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Lokales Unbekannte verwüsten Zöllner-Denkmal im Leipziger Rosental
Leipzig Lokales Unbekannte verwüsten Zöllner-Denkmal im Leipziger Rosental
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18:27 05.12.2016
Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Bisher unbekannte Vandalen haben sich am Wochenende am Zöllner-Denkmal im Leipziger Rosental zu schaffen gemacht. „Einem aufmerksamen Passanten, der dort wahrscheinlich öfter spazieren geht, fiel am Sonntagnachmittag um 14.15 Uhr auf, dass drei der vier Statuen gestohlen waren. Diese sogenannten Chorknaben waren mit dem Denkmal fest verbunden und sind aus ihrer Verankerung herausgebrochen worden“, teilte Polizeisprecherin Birgit Höhn am Montag gegenüber LVZ.de mit. Zurück bleibt der deutlich beschädigte Porphyrsockel, auf dessen Spitze die Marmorbüste Claus Friedrich Zöllners thront.

Die Beamten gehen davon aus, dass es sich dabei nicht um das Werk eines Einzeltäters handeln kann. Die Figuren – zwei aus Gusseisen, eine aus Bronze – seien viel zu schwer, um sie alleine abzutransportieren. „Eine Statue muss heruntergefallen sein, denn durch den Aufprall waren die Hände, von denen eine etwa fünf Kilogramm wiegt, abgebrochen und lagen mit anderen Resten noch am Tatort“, sagt Höhn. Die Beamten stellten die schwergewichtigen Überbleibsel vor Ort sicher. Ein kompletter Chorknabe ist nach Angaben des städtischen Kulturamtes etwa einen Meter hoch und bringt rund 60 Kilogramm auf die Wage. Die abgebrochenen Knaben seien entweder in mehreren Autos oder eventuell einem Transporter vom Tatort weggebracht worden.

20.000 Euro Schaden

“Die Kosten für die Neuanfertigung der drei Figuren und die Reparaturen am beschädigten Denkmal betragen rund 20.000 Euro. Der ideelle Schaden ist hoch, handelte es sich doch um die originalen Figuren aus der Entstehungszeit des Denkmals“, teilte Ansgar Scholz vom Kulturamt mit. Ob es die Diebe auf das Material abgesehen haben, um es zum Schrottpreis wieder loszuwerden, sei noch unklar. Über das Motiv kann man laut Höhn derzeit nur spekulieren. Lediglich der Tatzeitraum lässt sich eingrenzen. „Der Zeuge hatte am Samstag gegen 17 Uhr die unversehrten Skulpturen gesehen. Am Tag darauf gegen 14.15 Uhr fehlten diese drei Chorknaben“, so Höhn.

Dass sich Langfinger auch an Denkmälern zu schaffen machen, ist ein Sonderfall. „Es kommt zwar immer mal wieder vor, aber zum Glück nicht so häufig, wie man meint. Meistens geht es um Haustafeln oder Gedenkplatten“, so Scholz. Figuren wie die Chorknaben am Zöllner-Denkmal seien eine Ausnahme. „Meistens sind die aus Stein, wo der Vandale zwar immer noch kommen kann, aber eher nichts gestohlen wird.“

Ein Denkmal für Carl Friedrich Zöllner

Das Zöllner-Denkmal steht seit 1868 im Leipziger Rosental und ist heute Teil des geplanten Leipziger Notenrads. Es wurde zu Ehren Carl Friedrich Zöllners errichtet, der vor allem durch seine Komposition von „Das Wandern ist des Müllers Lust“ Bekanntheit erlangte. Heute zählt das Werk zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Volkslieder. Zöllner besuchte in Leipzig die Thomasschule, arbeitete als Gesangslehrer an der Ratsfreischule und gründete zahlreiche Gesangsvereine. Die firmierten bis 1945 als sogenannter Zöllner-Bund und sorgten für die Errichtung des Denkmals.

Um den Fall zu klären, sind die Ermittler auf die Bevölkerung angewiesen. Hinweise werden telefonisch unter (0341) 71 050 oder in den Polizeidienststellen entgegengenommen.

Von André Pitz

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