierte, vermuten die Gegner des Freefight-Abends auch dabei eine Verbindung in die rechte Szene. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass Neonazis ein Großevent nur wenige hundert Meter vom Ort der Angriffe im Januar entfernt durchführen“, so Initiativen-Sprecherin Laura Ende.

Politische Parolen und Fahnen nicht erlaubt

Das Gebäude-Management indes schätzt die eingemietete Freefight-Veranstaltung per se zumindest nicht als politisch problematisch ein – auch wenn das pauschal nicht für jeden Besucher gelten müsse, so der Eigentümer-Vertreter gegenüber LVZ.de. „Wie einzelne Personen denken, dafür können wir natürlich nicht garantieren. Das kann niemand. Politische Parolen, Fahnen oder ähnliches wird es im Kohlrabizirkus aber auf keinen Fall geben. In Abstimmung mit dem Veranstalter wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Theoretisch lassen sich doch bei jedem Fußballspiel mehr rechte oder linke Hooligans finden – und das wird auch nicht abgesagt“, so der Kohlrabizirkus-Sprecher weiter.

Ähnliche Entscheidung wie im Kohlrabizirkus jetzt mussten in den vergangenen Monaten und Jahren auch in anderen Veranstaltungsorten in der Messestadt getroffen werden. Denn die Vorwürfe gegen die „Imperium Fighting Championship“ sind nicht neu – die aktuelle Veranstaltung soll bereits die fünfte in Leipzig werden. Während man die Macher im Eventpalast auf der Alten Messe und im Haus Auensee gewähren ließ, stellte sich die Universität Leipzig im April 2015 klar dagegen und untersagte den Freefight in der Ernst-Grube-Halle auf dem Sportcampus. „Das Rektorat wird künftig verstärkt ein Auge darauf haben, dass für vergleichbare Veranstaltungen kein Raum zur Verfügung gestellt wird – denn sie entsprechen nicht dem Leitbild einer weltoffenen und toleranten Hochschule und schaden dem Ansehen unserer Universität“, erklärte Uni-Rektorin Schücking damals.

Von mpu

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr