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Lokales „Und dann wurden neben unserem Laden Steine ausgegraben“
Leipzig Lokales „Und dann wurden neben unserem Laden Steine ausgegraben“
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19:36 14.12.2015
Susan Dönicke, Silvana Bärschneider (oben v.l.), Alexander Beck und Angelika Wittig (unten v.l.) äußern sich zu den Krawallen im Leipziger Süden. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Bei vielen Anwohnern und Gewerbetreibenden herrscht nach den Krawallen im Leipziger Süden Ärger und Unverständnis. Auch Kritik am Verhalten der Verantwortlichen von Stadt und Polizei wird laut. LVZ.de hat sich in der Südvorstadt umgehört.

Eskalation innerhalb kürzester Zeit

„Eine Demonstration ist ja schön und gut, aber muss das so ausarten?“, fragt etwa eine Imbiss-Mitarbeiterin am Südplatz. Bei ihr herrscht angesichts der Krawalle Unverständnis. „Viele der Randalierer haben vorher noch bei uns gegessen – und dann werden kurz darauf neben unserem Laden Steine ausgegraben“, berichtet sie kopfschüttelnd. Die Polizei habe angemessen reagiert. „Die mussten sich ja irgendwie verteidigen.“

Am Montag nach den Krawallen herrscht bei vielen Händlern und Gewerbetreibenden Unverständnis über die Ausschreitungen. Und auch Kritik an den zuständigen Behörden wird zum Teil laut.

Anders sieht Susan Dönicke die Sache. Ihrer Meinung nach waren die Krawalle absehbar. „Wenn Rechte demonstrieren, ist ja klar, dass die Linken dann Streit suchen“, so die 26-Jährige. Für die Kellnerin im Kneipenrestaurant Lulu Lotterstein wäre eine Absage der Demonstration die richtige Entscheidung gewesen. Stattdessen regierte die Angst. „Als die ersten Steine flogen, wurde mir schon anders“, gibt sie zu. Sie habe sich dann sicherheitshalber mit ihren Gästen im Lokal eingeschlossen.

Links sein als Vorwand für Krawalle

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Auch Alexander Beck ist sein Ärger über die Randalierer deutlich anzumerken. „Die haben sich hier unter dem Vorwand, links zu sein ausgetobt“, findet der Besitzer eines Schmuck- und Antiquitätengeschäfts. „Für die bin ich wohl Kapitalist, weil ich jeden Tag arbeiten gehe. Aber was hat mein Laden mit deren Anliegen zu tun?“ fragt er mit sichtlicher Erregung. Sein Geschäft sei wohl nur verschont geblieben, weil er sich vor die Demonstranten gestellt hatte. Die Polizei hätte seiner Meinung nach auch noch deutlich härter durchgreifen können. „Die Beamten waren zwar bemüht, aber auch zu wenige“, findet der 49-Jährige.

Auch vor der Gaststätte Kollektiv an der Karl-Liebknecht-Straße ging es am Sonnabend turbulent zu. „Was die greifen konnten, wurde mitgeschleppt“, berichtet Silvana Bärschneider. „Unseren Freisitz haben die Randalierer so wie er war auf die Straße gezerrt und in Brand zu stecken versucht. Das hat zum Glück nicht geklappt“, schildert die Kellnerin die Ereignisse. Auch sie ist wenig überrascht von den Ausschreitungen. „Das hatte sich ja abgezeichnet, und wenn Rechte herkommen wird das Ganze nur noch schlimmer.“ Für das Verhalten der Randalierer hat die 30-Jährige kein Verständnis: „Die wollen hier angeblich ihre Werte verteidigen und machen dann doch nur alles kaputt.“

Verbieten oder verlegen?

Glück im Unglück hatte Angelika Wittig. Die 59-Jährige hatte über Bekannte erfahren, dass sich Krawalle zusammenbrauten. „Ich habe dann meinen Blumenladen bei Zeiten zu gemacht.“ Trotz glimpflichen Ausgangs erhebt sie deutliche Vorwürfe gegen die Verantwortlichen bei Stadt und Polizei: „Das hier ist ein Stadt- und Wohngebiet, so viele Leute wohnen hier, man hätte sowas nicht genehmigen dürfen“, gibt sie sich überzeugt. Auch müssten die Beamten härter durchgreifen.

Auch Livia Müntz findet, dass man die Demonstration noch weiter weg hätte verlegen müssen. „Das war doch die pure Provokation, das im Süden von Leipzig zu machen“, so die Kellnerin im Killiwilly. So hätte man die Situation deutlich entschärfen können. Die Ausschreitungen waren für die 31-Jährigen dann auch wenig überraschend. „Mit den Krawallen hat man wohl gerechnet, aber nicht damit, dass sie schon so früh beginnen“, schildert sie ihre Sicht auf die teilweise chaotischen Zustände am Sonnabend.

Von bfi

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