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Lokales Umzug des Leipziger Bürgeramts verzögert sich
Leipzig Lokales Umzug des Leipziger Bürgeramts verzögert sich
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16:03 29.03.2017
Das Leipziger Bürgeramt zieht aus dem Stadthaus in die Otto-Schill-Straße 2 am Ring. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Umzug des Leipziger Bürgeramts vom Stadthaus in die neuen Räume an der Otto-Schill-Straße verzögert sich bis zum Juni. Davon ist auch das neue Willkommenszentrum als zentrale Anlaufstelle für Migranten betroffen. Wie Hauptamtsleiter Christian Aegerter gegenüber LVZ.de erklärte, seien in der Bauphase noch Umplanungen im neuen Objekt nötig gewesen. Ursprünglich wollte die Stadt den Umzug bis Ende März über die Bühne bringen.

Für das Willkommenszentrum stimme die Stadt derzeit außerdem noch Einzelheiten des Konzepts mit dem Referat für Migration und Integration ab. Zunächst soll das Zentrum mindestens an zwei Tagen, möglicherweise an drei Tagen geöffnet werden. Ziel sei es, verschiedene Beratungsangebote in einem festen Turnus zu etablieren. Gleichzeitig will die Stadt dann einen extra Bürgerservice-Schalter öffnen. „Dort ist immer jemand präsent, der Englisch spricht“, so Aegerter. Ob und wie ein offener Raum für verschiedene ehrenamtliche Projekte geschaffen werden kann, werde geprüft, so die Verwaltung.

Grüne wollen Angebot ausbauen

Die Grünen-Fraktion hatte das Willkommenszentrum mit einem Antrag bereits 2015 auf den Weg gebracht. Im Februar hat der Stadtrat dazu ein Konzept beschlossen, das gemeinsam mit dem Migrantenbeirat entstanden ist. Verschiedene Initiativen sollen in den Räumen Otto-Schill-Straße niedrigschwellige Angebote für Migranten machen können. Ob Job- oder Wohnungssuche, Sprachkurs oder Sportverein – über die Anlaufstelle sollen Neu-Leipziger schneller als bisher Orientierung in der Stadt und Anschluss an die Einheimischen finden.

„Wir hätten uns schon gewünscht, dass das Willkommenszentrum nicht nur an einzelnen Tagen öffnet“, so Petra Čagalj Sejdi auf Anfrage von LVZ.de. Als migrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Stadtrat und Mitglied des Migrantenbeirats hat sie den Entstehungsprozess des Zentrums begleitet. Ein Raum, der ständig für integrative Angebote offen sei, sei weiterhin erstrebenswert. „Aber das ist jetzt ein erster Versuch, das kann sich entwickeln“, so Čagalj Sejdi,

Kein Soziales Zentrum: Abriss in der Platostraße

Keine Chance hat dagegen eine Petition, die den Umbau der ehemaligen Kfz-Zulassungsstelle in der Platostraße zu einem „Sozialen Zentrum für alle“ fordert. Diesen Vorschlag lehnte die Verwaltung in einer aktuellen Stellungnahme für die Stadträte ab. Bereits seit 2014 sei das Haus nicht mehr nutzbar, weil die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser aus dem alten Technischen Rathaus erfolgte und abgeschaltet wurde. Inklusive Vandalismusschäden hätten neue Nutzer laut Wirtschaftsdezernat rund eine Million Euro für die Herrichtung der Innenräume locker machen müssen.

Das Haus in der Platostraße. Die Bagger sind auf der Rückseite schon am Werk. Quelle: Dirk Knofe

Hinzu kommt: Das Gebäude stehe zu einem Drittel auf dem Grundstück eines Investors für privaten Wohnungsbau, dem seit 2014 das Technische Rathaus gehört. Damit dieser sein Projekt verwirklichen kann, muss das Haus zumindest zu Teilen abgerissen werden. Die Bagger sind in diesen Tagen bereits am Werk.

Nach einer Besetzung im Winter 2016 hatte sich die Initiative „Social Center for all“ für ein Haus mit Integrationsangeboten an diesem oder einen anderen Standort stark gemacht. Gespräche mit der Verwaltung verliefen allerdings im Sande. Ob die Petition aus den Reihen der Gruppe kommt, dazu äußerte sich die Initiative auf Nachfrage nicht.

Von Evelyn ter Vehn

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