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Lokales „Und dann war kein Licht mehr“: Ausstellung erinnert an Hieronymus Wachter
Leipzig Lokales „Und dann war kein Licht mehr“: Ausstellung erinnert an Hieronymus Wachter
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16:50 24.03.2019
Der gestorbene Galerist Hieronymus Wachter auf einer Zeichnung von Susanne Wurlitzer (Ausschnitt). Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Leipziger Architekt Bernd Sikora wohnte in der Nachbarschaft von Hieronymus Wachter im Waldstraßenviertel. Man kannte sich, man freundete sich an, man diskutierte. „Und dann war kein Licht mehr“, sagt er in seiner kurzen, sehr persönlichen Rede am Freitagabend in der Galerie Irrgang. Eigentlich beschreibt er nur einen kleinen Verlust im vergangenen Jahr – die Wachters waren nach Erlln bei Colditz im Muldentalkreis gezogen. Doch der Satz steht nun über einem großen Unglück: Nach einem Sturz von der Leiter in seiner Galerie Irrgang war Hieronymus Wachter am 20. Februar an seinen Verletzungen gestorben, im Alter von 42 Jahren. Freitag wurde eine Ausstellung eröffnet, die an ihn erinnert: „In memoriam Hieronymus Wachter“.

Überbordende Ausstellung

Arbeiten von 50 Künstlern sind in der Galerie nun bis 23. April zu sehen und zu erwerben. Es ist eine überbordende, eine wilde Ausstellung auf drei Ebenen, wie sie Hieronymus Wachter wohl gefallen hätte. Malerei, Zeichnung, Fotografie, Holzschnitt, Collage, Skulptur – unter anderem von Christine Ebersbach, Monika Thiehle, Rolf Münzner, Stefan Knechtel, Annette Schröter, Andreas Wachter, dem Vater des Galeristen, und Doris Ziegler. Aus einer Ecke blickt Hieronymus Wachter selbst in den Raum – ernst und klar – auf einer Zeichnung von Susanne Wurlitzer.

2007 hatte er die Galerie zusammen mit seinem Geschäftspartner Dirk Bolmerg am Thomaskirchhof eröffnet, 2011 zogen sie in die Räumlichkeiten am Dittrichring. Die Galerie, für die Wachter die künstlerische Leitung innehatte, spezialisierte sich auf die mittlere Generation der „Leipziger Schule“ sowie auf zeitgenössische Kunst aus dem Osten. Neben figürlicher Malerei stellt die Galerie Fotografien, Skulpturen und Grafiken aus.

Zukunft der Galerie in Leipzig noch offen

Über 100 Gäste kamen zur Eröffnung einer Schau, die ein Abschied in Leipzig sein kann. Aber das sei noch nicht sicher, sagt der Bruder Tobias Wachter, der in Berlin eine Galerie betreibt, die auch „Irrgang“ heißt. „Wir sind hin- und hergerissen.“ Mit bewegenden Worten hatte er zuvor an seinen Bruder erinnert, eine leidenschaftliche Beziehung skizziert, in der auch mal der eine den anderen vor die Tür setzte. „Er fehlt“, sagt Tobias über seinen Bruder, der ihn zur Kunst führte – das endlose Reden über die Galerie, sein Blick aufs Handy. Die Stühle auf den Bildern von Madeleine Heublein, sie sind leer. Was Hieronymus Wachter für Leipzigs Kunst getan, was er bewegt hat, bleibt. Die Ausstellung am Dittrichring beweist es beeindruckend

In memoriam Hieronymus Wachter in der Galerie Irrgang (Dittrichring 6): Bis 23. April, geöffnet Di-Fr 12-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr

Von Jürgen Kleindienst

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